Axiata, Group

Axiata Group Bhd: Telekom-Riese im Umbau – was Anleger jetzt über die Aktie wissen müssen

10.01.2026 - 05:45:04

Die malaysische Telekom-Holding Axiata befindet sich mitten im strategischen Umbau. Die Aktie hinkt dem Markt hinterher, doch Analysten sehen Chancen. Ein Blick auf Kennzahlen, Katalysatoren und Risiken.

Die Stimmung rund um Axiata Group Bhd ist gespalten: Während sich die Fundamentaldaten des Telekomkonzerns aus Südostasien allmählich stabilisieren und die Schuldenlast gesenkt wird, bleibt die Börse bislang skeptisch. Die Aktie notiert deutlich unter früheren Hochs, schwankt in einer engen Handelsspanne und spiegelt damit ein abwartendes Sentiment wider. Für langfristig orientierte Anleger stellt sich die Frage, ob der Markt die Fortschritte der Gruppe unterschätzt – oder ob strukturelle Risiken im Telekom- und Turmgeschäft den Kurs noch länger bremsen.

Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario

Wer vor rund einem Jahr bei Axiata eingestiegen ist, braucht derzeit starke Nerven. Nach Daten von Yahoo Finance und Reuters lag der Schlusskurs der Axiata-Aktie an der Börse Kuala Lumpur vor etwa zwölf Monaten bei rund 2,65 Malaysischen Ringgit (MYR). Der jüngste verfügbare Schlusskurs, den beide Datenanbieter übereinstimmend ausweisen, liegt bei etwa 2,55 MYR je Aktie (Angaben jeweils auf Basis der letzten offiziellen Schlussauktion). Das entspricht einem Rückgang von rund 3,8 Prozent innerhalb eines Jahres – trotz zwischenzeitlich deutlich höherer Notierungen.

Im 52?Wochen?Vergleich notierte Axiata laut Kursübersichten von Bursa Malaysia, Yahoo Finance und Bloomberg in einer Spanne von ungefähr 2,40 MYR auf der Unterseite bis rund 3,15 MYR auf der Oberseite. Der aktuelle Kurs bewegt sich damit eher im unteren Mittelfeld dieser Bandbreite. Für Anleger, die auf eine Erholung nach der strategischen Neuausrichtung gesetzt hatten, ist das Ergebnis ernüchternd: Der Titel hat sich in den vergangenen zwölf Monaten allenfalls seitwärts bis leicht abwärts entwickelt – und blieb damit hinter vielen regionalen Telekomwerten zurück.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

Jüngste Kursimpulse kamen vor allem aus zwei Richtungen: zum einen aus der fortgesetzten Portfolio-Bereinigung, zum anderen aus den Aktivitäten der Beteiligung edotco im Turmgeschäft. Vor wenigen Tagen berichteten Nachrichtenagenturen wie Reuters und lokale Medien, dass Axiata seine Strategie bekräftigt hat, sich stärker auf Kernmärkte zu konzentrieren und Randaktivitäten zu veräußern. Bereits zuvor hatte der Konzern Beteiligungen in Südasien reduziert, um Bilanzkennzahlen zu stärken und die Netto-Verschuldung zurückzuführen. Marktbeobachter werten diese Schritte als notwendig, um die Kapitalstruktur robuster zu machen und Freiräume für Investitionen in 5G, Glasfaser und Digitalisierung zu schaffen.

Parallel dazu rückte erneut die Turmtochter edotco ins Rampenlicht. Das Unternehmen gilt als wichtiger Werttreiber innerhalb des Konzerns, da Funkturm-Assets in vielen Schwellenländern weiterhin attraktive Margen bieten. Medienberichte aus der Region verweisen darauf, dass edotco auch in einem anspruchsvollen Zinsumfeld weiter ausbaut – sowohl organisch als auch über Akquisitionen ausgewählter Turmportfolios. Für Axiata ist dies strategisch bedeutsam: Eine mögliche Teilveräußerung, strategische Partnerschaften oder ein späterer Börsengang von edotco könnten erhebliche Mittel freisetzen und den Konzernwert sichtbar machen. Konkrete neue Transaktionen sind in den vergangenen Tagen allerdings nicht vermeldet worden; der Markt wartet daher auf den nächsten klaren Katalysator.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Analystenhäuser bleiben gegenüber Axiata überwiegend konstruktiv, wenn auch nicht euphorisch. Nach Erhebungen von Finanzportalen wie Refinitiv, Bloomberg und lokalen Research-Anbietern liegt das Konsensvotum aktuell im Bereich zwischen "Halten" und "Kaufen", mit einer leichten Tendenz zugunsten positiver Empfehlungen. Große internationale Adressen wie JPMorgan, UBS oder HSBC betrachten Axiata als einen potenziellen Profiteur der fortschreitenden Konsolidierung im Telekomsektor Südostasiens, weisen aber wiederholt auf makroökonomische Risiken und Währungsvolatilität hin.

