Banken, Druck

Banken unter Druck: Neue Regeln gegen digitale Betrugswelle

17.01.2026 - 16:56:12

Finanzaufsichten verschärfen die Haftung von Banken für Betrugsschäden, während neue Betrugsmethoden wie Credit-Push-Betrug zunehmen. Verbraucher sollten ihre Rechte kennen und schnell handeln.

Finanzaufsichten weltweit schärfen den Ton. Banken müssen künftig stärker für Betrugsschäden haften, während Verbraucher ihre Rechte kennen sollten.

Die digitale Bezahlung wird zum Standard – und lockt Betrüger in Massen an. Diese Woche warnten globale Finanzaufsichten erneut vor einer Flut raffinierter Betrugsmethoden. Gleichzeitig verschärfen Regulierer wie das US-Finanzministerium die Haftung der Banken. Für Kontoinhaber bedeutet das: Sie müssen wachsam bleiben, genießen aber auch einen besseren Schutz. Eine aktuelle Warnung der Hongkonger Währungsbehörde (HKMA) vom 16. Januar 2026 unterstreicht die Dringlichkeit. Sie meldet einen starken Anstieg betrügerischer Websites und Phishing-E-Mails, die Kunden mehrerer Banken ins Visier nehmen.

Die neuen Betrugsfallen: Vom Phishing zum autorisierten Fehltransfer

Die Methoden der Kriminellen werden immer ausgeklügelter. Die HKMA warnt vor gefälschten Internetbanking-Login-Seiten und betrügerischen E-Mails. Die Behörde betont einen Grundsatz: Seriöse Banken versenden niemals E-Mails oder SMS mit direkten Links zur Transaktionsdurchführung und fordern nie Passwörter oder TANs auf diesem Weg an.

Doch die Gefahr geht über klassisches Phishing hinaus. Immer häufiger kommt es zum „Credit-Push-Betrug“. Dabei wird ein Opfer so manipuliert, dass es selbst eine Überweisung an den Betrüger autorisiert. Das geschieht etwa durch gefälschte E-Mails von angeblichen Geschäftsführern oder durch manipulierte Rechnungen mit falschen Bankdaten. Auch SMS-Betrug, der mit gefälschten Fraud-Warnungen Druck erzeugt, ist auf dem Vormarsch.

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Ihre Rechte im Ernstfall: So wehren Sie sich

Bei unberechtigten Abbuchungen sind Verbraucher nicht schutzlos. Entscheidend ist schnelles Handeln. Nach Vorgaben wie dem US-amerikanischen Electronic Fund Transfer Act (EFTA) ist die Haftung des Kunden begrenzt, wenn er den Vorfall zeitnah meldet. Wird ein Verlust der Debitkarte innerhalb von zwei Werktagen gemeldet, liegt die eigene Haftung oft bei nur rund 50 Euro.

Taucht eine unautorisierte Transaktion auf dem Kontoauszug auf, haben Verbraucher typischerweise 60 Tage Zeit, sie zu melden, um nicht für weitere Betrugsfälle haften zu müssen. Die Bank ist dann zur Untersuchung verpflichtet. Viele Institute bieten einen Chargeback-Service an und streiten die Transaktion im Namen des Kunden beim Zahlungsabwickler an. Der erste Schritt ist immer der sofortige Anruf bei der Bank, um das Konto zu sichern und den Prozess in Gang zu setzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung bei unerlaubten Abbuchungen

  1. Bank sofort kontaktieren: Rufen Sie Ihre Bank über die offizielle Nummer auf der Karte oder der Website an. Melden Sie die unbefugte Transaktion. Die Karte wird meist sofort gesperrt.
  2. Beweise sammeln: Notieren Sie Datum, Betrag und den Namen des Empfängers. Bei nicht gelieferten Waren helfen E-Mail-Korrespondenzen.
  3. Formalen Widerspruch einlegen: Folgen Sie dem offiziellen Verfahren Ihrer Bank, oft per Online-Banking oder App. Eine schriftliche Bestätigung kann nötig sein.
  4. Anzeige erstatten: Bei größeren Beträgen lohnt eine Anzeige bei der Polizei. Das hilft auch, kriminelle Netzwerke aufzudecken.

Regulierungs-Wende: Die Banken müssen mehr tun

Die aktuellen Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: Die Aufseher verlagern die Verantwortung für Betrugsprävention zunehmend auf das Finanzsystem selbst. Die neue Initiative des US-Finanzministeriums verschärft die Aufsicht über die Geldwäscheprävention (AML) der Banken.

Ein Wendepunkt sind neue Regeln von Nacha, der Verwaltungsorganisation für das US-Zahlungssystem ACH. Ab dem 20. März 2026 sollen sie gelten und erstmals auch die Haftung für „Credit-Push“-Betrug ausweiten. Künftig muss die sendende Bank (ODFI) stärkere Kontrollen implementieren. Diese regulatorische Kehrtwende erkennt an: Da die Betrugsmaschen komplexer werden, müssen die Zahlungsabwickler eine aktivere Rolle bei der Erkennung spielen.

Die Zukunft: Künstliche Intelligenz und gesunder Menschenverstand

Die Branche setzt zunehmend auf proaktive Abwehr. Seit dem 5. Januar 2026 erlauben neue Richtlinien der US-Notenbank Fed sogar den Austausch von Betrugskontakten zwischen Banken, um Betrug in Echtzeit-Netzwerken wie FedNow zu bekämpfen. Künstliche Intelligenz (KI) wird entscheidend, um anomale Transaktionsmuster in Echtzeit zu identifizieren.

Doch Technologie allein reicht nicht. Banken appellieren an die Vernunft der Kunden: Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen, Transaktionsalarme einrichten, Kontoauszüge regelmäßig prüfen und stets misstrauisch bei unerwarteten Nachrichten mit Link-Aufforderungen sein. In der digitalen Finanzwelt bleibt die wachsame Partnerschaft zwischen Verbrauchern und hochgerüsteten Banken der beste Schutz.

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