BaFin warnt vor neuen Betrugsmaschen mit Festgeld-Angeboten
16.01.2026 - 00:16:12Die Finanzaufsicht BaFin schlägt Alarm: Immer mehr Betrüger locken Anleger nicht nur um ihr Geld, sondern stehlen auch persönliche Daten für Identitätsdiebstahl. Die aktuellen Warnungen zeigen eine neue Qualität der Kriminalität.
Doppelte Gefahr: Geldverlust und Identitätsdiebstahl
In dieser Woche hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zwei neue Warnungen vor betrügerischen Festgeld-Angeboten veröffentlicht. Die Maschen zielen nicht nur auf das Ersparte der Anleger ab, sondern auch auf deren persönliche Daten – mit langfristig verheerenden Folgen. Am 15. Januar warnte die Behörde vor der Website fidelity-ag(.)com, die ohne Erlaubnis Bankgeschäfte anbietet. Die Betreiber geben sich als das seriöse Schweizer Unternehmen Fidelity Treuhand und Verwaltungs AG aus und manipulieren sogar die Telefonnummer, sodass Anrufe scheinbar von der FIL Fondsbank GmbH stammen. Bereits am 13. Januar hatte die BaFin vor gefälschten E-Mails der Adresse angebot(at)raisin-mail(.)com gewarnt, die den bekannten Zinsvergleichsdienst Raisin imitieren. In beiden Fällen handelt es sich laut Aufsicht um Identitätsdiebstahl.
So funktionieren die modernen Betrugsmethoden
Die Methoden der Kriminellen sind raffinierter geworden. Statt unrealistisch hoher Renditen locken sie mit scheinbar plausiblen, konkurrenzfähigen Zinsen. Der Kern des Betrugs liegt in der täuschend echten Nachahmung etablierter Finanzinstitute. Die “Fidelity”-Betrüger bauen eine professionelle Online-Präsenz auf, versenden Angebote per E-Mail und nutzen “Caller ID Spoofing” – die Manipulation der Anruferkennung. So entsteht bei den Opfern der trügerische Eindruck, mit einem vertrauenswürdigen Partner zu verhandeln.
Viele Angriffe beginnen mit gut gemachten E-Mails oder gefälschten Anrufen — der IBAN-Trick und CEO-Fraud führen häufig zu hohen Verlusten. Wer sofort weiß, wie man Phishing erkennt und Überweisungsbetrug stoppt, kann finanzielle und personenbezogene Schäden verhindern. Das kostenlose Anti-Phishing-Paket bietet eine praxisnahe 4‑Schritte-Anleitung, erklärt die psychologischen Tricks der Täter und liefert konkrete Prüflisten für Anleger und Bankkunden. So erkennen Sie gefälschte Seiten schon vor der Eingabe sensibler Daten. Jetzt Anti-Phishing-Paket herunterladen
Die “raisin-mail”-Masche nutzt die Bekanntheit einer etablierten Plattform. Die Täter führen potenzielle Opfer durch einen vermeintlich seriösen Antragsprozess. Am Ende soll das Geld jedoch auf ein ausländisches Konto überwiesen werden, das die Betrüger kontrollieren. Oft kommt dabei der “IBAN-Trick” zum Einsatz: Die angegebenen Kontodaten gehören weder dem Anleger noch der beworbenen Partnerbank.
Die langfristige Falle: Gestohlene Identitäten
Die größte Sorge der BaFin gilt dem Identitätsdiebstahl. Für die Eröffnung eines Festgeldkontos müssen Anleger eine Fülle sensibler Daten preisgeben: Vollständiger Name, Adresse, Geburtsdatum und Kopien von Ausweisdokumenten wie Reisepass oder Personalausweis.
In den Händen von Kriminellen wird diese Information zur Waffe. Sie können damit weitere Bankkonten eröffnen, Kredite beantragen, Kreditkarten bestellen oder teure Einkäufe auf den Namen des Opfers tätigen. Die Folgen sind oft verheerend: langfristige Schäden in der Schufa-Auskunft und ein mühsamer Prozess, den eigenen Namen wieder “sauber” zu bekommen. Viele Betroffene merken erst etwas, wenn Rechnungen für nie bestellte Leistungen eintreffen oder Inkassobüros schreiben. Die Gefahr geht also weit über den einmaligen Geldverlust hinaus.
So erkennen und vermeiden Sie Betrugsangebote
Angesichts der anhaltenden Bedrohung raten BaFin und Polizeibehörden zu äußerster Vorsicht bei Online-Investitionen. Diese Warnsignale sollten Anleger hellhörig machen:
- Unerbetene Kontaktaufnahme: Seien Sie skeptisch bei Angeboten aus spontanen E-Mails oder Social-Media-Werbung.
- Ungeprüfte Anbieter: Überprüfen Sie jedes Unternehmen im offiziellen Unternehmensregister der BaFin. Fehlt der Eintrag, ist das ein klarer Warnhinweis.
- Druck zur schnellen Entscheidung: Betrüger erzeugen oft künstliche Dringlichkeit, um gründliche Recherchen zu verhindern.
- Unübliche Kommunikationswege: Seriöse Banken nutzen standardisierte, sichere Kanäle. Kontakt über Messenger oder private E-Mail-Domains ist verdächtig.
- Lückenhafte Legitimationsprüfung: Echte Banken setzen auf sichere Verfahren wie Video-Ident oder Post-Ident. Betrüger umgehen diese oder nutzen sie, um im Namen des Opfers weitere Konten zu eröffnen.
- Ausländische IBAN für deutsche Anlagen: Eine angebliche deutsche Bank, die Überweisungen auf ein Konto im Ausland verlangt, ist höchst verdächtig.
Eine sich ständig wandelnde Bedrohung
Die aktuellen Warnungen sind Teil einer kontinuierlichen Serie von Hinweisen der Finanzaufsicht. Die Täter passen ihre Methoden ständig an und werden immer überzeugender. Die Imitation echter, regulierter Unternehmen ist zur Standardtaktik geworden, um das Vertrauen der Verbraucher in bekannte Marken auszunutzen.
Die Faustregel der Behörden bleibt: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch. Wer den Verdacht hat, auf Betrüger hereingefallen zu sein, sollte jeden Kontakt sofort abbrechen, seine Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.
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