BaFin, Welle

BaFin warnt vor Welle gefälschter Investment-Plattformen

16.01.2026 - 15:43:12

Die Finanzaufsicht veröffentlicht mehrere dringende Warnungen vor professionellen Fake-Plattformen, die seriöse Institute imitieren. Anleger sollten Anbieter stets in der offiziellen Datenbank prüfen.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin schlägt Alarm: Immer mehr Betrüger nutzen Identitätsdiebstahl, um Anleger über professionelle Fake-Websites um ihr Geld zu bringen. Innerhalb von 72 Stunden veröffentlichte die Behörde mehrere dringende Warnungen.

Frankfurt, 16. Januar 2026 – Die Flut an betrügerischen Online-Anlageplattformen reißt nicht ab. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat diese Woche eine Reihe dringender Verbraucherwarnungen herausgegeben. Im Fokus stehen gefälschte Investmentseiten, die durch Identitätsdiebstahl seriöse Finanzinstitute imitieren. Die Aufsicht identifizierte und setzte mehrere nicht autorisierte Websites auf ihre Schwarze Liste – ein klares Zeichen verschärfter Wachsamkeit.

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Neue Warnungen enthüllen dreistes Vorgehen

In schneller Folge deckte die BaFin diese Woche mehrere betrügerische Operationen auf. Am 15. Januar 2026 warnte die Behörde vor der Website parex-am(.)com. Sie biete mutmaßlich ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen an und sei ein Fall von Identitätsdiebstahl. Ebenfalls am Donnerstag folgte eine Warnung vor der Plattform ownmoodspace(.)com wegen ähnlich nicht genehmigter Aktivitäten auf Finanz- und Kryptomärkten.

Bereits am 13. Januar hatte die BaFin waltonmarketltd.com ins Visier genommen. Die Seite bietet Finanz-, Anlage- und Kryptodienstleistungen ohne Lizenz an. Die Aufsicht betonte, dass wahrscheinlich keine Verbindung zum legitimen britischen Unternehmen Walton Market Ltd. bestehe – ein klassischer Identitätsbetrug. Am selben Tag wurde auch vor deumarket(.)com gewarnt. Die Betreiber geben fälschlich eine Registrierung bei mehreren europäischen Aufsichtsbehörden an, darunter die zyprische CySEC. Dabei nutzen sie die Registrierungsnummer des seriösen Unternehmens FXPRO Financial Services Ltd. Die echte Firma hat laut BaFin keine Verbindung zur betrügerischen Website.

Die Methode ist stets ähnlich und alarmierend: Betrüger erstellen professionell wirkende Websites und Marketingmaterialien und kapern dabei die Identität etablierter, regulierter Finanzdienstleister. Für den durchschnittlichen Anleger wird es so immer schwieriger, seriöse Angebote von aufwendigen Betrugsversuchen zu unterscheiden.

So funktionieren die modernen Anlagebetrüger

Die Taktiken der Betrüger werden immer ausgefeilter. Der erste Kontakt zu potenziellen Opfern erfolgt häufig über soziale Medien oder verschlüsselte Messenger-Dienste wie WhatsApp und Telegram. Lockmittel sind oft exklusive Aktientipps oder Strategien mit angeblich hohen Renditen in privaten Gruppen.

Um Vertrauen aufzubauen, ermöglichen die Betreiber anfangs manchmal kleine Auszahlungen. Das erweckt den Eindruck einer profitablen und funktionierenden Plattform. Sobald jedoch größere Summen investiert sind, werden Auszahlungen blockiert. Die Opfer werden unter Druck gesetzt, weitere Einzahlungen zu tätigen, um an ihr Geld zu kommen – das sie mit großer Wahrscheinlichkeit nie wiedersehen. Die Nutzung ausländischer Bankkonten und Kryptowährungen für Transaktionen erschwert die Rückverfolgung und Geldrückholung erheblich.

Die BaFin betont immer wieder: Jedes Unternehmen, das in Deutschland Bank-, Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbietet, muss von ihr autorisiert sein. Die Aufsicht rät Anlegern dringend, die Berechtigung eines Anbieters vor jeder Überweisung in der offiziellen Unternehmensdatenbank der BaFin zu prüfen. Dieser einfache Schritt ist die wichtigste Verteidigungslinie gegen Betrug.

Hintergrund: Ein anhaltendes digitales Risiko

Die jüngste Häufung der Warnungen ist kein Einzelfall, sondern Teil eines anhaltenden Kampfes gegen Online-Finanzkriminalität in ganz Europa. Die professionelle Aufmachung der Fake-Websites, kombiniert mit aggressivem Social-Media-Marketing, stellt eine massive Bedrohung dar.

Die Täuschung durch Imitation seriöser Firmen ist eine besonders perfide Taktik. Sie untergräbt das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem. Wird der Name eines angesehenen Unternehmens für kriminelle Zwecke missbraucht, schadet das nicht nur den betrogenen Anlegern, sondern auch dem Ruf des legitimen Geschäfts. Experten zufolge hat die einfache Erstellung täuschend echter Websites die Einstiegshürde für Finanzkriminelle gesenkt – die Zahl der Betrugsfälle steigt.

Die grenzüberschreitende Natur dieser Operationen stellt Strafverfolgungsbehörden vor große Herausforderungen. Gelder werden oft schnell über mehrere Jurisdiktionen bewegt, was eine Rückholung komplex und meist unmöglich macht. Dies unterstreicht, wie wichtig Aufklärung und die eigene sorgfältige Prüfung durch Anleger sind.

Die Zukunft erfordert mehr Wachsamkeit

Angesichts dieser Entwicklung empfehlen BaFin und Bundeskriminalamt (BKA) Verbrauchern weiterhin äußerste Vorsicht bei Online-Investments. Anleger sollten gründlich recherchieren, unverlangten Angeboten mit ungewöhnlich hohen Renditen skeptisch gegenüberstehen und niemals persönliche oder finanzielle Daten preisgeben, ohne die Identität des Anbieters verifiziert zu haben.

Da Betrüger ihre Methoden ständig anpassen, dürften Aufsichtsbehörden wie die BaFin ihre Überwachung und öffentlichen Warnkampagnen noch intensivieren. Der Kampf gegen nicht autorisierte und betrügerische Anlageplattformen ist dynamisch und erfordert die ständige Wachsamkeit von Aufsehern und Anlegern gleichermaßen. Die Botschaft dieser Woche ist klar: Wenn eine Anlagechance zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist sie das meist auch. Anleger sollten Sicherheit über Spekulation stellen und sich stets auf verifizierte, autorisierte Kanäle für Finanztransaktionen verlassen.

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