Bau-Turbo, Gebäudetyp

Bau-Turbo und Gebäudetyp E: Doppelreform für schnelleres, günstigeres Bauen

26.01.2026 - 04:04:12

Die Bundesregierung setzt mit einem beschleunigten Genehmigungsverfahren und einem vereinfachten Bau-Standard zwei zentrale Maßnahmen gegen die Wohnungsnot um.

Deutschland startet mit einer doppelten Baureform ins Jahr 2026. Das „Bau-Turbo“-Paket ist in Kraft, während die Pläne für den vereinfachten Gebäudetyp E in die entscheidende Phase gehen. Die Bundesregierung will so die Wohnungsnot bekämpfen.

Bau-Turbo: Genehmigungen in drei Monaten?

Das Herzstück der Beschleunigung ist der neue Paragraf 246e im Baugesetzbuch. Er erlaubt Kommunen weitreichende Abweichungen vom bestehenden Bauplanungsrecht. Das Ziel: Lange Verfahren für Bebauungspläne umgehen.

  • Schnellere Prüfung: Bauanträge für Wohnprojekte könnten so in nur drei Monaten genehmigt werden.
  • Breiter Anwendungsbereich: Die Regelung gilt für Neubauten, Erweiterungen und die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnimmobilien.
  • Befristetes Instrument: Die Sonderregelung ist zeitlich begrenzt. Nun liegt es an den Städten und Gemeinden, sie anzuwenden.

Gebäudetyp E: Einfacher Bauen, weniger Komfort?

Parallel treibt die Regierung den Gebäudetyp E voran, wobei „E“ für „einfach“ steht. Ein Eckpunktepapier von Justiz- und Bauministerium bildet die Grundlage. Die geplante Reform des BGB soll rechtssichere Verträge für einen reduzierten Bau-Standard ermöglichen.

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Dabei bleiben Sicherheitsvorschriften wie Brandschutz unangetastet. Verzichtet werden könnte stattdessen auf:
* Den „Goldstandard“ bei Komfort und Ausstattung.
* Bestimmte Vorgaben bei Steckdosen, Schallschutz oder Lüftung.

Geteiltes Echo: Lob und massive Kritik

Die Reaktionen auf die Doppelreform fallen gespalten aus. Während Regierungsparteien den Bau-Turbo als „Möglichmacher“ feiern, sieht die Opposition darin ein „Placebo“. Kritiker monieren, das Gesetz adressiere nicht die seit 2022 um 40 Prozent gestiegenen Baukosten.

Auch der Gebäudetyp E sorgt für Diskussionen:
* Die Immobilienwirtschaft begrüßt die Initiative.
* Ingenieurkammern mahnen, die Qualität dürfe nicht leiden.
* Verbraucherschützer fordern klare Transparenzregeln, um Bauherren zu schützen.

Zwei Wege gegen die Wohnungsnot

Die Reformen sind Teil eines 14-Punkte-Plans der Bundesregierung. Sie verfolgen zwei unterschiedliche Ansätze: Der Bau-Turbo beschleunigt die Verfahren, der Gebäudetyp E soll die Kosten senken. Die zentrale Frage bleibt: Gelingt die Balance zwischen Tempo, niedrigeren Preisen und hohen Standards?

Nun beginnt die Praxisprüfung. Beim Bau-Turbo müssen die Kommunen das Instrument mit Leben füllen. Beim Gebäudetyp E steht der formale Gesetzgebungsprozess noch bevor. Die Verhandlungen werden zeigen, ob einfacheres Bauen in Deutschland rechtssicher möglich wird.

@ boerse-global.de