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Banken warnen vor neuer Welle perfider Betrugsanrufe

05.01.2026 - 00:40:12

Professionelle Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus und manipulieren Kunden per Telefon, Überweisungen in ihrer eigenen App zu autorisieren. Die Schadenssummen sind hoch.

Verbraucherschützer und Landeskriminalämter schlagen Alarm: Eine neue Welle professioneller Betrugsanrufe rollt über Deutschland. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter aus und nutzen perfide psychologische Tricks, um Opfer zur direkten Freigabe von Überweisungen in ihren Banking-Apps zu bewegen.

Zum Start der ersten vollen Arbeitswoche des Jahres warnen Behörden vor einer aggressiven Weiterentwicklung des klassischen Telefonbetrugs. Kriminelle setzen auf eine Kombination aus technischer Manipulation und massivem psychologischen Druck. Im Fokus stehen Kunden von Sparkassen, Volksbanken und Direktbanken wie der DKB und ING.

Der gefährliche Trick mit der „Stornierungs-Lüge“

Das Szenario ist erschreckend glaubwürdig. Das Telefon klingelt und im Display erscheint scheinbar die echte Nummer der Hausbank oder sogar die „110“ der Polizei. Ein angeblicher Sicherheitsmitarbeiter warnt vor einer verdächtigen Abbuchung – etwa einer hohen Summe an Amazon oder Zalando.

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Die Falle schnappt zu: Der Betrüger fordert das Opfer auf, die Banking-App zu öffnen und eine eingehende Push-Nachricht zur Freigabe zu bestätigen. Er behauptet, dies diene der Stornierung der betrügerischen Buchung. In Wahrheit autorisiert das Opfer damit aber genau jene Überweisung, die das Geld auf die Konten der Täter leitet.

Warum die Masche so erfolgreich ist

Experten des Landeskriminalamts (LKA) weisen darauf hin, dass diese Angriffe oft das Finale einer längeren Vorbereitung sind. Die Täter haben häufig bereits Zugangsdaten erbeutet. Fehlt nur noch die finale Transaktionsfreigabe.

Eine Schlüsselrolle spielt Call-ID-Spoofing. Spezielle Software lässt jede beliebige Nummer auf dem Display des Opfers erscheinen. Steht dort die vertraute Nummer der Sparkasse, sinkt das Misstrauen rapide.

Die Callcenter der Betrüger arbeiten zudem mit präzisen Skripten. Sie kennen die Benutzeroberflächen der gängigen Banking-Apps und leiten ihre Opfer gezielt durch den Prozess – oft ohne dass diese die Warnhinweise der App genau lesen.

Aktuelle Warnmeldungen: Diese Themen nutzen Betrüger

Das Phishing-Radar der Verbraucherzentralen zeigt eine deutliche Zunahme. Neben direkten Bank-Szenarien nutzen Betrüger auch aktuelle Themen als Türöffner:

  • Krankenkassen-Rückerstattungen: Gefälschte Nachrichten im Namen der AOK locken mit angeblichen Beitragsrückerstattungen.
  • Abo-Dienste: Vermeintliche Probleme mit Zahlungsdaten bei Disney+ oder Spotify dienen als Erstkontakt.
  • PhotoTAN-Reaktivierung: Kunden der Commerzbank und Comdirect erhalten Mails zur angeblichen Reaktivierung der PhotoTAN-App.

Die Sparkassen-Finanzgruppe betont: Bankmitarbeiter fragen niemals telefonisch nach einer TAN, PIN oder Freigabe in der App. Auch „Test-Überweisungen“ via PushTAN existieren im realen Bankgeschäft nicht.

Das große Dilemma: Sicherheitsfeature wird zur Waffe

Diese Entwicklung markiert einen kritischen Punkt. Technische Hürden wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) machen direkte Hacks fast unmöglich. Also verlagern Kriminelle ihre Angriffe auf die größte Schwachstelle: den Menschen.

Wenn Sicherheitsfeatures wie die App-Freigabe als Waffe gegen den Kunden eingesetzt werden, steht das Vertrauen in digitale Sicherheit auf dem Spiel. Banken argumentieren oft mit „grober Fahrlässigkeit“, da Warnhinweise ignoriert wurden. Verbraucherschützer halten dagegen: Die psychologische Drucksituation und das Spoofing beeinträchtigen die Urteilsfähigkeit massiv.

Die Schadenssummen sind beträchtlich. Da es sich oft um Echtzeit-Überweisungen handelt, ist das Geld meist binnen Sekunden auf Konten im Ausland verschwunden – und unwiederbringlich verloren.

Was tun im Ernstfall?

Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten:
1. Sofort auflegen. Lassen Sie sich in kein Gespräch verwickeln.
2. Rückruf unter offizieller Nummer: Wählen Sie die Nummer Ihrer Bank selbst aus Ihren Unterlagen.
3. Sperrung veranlassen: Nutzen Sie den Sperr-Notruf 116 116.
4. Polizei einschalten: Erstatten Sie Anzeige, auch wenn kein Geld abgeflossen ist.

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