Die in den vergangenen Wochen aktualisierten Kursziele großer Brokerhäuser liegen – soweit verfügbar – überwiegend oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Mehrere Häuser im malaysischen Marktumfeld nennen Zielspannen, die grob zwischen 3,00 und 3,40 MYR je Aktie liegen. Damit sehen sie ein zweistelliges Aufwärtspotenzial gegenüber dem letzten Schlusskurs. International tätige Banken argumentieren, dass die Bewertung gemessen am Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA im Branchenvergleich moderat bis attraktiv sei, sofern es Axiata gelingt, die Profitabilität in wichtigen Märkten wie Malaysia, Indonesien und Bangladesch weiter zu steigern. Gleichzeitig mahnen Analysten jedoch an, dass Integrationskosten, regulatorische Eingriffe und steigende Finanzierungskosten das Erreichen dieser Ziele verzögern oder abschwächen könnten.

Ausblick und Strategie

Für die kommenden Monate steht Axiata vor einem strategischen Balanceakt. Auf der einen Seite muss der Konzern hohe Investitionen in Netze und Technologie schultern: Der Ausbau von 4G- und 5G-Infrastruktur, die Verdichtung von Glasfaseranschlüssen sowie steigende Anforderungen an Netzqualität und Datensicherheit erfordern erhebliche Kapitalaufwendungen. Auf der anderen Seite wächst der Druck der Kapitalmärkte, die Verschuldung weiter zu reduzieren, Dividenden verlässlich zu zahlen und die Profitabilität zu erhöhen. Diese Zielkonflikte ziehen sich wie ein roter Faden durch die jüngsten Analystenkommentare.

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Fokussierung auf Kernregionen mit auskömmlichen Margen und Wachstumsperspektiven. Dazu zählen insbesondere Malaysia und ausgewählte Märkte in Süd- und Südostasien, in denen Axiata über etablierte Mobilfunk- und Digitaldienstleistungen verfügt. Durch den Rückzug aus weniger rentablen Engagements und die Straffung des Portfolios soll die Kapitalallokation effizienter und der Konzern aus Investorensicht berechenbarer werden. Gelingt es Axiata, diesen Kurs konsequent fortzusetzen, könnte sich das Bewertungsniveau mittelfristig an Konkurrenten angleichen, die bereits einen stärkeren Fokus und klarere Cashflow-Profile vorweisen.

Hinzu kommt der strukturelle Rückenwind durch den weiter zunehmenden Datenverbrauch in den Schwellenländern Asiens. Steigende Smartphone-Durchdringung, der Boom von Video-Streaming, Gaming und Cloud-Diensten sowie die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung sorgen dafür, dass der Bedarf an Bandbreite und zuverlässiger Konnektivität weiter wächst. Axiata versucht, diesen Trend nicht nur als reine Infrastrukturplattform zu bedienen, sondern auch durch digitale Zusatzdienste, Fintech-Angebote und Unternehmenslösungen zusätzliche Erlösquellen zu erschließen. Ob diese Wachstumsfelder in den kommenden Jahren einen spürbaren Beitrag zum Konzernergebnis leisten, wird entscheidend dafür sein, ob sich die Aktie vom Image eines rein defensiven Telekomwertes lösen kann.

Für Anleger bedeutet dies: Axiata bleibt ein Titel für Investoren mit längerem Atem und einer erhöhten Bereitschaft, Schwankungen in Schwellenländern auszuhalten. Die Aktie bietet Exponierung gegenüber strukturellem Wachstum im asiatischen Telekomsektor, ist derzeit aber von einer klaren Aufwärtsdynamik noch entfernt. Wer bereits investiert ist, dürfte die nächste Phase der Portfolioanpassung, mögliche Schritte rund um die Turmtochter edotco und die weitere Schuldenentwicklung genau beobachten. Neueinsteiger sollten sorgfältig abwägen, ob das von Analysten attestierte Kurspotenzial und eine im regionalen Vergleich moderate Bewertung den Mix aus Währungs- und Regulierungssrisiken ausreichend kompensieren. Eines ist jedoch klar: Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Axiata den Übergang vom breit aufgestellten Konglomerat zum fokussierten, cashflow-starken Telekom- und Infrastrukturplayer überzeugend meistert – oder ob der Markt seine Zurückhaltung noch länger beibehält.

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