Bauhauptgewerbe: Auftragsminus von 12,4 Prozent im September
26.11.2025 - 19:39:12Das Statistische Bundesamt meldet einen drastischen Einbruch im Bauhauptgewerbe. Im September 2024 brachen die Auftragseingänge real um 12,4 Prozent gegenüber dem Vormonat ein – auch im Jahresvergleich steht ein Minus von 11,5 Prozent. Die Zahlen treffen auf ein politisches Vakuum: Seit dem Ampel-Aus Anfang November sind zahlreiche Förderprogramme faktisch eingefroren.
Besonders hart trifft es den Hochbau mit einem Rückgang von 13,6 Prozent. Aber auch der Tiefbau, normalerweise stabilisiert durch staatliche Infrastrukturprojekte, verlor 11,6 Prozent. Nominal sanken die Aufträge im Jahresvergleich um 9,5 Prozent – ein Volumen, das die steigenden Baukosten kaum noch deckt.
„Diese Zahlen sind ein Weckruf”, heißt es von Marktbeobachtern. Viele geplante Büro- und Logistikprojekte werden verschoben oder gar nicht erst beauftragt. Die Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft korreliert fatal mit der Unsicherheit im öffentlichen Sektor.
Viele Investoren und Projektträger stehen aktuell wegen Haushaltssperren und explodierender Baukosten vor Liquiditätsengpässen. Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) kann Unternehmen helfen, die Steuerlast sofort zu mindern und damit Mittel für Brownfield-Revitalisierungen, Elektrolyseure oder notwendige Anlagen freizusetzen. Der kostenlose Sonder-Report erklärt praxisnah, wer Anspruch hat, welche Beträge vorgezogen werden können und welche Fristen wichtig sind – ideal für Entscheider, die jetzt handlungsfähig bleiben wollen. Jetzt kostenlosen IAB-Sonder-Report herunterladen
Die wirtschaftlichen Daten treffen auf maximale politische Unsicherheit. Seit dem Koalitionsbruch und der daraus resultierenden vorläufigen Haushaltsführung können keine neuen Förderbescheide ausgestellt werden. Dies betrifft insbesondere die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) – ein zentrales Instrument für strukturschwache Regionen.
Kommunale Spitzenverbände und die Bauindustrie warnen vor einem Stillstand. Zwar sind gesetzliche Verpflichtungen und laufende Baumaßnahmen abgesichert, doch für geplante Gewerbeparks oder kommunale Erschließungsmaßnahmen fehlt jede Planungssicherheit.
Der Bundesverband Mineralische Rohstoffe (MIRO) befürchtet, dass bis zur Regierungsbildung nach der Neuwahl im Februar ein halbes Jahr verstreichen könnte, in dem Deutschland infrastrukturell auf der Stelle tritt. Gift für Investoren, die für Standortentscheidungen Verlässlichkeit benötigen.
Wasserstoff-Kernnetz: 9.040 Kilometer genehmigt
Inmitten der Hiobsbotschaften gibt es einen Lichtblick. Die Bundesnetzagentur genehmigte am 22. Oktober 2024 das Wasserstoff-Kernnetz mit einer Leitungslänge von 9.040 Kilometern. Das Investitionsvolumen: rund 18,9 Milliarden Euro – das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende.
Für die regionale Entwicklung bedeutet dies:
- Standortsicherung: Regionen mit Kernnetz-Anschluss erhalten massive Vorteile für energieintensive Industrien
- Bestandsnutzung: Rund 60 Prozent der Leitungen basieren auf umgestellten Erdgasleitungen – das reduziert Flächenverbrauch
- Investitionsanreiz: Die Genehmigung schafft die regulatorische Grundlage für private Investitionen in Elektrolyseure
Der Wermutstropfen: Die Finanzierung hängt eng mit dem Klima- und Transformationsfonds zusammen, dessen Mittelbindung durch die Haushaltslage unter Druck steht. Ob die ersten Leitungen wie geplant 2025 starten, ist offen.
Gewerbeimmobilien: Brownfields statt grüne Wiese
Der Markt zeigt eine deutliche Verschiebung. Angesichts hoher Zinsen, explodierender Baukosten und restriktiver Flächenversiegelungspolitik rücken brachliegende Industrieareale in den Fokus der Entwickler.
Logistik: Die Nachfrage bleibt stabil, verlagert sich aber auf die Revitalisierung alter Standorte in Ballungsräumen. Neubauprojekte auf der grünen Wiese werden seltener genehmigt.
Rechenzentren: Der KI-Boom treibt die Entwicklung von Data Centers. Regionen wie Frankfurt stoßen an Kapazitätsgrenzen – Ausweicheffekte begünstigen Berlin-Brandenburg und das Rheinland. Entscheidend: Stromanschlüsse und perspektivisch der Wasserstoffanschluss.
Büromarkt: Weiterhin Katerstimmung. Investoren agieren extrem selektiv – nur energieeffiziente Top-Objekte in A-Lagen finden Käufer. B-Lagen drohen zu Stranded Assets zu werden.
Die gefährliche Infrastrukturlücke
Die Gemengelage offenbart eine fatale Diskrepanz. Auf der einen Seite stehen ambitionierte Langfristziele (Klimaneutralität 2045, Wasserstoffhochlauf), auf der anderen eine kurzfristige Realität geprägt von Haushaltslöchern und Rezession.
Private Investoren wären bereit, in Rechenzentren oder Logistikparks zu investieren. Doch es fehlt oft an der öffentlichen Basisinfrastruktur – Stromnetze, Verkehrsanbindung –, deren Ausbau durch die Haushaltssperre stockt.
Der Einbruch der Auftragszahlen ist mehr als eine statistische Delle. Er ist ein Vorbote dafür, dass Kapazitäten im Bausektor abgebaut werden könnten. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie warnt vor einem „Jo-Jo-Effekt”: Wenn die Investitionen wieder anziehen, fehlen die Kapazitäten.
Warten auf den Rebound
Bis zur Bundestagswahl im Februar 2025 dominiert die „Verwaltung des Mangels”. Neue Großprojekte werden kaum angestoßen, der Fokus liegt auf der Sicherung des Bestands.
Die kommenden Monate bedeuten Stagnation bei Neuentwicklungen. Kommunen versuchen, bestehende Projekte mit verfügbaren Mitteln über die Ziellinie zu retten. Nach der Wahl wird die neue Bundesregierung ein Investitionspaket schnüren müssen. Die Bauindustrie hofft auf einen Rebound-Effekt in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Die Regionen, die jetzt ihre Hausaufgaben gemacht haben – Baurecht für Brownfields, Vorplanung für Wasserstoffanschlüsse – werden die Gewinner des nächsten Aufschwungs sein. Diejenigen, die auf schnelle Fördermittel aus Berlin hofften, stehen vor einem kalten Winter.
PS: Planen Sie Investitionen in Logistikparks, Rechenzentren oder Wasserstoff-Anschlüsse, aber Ihre Budgets sind knapp? Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) ist ein steuerlicher Hebel, mit dem Firmen Liquidität für notwendige Anschaffungen freimachen können. Der gratis Sonder-Report liefert konkrete Beispiele und Praxistipps zur Anwendung bei Immobilien- und Anlageninvestitionen — damit Sie trotz unsicherer Förderlage handlungsfähig bleiben. Jetzt gratis IAB-Report sichern


