Banking-Apps, Passwort-Manager

Banking-Apps blockieren Passwort-Manager zum Jahresstart

04.01.2026 - 04:24:12

Viele Banking-Apps sperren Passwort-Manager aus, um sich vor Malware zu schützen. Dies zwingt Nutzer zu unsicheren Alternativen und birgt ein Sicherheitsparadoxon.

Banking-Apps sperren beliebte Passwort-Manager aus. Nutzer stehen vor verschlossenen digitalen Türen, weil Banken sogenannte Bedienungshilfen blockieren. Was als Schutz vor Trojanern gedacht ist, wird für Verbraucher zur Geduldsprobe – und birgt ein paradoxes Sicherheitsrisiko.

Wer derzeit seine Finanzen per Smartphone verwalten will, erlebt vielerorts eine böse Überraschung. Apps von Sparkassen, der Postbank und anderen Instituten verweigern den Start oder deaktivieren die automatische Passworteingabe. Betroffen sind Manager wie Bitwarden, 1Password oder KeePass.

Warum die „Hilfe“ plötzlich tabu ist

Der Grund ist ein tiefgreifender Sicherheitskonflikt. Passwort-Manager nutzen die Android-Accessibility Services, um Login-Felder zu erkennen und auszufüllen. Genau diese Schnittstelle ist aber das Haupteinfallstor für moderne Banking-Malware.

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Schädlinge wie „Anatsa“ oder „Xenomorph“ missbrauchen die Dienste, um Tastatureingaben mitzulesen oder unsichtbare Fenster über die echte App zu legen. Um das zu verhindern, scannen viele Banking-Apps nun beim Start nach solchen Diensten und blockieren sie – egal, ob Trojaner oder legitimer Helfer.

Android 15 verschärft das Problem

Die Lage spitzt sich durch Android 15 und neue Google-Sicherheits-APIs zu. Die „Play Integrity API“ gibt Banken mächtigere Werkzeuge, um die Geräteintegrität zu prüfen.

Zwar bietet Google eine native Autofill-Schnittstelle als sichere Alternative an. Viele Banking-Apps setzen diese aber noch nicht zuverlässig um. Stattdessen setzen sie auf strikte Abriegelung mit Sicherheits-SDKs von Anbietern wie Promon. Für deren Algorithmen ist der Unterschied zwischen Passwort-Manager und Trojaner oft kaum erkennbar.

Das Sicherheits-Paradoxon

Die Entwicklung hat eine ironische Kehrseite. Während Banken die Sicherheit erhöhen wollen, riskieren sie das Gegenteil.

  • Wenn das automatische Ausfüllen blockiert ist, weichen Nutzer auf einfache, merkbare Passwörter aus.
  • Das Notieren von Zugangsdaten auf unsicheren Zetteln nimmt zu.
  • Experten wie von Bitdefender warnen: Die „Härtung“ der App kann die Credential-Sicherheit schwächen.

Biometrie und Passkeys als Ausweg?

Ein Rückkehr zum alten Komfort ist unwahrscheinlich. Die Bedrohung durch mobile Malware ist zu real. Experten sehen für 2026 nur einen Ausweg: die Abkehr vom klassischen Passwort.

  1. Biometrie als Standard: Fingerabdruck oder Gesichtsscan werden zur primären Login-Methode, um das Eintippen ganz zu umgehen.
  2. Durchbruch der Passkeys: Die FIDO2-Technologie verwendet kryptografische Schlüssel statt Passwörter. Da nichts eingetippt wird, umgeht sie das Problem der blockierten Manager.

Bis diese Technologien flächendeckend funktionieren, bleibt Nutzern nur der Umweg: das Passwort manuell abtippen, die Split-Screen-Funktion nutzen oder auf das Online-Banking am Desktop ausweichen. Die „One-Click“-Anmeldung auf dem Smartphone gehört vorerst der Vergangenheit an.

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