Battlefield, Cyber-Kriminelle

Battlefield 6: Cyber-Kriminelle ziehen Gamer massiv ab

26.11.2025 - 10:50:12

Eine ausgeklügelte Angriffswelle auf die weltweite Gaming-Community erschüttert diese Woche die Branche. Spieler sind zur Hauptzielgruppe für Datendiebstahl-Malware geworden – und die Masche ist perfide.

Bitdefender Labs warnte gestern vor einer massiven Malware-Kampagne, die den kürzlichen Release von Electronic Arts’ Battlefield 6 ausnutzt. Cyber-Kriminelle haben Torrent-Seiten und Untergrund-Foren mit gefälschten “gecrackten” Versionen des Spiels und bösartiger “Trainer”-Software überschwemmt, die angeblich In-Game-Vorteile verschaffen soll.

Die Angreifer setzen auf ausgefeilte Social-Engineering-Taktiken. Um Legitimität vorzutäuschen, tragen die Schadprogramme oft Namen renommierter Cracking-Gruppen wie “InsaneRamZes” und “RUNE”. Ein von Bitdefender identifizierter Stamm, als “Battlefield 6 Trainer Installer” getarnt, verspricht Spielern unendliche Gesundheit oder Munition – installiert aber heimlich einen aggressiven Datendieb.

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Einmal ausgeführt, läuft die Malware nicht einfach im Hintergrund. Sie durchsucht aktiv das System nach hochwertigem Beutegut: Session-Cookies und Login-Daten aus Chrome, Edge und Brave, gezielt auch Discord-Tokens. Besonders aggressiv fahndet sie nach Kryptowährungs-Wallet-Daten und versucht, die Vermögenswerte abzuziehen, bevor das Opfer überhaupt merkt, dass das System kompromittiert wurde.

Geografische Tarnmuster: Eine Probe namens “Battlefield 6.GOG-InsaneRamZes” prüft die regionalen Einstellungen des Opfers und beendet sich automatisch, wenn das System in Russland oder GUS-Staaten lokalisiert ist – eine typische Signatur von Malware aus diesen Regionen, um lokalen Strafverfolgern zu entgehen.

Erschreckende Statistik: 41 Prozent aller Infektionen

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine aktuelle Studie der Threat-Intelligence-Firma Flare. Die Analyse von über 50.000 mit Infostealer-Malware infizierten Geräten ergab: Satte 41,47 Prozent aller Infektionen stammten von Gaming-bezogenen Dateien.

“Gaming ist zum perfekten Jagdrevier für Angreifer geworden”, erklärt Estelle Ruellan, Threat-Intelligence-Forscherin bei Flare. Der Bericht zeigt: Die dezentrale Natur der Gaming-Modding-Community schafft ein ideales Umfeld für Malware-Verbreitung. Anders als offizielle App-Stores fehlt dem Ökosystem für Mods und Cheats eine strenge Sicherheitsprüfung – Angreifer können Schadsoftware problemlos mit legitim wirkenden Tools bündeln.

Die Untersuchung identifizierte inoffizielle Mods und Cheats für Grand Theft Auto, Roblox, Valorant und Counter-Strike: Global Offensive als Top-Infektionsvektoren. Die Daten legen nahe: Zwei von fünf infizierten Geräten wurden kompromittiert, weil der Nutzer eine spielbezogene Datei oder eine Cheat-Engine heruntergeladen hatte.

Discord und der Black-Friday-Anstieg

Das Timing dieser Kampagnen ist kein Zufall. Mit der Black-Friday-Saison in vollem Gange meldete Kaspersky gestern einen spürbaren Anstieg spielbezogener Angriffe – mit signifikanter Konzentration auf Discord-Nutzer.

Kaspersky-Daten zeigen: Angreifer nutzen die erhöhte Online-Aktivität während der Feiertags-Woche, um bösartige Links über Discord-Kanäle und Direktnachrichten zu verbreiten. Diese Nachrichten tarnen sich als exklusive Holiday-Deals, Beta-Zugang zu neuen Spielen oder kostenlose In-Game-Währung.

“Der Gaming-Sektor erlebte einen dramatischen Anstieg bösartiger Aktivität”, betonten Kaspersky-Analysten. Discord habe sich als primärer Verbreitungs-Hub etabliert. Die offene Natur der Plattform und ihre File-Sharing-Fähigkeiten machen sie zur effizienten Pipeline für “RiskTool”-Varianten und Downloader, die heimlich Krypto-Miner oder Banking-Trojaner auf leistungsstarken Gaming-Rigs installieren.

Strategische Evolution der Cyberkriminalität

Die Verlagerung auf Gamer als Zielgruppe markiert eine strategische Weiterentwicklung in der Cyberkriminalität. Anders als typische Unternehmens-Ziele besitzen Gamer oft High-Performance-Hardware, die effizientes Kryptowährungs-Mining ermöglicht. Zudem sind ihre Accounts – Steam, Epic Games, Battle.net – oft direkt mit Zahlungsmethoden verknüpft und haben erheblichen Wiederverkaufswert im Darknet.

“Angreifer positionieren sich in der Lücke zwischen dem, was Menschen wollen, und dem, wofür sie bezahlen möchten”, beobachtet Ruellan im Flare-Bericht. Indem sie kostenlosen Zugang zu bezahlten Inhalten (Piraterie) oder Wettbewerbsvorteile (Cheats) anbieten, nutzen sie den Wunsch der Nutzer aus, Bezahlschranken oder Skill-Barrieren zu umgehen.

Die Verwendung renommierter Scene-Group-Namen wie RUNE in der Battlefield-6-Kampagne zeigt: Angreifer sind tief in die Gaming-Kultur eingebettet und verstehen genau, welche Marken und Namen innerhalb der Community Vertrauen genießen. Diese kulturelle Mimikry macht Social-Engineering-Angriffe deutlich effektiver.

Was Gamer jetzt tun sollten

Sicherheitsexperten prognostizieren eine Intensivierung dieses Trends während der Feiertags-Saison. Zu erwarten sind eine Flut von “Holiday-Deal”-Betrugsmaschen auf digitalen Game-Storefronts und ein Anstieg malware-verseuchter “Optimierungs”-Tools, die höhere Frameraten für neue Releases versprechen.

Die Faustregel für die kommenden Wochen ist strikt: Meiden Sie alle ausführbaren Dateien (.exe), die behaupten, Cheats, Trainer oder geknackte Spiele zu sein – unabhängig von der Quelle. Wie der Flare-Bericht schließt: Die Kosten für ein “kostenloses” Spiel oder einen Cheat sind zunehmend die vollständige Kompromittierung der eigenen digitalen Identität.

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