Banken starten 2026 mit neuen Gebühren und digitalen Regeln
01.01.2026 - 04:46:12Führende Geldhäuser in Deutschland und der Schweiz passen zum Jahreswechsel Preise und Bedingungen an. Die Änderungen umfassen höhere Kosten für klassische Services, mehr digitale Optionen und die Umsetzung neuer EU-Vorschriften.
Die großen Geldhäuser in Deutschland und der Schweiz setzen zum Jahresbeginn umfassende Vertragsänderungen und Gebührenanpassungen durch. Für Kunden bedeutet das höhere Kosten für klassische Services, aber auch mehr digitale Möglichkeiten.
Raiffeisen Schweiz: Neue Preise für Karten und Konten
Die umfangreichste Überarbeitung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum 1. Januar 2026 kommt von Raiffeisen Schweiz. Die Genossenschaftsbank spricht von einer “ausgewogenen Anpassung” ihrer Servicepreise und Kartenkonditionen.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
* Kartengebühren: Die Jahresgebühr für Prepaid-Karten wurde gesenkt, während die Gebühr für Standard-Kontokarten bei Privatkunden leicht erhöht wurde.
* Digitale Zahlungen: Die “Bedingungen für die Nutzung digitaler Zahlungsfunktionen” wurden aktualisiert. Sie gelten nun explizit auch für Kredit- und Prepaid-Karten – eine Reaktion auf den Trend zu mobilen Wallets und virtuellen Karten.
* Firmenkunden: Geschäftskunden zahlen nun neue Gebühren für Supportleistungen und die Einrichtung von Multibanking- oder Cash-Management-Systemen. Diese werden nach Aufwand berechnet.
* Depot-Anreize: Um Wertpapiersparen attraktiver zu machen, senkte Raiffeisen die Mindest-Courtage und vereinfachte die Tarifstruktur für Beträge über 100.000 Schweizer Franken. Depotgebühren für Jugendverwahrkonten entfallen komplett.
Zudem ersetzte die Bank ihr “surprize”-Bonusprogramm für Kreditkarten durch ein neues Cashback-Modell, das digitale Nutzer ansprechen soll.
Passend zum Thema digitale Wallets und Instant Payments: Viele Android-Nutzer übersehen einfache, aber wirkungsvolle Schutzmaßnahmen, die mobile Überweisungen und Banking-Apps sicher machen. Ein kostenloses Sicherheitspaket erklärt die fünf wichtigsten Schritte – von App-Berechtigungen über Updates und sichere PIN-/Biometrie-Einstellungen bis zur Absicherung von Zahlungs-Apps wie Wero oder PayPal. Ideal für alle, die P2P-Wallets oder Instant Payments nutzen und ihre Konten schützen wollen. Jetzt Android-Sicherheitspaket herunterladen
Postbank streicht Service, Commerzbank gewinnt Spielraum
In Deutschland bringt der Jahreswechsel vor allem operative Änderungen mit sich. Eine bedeutende Neuerung betrifft die Postbank: Seit heute können Bürgergeld-Empfänger ihre Zahlungsanweisungen nicht mehr in den Filialen auszahlen lassen.
Betroffene müssen nun auf standardisierte Überweisungen oder alternative Auszahlmethoden umsteigen. Dieser Schritt unterstreicht einen Branchentrend: Banken reduzieren manuelle Bargeld-Services, um Kosten zu senken und die Digitalisierung voranzutreiben.
Unterdessen startet die Commerzbank mit gestärkten regulatorischen Rahmenbedingungen ins neue Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte die bankinterne Kapitalanforderung (Pillar 2) um 0,1 Prozentpunkte auf 2,15 Prozent. Analysten sehen darin mehr Spielraum für Kreditvergabe und potenziell stabilere Konditionen im Wettbewerbsumfeld.
„Wero“-Wallet und EU-Sofortüberweisungen werden Standard
Über individuelle Bankbedingungen hinaus festigt der 1. Januar 2026 den Übergang zu neuen europäischen Zahlungsstandards. Die European Payments Initiative (EPI) mit ihrer Wallet-Lösung „Wero“ tritt in eine entscheidende Phase.
Nach ersten Einführungen 2024 und 2025 haben viele Sparkassen und Volksbanken Wero tief in ihre Apps integriert. Seit Ende 2025 können beispielsweise auch Minderjährige das Wallet für Überweisungen unter Freunden (P2P) nutzen – eine Funktion, die ab diesem Monat breite Anwendung finden dürfte.
Gleichzeitig erreicht die EU-Sofortüberweisungs-Verordnung einen Reifepunkt. Seit heute müssen große Zahlungsdienstleister in der Eurozone Sofortüberweisungen in Euro gebührenfrei empfangen können. Die Pflicht, sie auch kostengünstig zu versenden, folgt in Kürze. Kunden sollten ihre neuen Preislisten prüfen: Viele Banken haben separate „Instant Payment“-Gebühren gestrichen, um die EU-Vorgaben zu erfüllen.
Hybrid-Preise setzen sich durch – nächste Anpassungen schon in Sicht
Die heutigen Änderungen setzen eine Verschärfung der Konditionen fort, die bereits Ende 2024 sichtbar wurde. So passte etwa ING Deutschland ihre Bedingungen am 1. Dezember 2024 an und erhöhte das Mindesteinkommen für kostenlose Konten auf 1.000 Euro sowie die Debitkarten-Gebühren.
Branchenexperten erwarten, dass sich 2026 durch „Hybrid-Pricing“-Modelle auszeichnen wird. „Banken verbergen nicht länger, dass Bargeld und persönlicher Support Geld kosten“, heißt es in einer aktuellen Analyse. „Die neuen Bedingungen der Raiffeisen und die operativen Kürzungen der Postbank zeigen die Richtung: Digitaler Selbstservice ist die Basis, alles andere ist Premium.“
Die nächste Gebührenwelle rollt bereits an: Die Volksbank an der Niers hat weitere Anpassungen zum 1. Juli 2026 angekündigt. Kunden sollten daher heute ihren digitalen Posteingang auf übersehene „Preisaushang“-Mitteilungen aus der Feiertagszeit überprüfen.
PS: Wenn Sie regelmäßig mobile Wallets, P2P-Zahlungen oder Instant Payments nutzen, lohnt sich ein kurzer Sicherheits-Check auf Ihrem Android-Smartphone. Das kostenlose Sicherheitspaket liefert klare, bebilderte Anleitungen – Schritt für Schritt erklärt es, welche Einstellungen Sie sofort ändern sollten, wie Sie Zahlungs-Apps absichern und welche einfachen Verhaltensregeln Betrugsversuche verhindern. Schützen Sie Ihre Konten, bevor Gebühren und Serviceeinschnitte Sie zwingen, riskantere Alternativen zu nutzen. Gratis-Sicherheitspaket für Android sichern


