Banken, Erholung

Banken bremsen trotz Erholung Gewerbeimmobilien-Finanzierungen

22.01.2026 - 20:52:12

Deutsche Banken vergeben Kredite für Gewerbeimmobilien nur noch selektiv. Sie fokussieren sich auf Bestandsobjekte und Logistik, während alternative Kapitalgeber die Lücke füllen.

Banken halten sich bei der Finanzierung von Großprojekten weiter stark zurück. Trotz erster Anzeichen einer Erholung am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt vergeben sie Kredite nur selektiv und mit Vorsicht. Besonders Projektentwickler stehen vor großen Herausforderungen.

Markt stabilisiert sich – Banken bleiben vorsichtig

Experten sehen die Talsohle der Preiskorrekturen erreicht. Seit Mitte 2024 beobachten sie eine allmähliche Erholung. Gesunkene Leitzinsen der EZB verbessern das Investitionsklima leicht.

Doch diese positive Stimmung schlägt sich kaum auf dem Finanzierungsmarkt nieder. Banken agieren mit angezogener Handbremse. Sie konzentrieren sich auf risikoarme Assetklassen wie Logistik und Wohnen. Zudem dominieren Prolongationen – die Verlängerung bestehender Finanzierungen – das Neugeschäft. Diese sind für Kreditnehmer oft mit höheren Margen und zusätzlichen Eigenkapitalanforderungen verbunden.

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Regulatorik und Risikoangst bremsen Kredite

Die Zurückhaltung hat handfeste Gründe:
* Verschärfte Regulierung: Maßnahmen wie der österreichische “sektorale Systemrisikopuffer” erhöhen die Eigenkapitalanforderungen für Banken bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen.
* Hohe Risikobewertung: Die BaFin sieht im Gewerbeimmobiliensektor eine der größten Gefahren für die Stabilität der Banken. Die Preisrückgänge seit 2022 führten zu erheblichen Wertberichtigungen.
* Klumpenrisiko: Banken mit starkem Fokus auf Gewerbe können Verluste hier kaum durch andere Geschäftsfelder ausgleichen.

Folglich haben die Institute ihre Kreditvergabestandards massiv gestrafft. Die Risikoprüfung für gewerbliche Vorhaben ist heute deutlich komplexer.

Fokus verschiebt sich zu Bestand und KMU

Die Konsequenz: Finanzierungsaktivitäten verlagern sich spürbar. Großvolumige Projektentwicklungen haben es schwer. Im Fokus der Banken stehen jetzt:
* Bestandsobjekte mit solventen Mietern und stabilen Cashflows.
* KMU, die in eigene Immobilien investieren – sofern Geschäftsmodell und Bonität überzeugen.

Die Finanzierungskosten und Eigenkapitalanforderungen bleiben jedoch hoch. Experten gehen davon aus, dass diese gestiegenen Hürden auf absehbare Zeit bestehen bleiben.

Alternative Finanzierer springen in die Bresche

Die Lücke, die die Banken lassen, füllen zunehmend alternative Kapitalgeber. Kreditfonds und Versicherungen treten als Finanzierungspartner auf, besonders bei komplexeren Vorhaben.

Ihre Konditionen sind oft flexibler, was sich jedoch in höheren Zinsen niederschlägt. Interessant: Viele Anfragen an diese Anbieter kommen von den Banken selbst, die nach Partnern für gemeinsame Finanzierungen suchen.

Auch die Tokenisierung von Immobilien – die digitale Verbriefung von Ansprüchen – wird als mögliche Lösung diskutiert. Für Projektentwickler wird die Diversifizierung der Finanzierungsquellen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

@ boerse-global.de