BaFin skizziert digitale Aufsichtsagenda für 2026
03.02.2026 - 23:52:12Deutschlands Finanzaufsicht setzt auf digitale Kommunikation und warnt vor zentralen Risiken für Banken. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank laden diese Woche zu ihrer zentralen digitalen Aufsichtskonferenz ein. Am Donnerstag, den 5. Februar, erläutern sie live im Netz die größten Gefahren für den Bankensektor in diesem Jahr.
Die 90-minütige, frei zugängliche Online-Veranstaltung ohne Anmeldepflicht unterstreicht den digitalen Kurs der Behörden. Im Fokus stehen die aus Sicht der Aufseher relevantesten Risiken und die daraus folgenden Schwerpunkte ihrer Arbeit. Zudem soll es ein Update zur aktuellen Debatte um mögliche Vereinfachungen im Finanzrecht geben. Für Banken und Finanzdienstleister ist der Termin ein wegweisender Indikator für die Aufsichtserwartungen der kommenden Monate.
Digitaler Dialog als neue Normalität
Die vollständig digitale Ausrichtung der Jahreskonferenz spiegelt einen strategischen Wandel wider. Der Livestream ermöglicht eine breite, effiziente Teilnahme von Stakeholdern im ganzen Land. Diese Form der direkten Kommunikation hat sich für BaFin und Bundesbank etabliert. Eine Aufzeichnung steht eine Woche lang zur Verfügung, um die Botschaften flächendeckend zu verbreiten.
Diese digital-first-Strategie passt zu den Megatrends, die die Aufsicht selbst im Finanzsektor beobachtet. Indem sie Technologie für ihre Kernkommunikation nutzt, spiegelt die Behörde die Entwicklung wider, die sie beaufsichtigen soll – und fördert einen zugänglicheren Dialog.
Viele Finanzinstitute unterschätzen die operative Gefahr durch Cyberangriffe. BaFin und Bundesbank nennen IT‑Resilienz als zentrales Aufsichtsziel — doch oft fehlen konkrete Schutzmaßnahmen im Alltag. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, welche technischen und organisatorischen Schritte Banken jetzt priorisieren sollten, um Datenabflüsse zu verhindern und Prüfungen zu bestehen. Mit Checklisten und umsetzbaren Maßnahmen speziell für Finanzdienstleister. Gratis Cyber-Security-Guide für Unternehmen herunterladen
Fokus auf Gewerbeimmobilien und Marktturbulenzen
Die Konferenz wird voraussichtlich stark auf dem kürzlich veröffentlichten BaFin-Bericht „Risiken im Fokus 2026“ aufbauen. Von den sechs zentralen Risikofeldern ragen zwei besonders heraus: die Gefahr signifikanter Korrekturen an internationalen Finanzmärkten und die anhaltende Krise im Gewerbeimmobilien-Sektor (CRE).
Experten erwarten, dass die Aufseher die Schwachstellen im CRE-Markt detailliert erläutern. Dieser leidet weiter unter Bewertungsdruck – besonders Büroimmobilien durch Homeoffice-Trends und Einzelhandelsflächen durch den E-Commerce. Daten zeigen deutliche Preisrückgänge für Büroimmobilien zwischen 2022 und 2025; auch Einzelhandelsimmobilien verloren erheblich an Wert. Der Anteil notleidender Kredite in diesem Segment bei bedeutenden deutschen Instituten bereitet den Aufsichtsbehörden zunehmend Sorgen. Die Konferenz wird klare Erwartungen an Risikovorsorge und Management dieser Engagements adressieren.
Geopolitische und cyber Risiken im Visier
Über marktspezifische Gefahren hinaus wird die Veranstaltung die übergreifenden Treiber thematisieren: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Unsicherheit. BaFin-Präsident Mark Branson betonte kürzlich, dass die Kombination aus geopolitischen Konflikten und wachsendem Protektionismus fast alle Finanzrisikokategorien beeinflusse. Er sprach von einem möglichen „Stresstest“ für die Stabilität des Finanzsystems – eine Einschätzung, die im Vortrag wiederkehren dürfte.
Ein Schlüsselelement ist dabei die operative Widerstandsfähigkeit, besonders gegen Cyber-Bedrohungen. Die Stärkung der IT- und Cybersicherheit von Marktteilnehmern ist ein Kernziel der BaFin-Strategie für 2026-2029. Die Aufseher beobachten zudem Risiken aus der Digitalisierung der Finanzwelt, wie den Aufstieg von „Buy now, pay later“-Diensten und die Entwicklung des Krypto-Marktes.
Konkrete Folgen für die Institute erwartet
Die Jahreskonferenz dient als entscheidende Roadmap für Deutschlands Finanzinstitute. Die zentralen Themen aus dem Risikobericht – von angespannten Immobilienmärkten bis zur Cyber-Gefahr – werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in konkrete aufsichtliche Maßnahmen münden.
Nach der Veranstaltung können die Institute verstärkte Prüfschwerpunkte erwarten. Dazu zählen gezielte Vor-Ort-Prüfungen, vertiefte Datenanfragen und Überprüfungen des Risikomanagements in den identifizierten Hochrisikobereichen. Die Diskussion um regulatorische Vereinfachungen wird ebenfalls aufmerksam verfolgt, sucht die Branche doch in einem komplexen Umfeld nach Effizienz. Die Konferenz am 5. Februar setzt damit die Agenda für einen deutschen Bankensektor, der sich in einer Phase erheblicher wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit bewegt.
PS: Cyber‑Risiken wurden in der Konferenz als Top‑Gefahr benannt — sind Ihre Systeme wirklich vorbereitet? Der kostenlose Leitfaden liefert eine klare Prioritätenliste für IT‑Sicherheit, praxiserprobte Gegenmaßnahmen und Compliance‑Checks, mit denen Institute ihre operative Widerstandsfähigkeit kurzfristig verbessern können. Ideal für Vorstände, IT‑Leiter und Compliance‑Teams, die jetzt handeln müssen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Leitfaden sichern


