Banking-Apps: Millionen Deutsche droht Zugangssperre
11.02.2026 - 05:25:12Wer sein Smartphone nicht aktualisiert, könnte bald sein Konto nicht mehr erreichen. Eine Welle von Sicherheitswarnungen und angekündigten Support-Einstellungen für veraltete Betriebssysteme stellt Millionen Nutzer vor Probleme. Banken wie die ING ziehen die Reißleine, um Kunden vor Cyberkriminellen zu schützen – und zwingen sie zum Handeln.
Eine Milliarde unsichere Geräte als Einfallstor
Die Bedrohung ist massiv: Weltweit sind schätzungsweise eine Milliarde Android-Geräte im Umlauf, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Laut aktuellen Berichten trifft das auf rund 40 Prozent aller aktiven Android-Smartphones zu. Sobald Hersteller wie Google oder Samsung den Support einstellen – bei günstigen Modellen oft schon nach zwei bis drei Jahren – bleiben kritische Sicherheitslücken offen. Diese werden für Angreifer zum Einfallstor. Eine manipulierte Webseite genügt, um Schadsoftware zu installieren und Banking-Daten auszuspähen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit langem vor den Gefahren veralteter Systeme. Die jüngste Phishing-Welle gegen Kunden der Deutschen Bank unterstreicht die Dringlichkeit.
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Banken beenden Support für alte Systeme
Angesichts der Risiken verschärfen die Finanzinstitute die Anforderungen. Die Direktbank ING wird ab dem 30. März 2026 die Unterstützung für iOS 15 sowie Android 9 und 10 einstellen. Nutzer benötigen dann mindestens iOS 16 oder Android 11. Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, erhält keine Updates mehr und verliert letztlich den App-Zugang. Dieser Schritt ist branchenweit zu beobachten. Hintergrund sind auch die Vorgaben der EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), die hohe Sicherheitsstandards vorschreibt. Auf veralteten Systemen lassen sich diese nicht mehr garantieren.
Wer haftet im Schadensfall?
Die Nutzung eines unsicheren Smartphones kann rechtliche Konsequenzen haben. Rechtsexperten warnen: Wer nachweislich ein Gerät ohne verfügbare Sicherheitsupdates für Banking nutzt, handelt im Schadensfall möglicherweise grob fahrlässig. Ein Gericht könnte die bewusste Risikoeingabe werten. Noch riskanter ist das aktive Umgehen von Bank-Sperren, etwa durch die manuelle Installation alter App-Versionen. In einem Betrugsfall trägt der Kunde dann mit hoher Wahrscheinlichkeit die volle Haftung.
Das sollten betroffene Nutzer tun
Für Besitzer älterer Smartphones ist Handeln angesagt. Der erste Schritt: die Betriebssystemversion prüfen.
* Android: Einstellungen > „Über das Telefon“ > „Softwareinformationen“
* iPhone: Einstellungen > „Allgemein“ > „Info“
Ist ein Update auf eine unterstützte Version (Android 11 / iOS 16 oder höher) möglich, sollte es sofort durchgeführt werden. Erhält das Gerät keine Updates mehr, bleibt oft nur der Wechsel zu einem neueren Modell. Bis dahin ist größte Vorsicht geboten: Apps nur aus offiziellen Stores laden und verdächtige Links niemals anklicken. Als Alternative bietet sich vorübergehend das Online-Banking über den Browser eines gesicherten Computers an – wenn auch mit Komforteinbußen.


