Autogenes, Training

Autogenes Training erlebt Renaissance gegen Stress

03.02.2026 - 07:42:12

Die wissenschaftlich belegte Entspannungstechnik aus den 1920er Jahren erlebt eine Renaissance. Sie hilft bei Schlafstörungen, Migräne und innerer Unruhe und wird heute durch Apps und Online-Kurse alltagstauglich.

Das fast hundert Jahre alte Entspannungsverfahren gewinnt in der reizüberfluteten Gegenwart neue Bedeutung. Immer mehr Menschen suchen nach wirksamen Methoden, um dem Alltagsstress zu begegnen.

So funktioniert die mentale Entspannungstechnik

Das vom Psychiater Johannes Heinrich Schultz in den 1920ern entwickelte Verfahren basiert auf Autosuggestion. Durch gedankliche Konzentration auf bestimmte Formeln wie „Mein Arm ist ganz schwer“ soll eine direkte körperliche Entspannungsreaktion ausgelöst werden. Das Ziel: Das vegetative Nervensystem wird beruhigt.

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Regelmäßiges Üben trainiert die Fähigkeit, schneller vom Anspannungs- in den Entspannungsmodus zu wechseln.

Wissenschaftlich belegte Wirkung bei vielfältigen Beschwerden

Studien belegen die Effekte der Methode bei einer Reihe stressbedingter Probleme:
* Schlafstörungen und nervöse Unruhe
* Kopfschmerzen und Migräne
* Magen-Darm-Beschwerden

Die Technik aktiviert den Parasympathikus – den „Ruhenerv“ des Körpers. Die Folge sind eine verlangsamte Herz- und Atemfrequenz sowie geweitete Blutgefäße. Diese physiologischen Veränderungen fördern die Regeneration und erhöhen die Stresstoleranz.

So gelingt der Einstieg in die Selbsthypnose

Anfänger sollten die Technik unter Anleitung lernen. Die sechs Grundübungen werden systematisch in Kursen vermittelt, die oft von Volkshochschulen, Krankenkassen oder zertifizierten Trainern angeboten werden. Viele gesetzliche Kassen bezuschussen diese präventiven Maßnahmen.

Für die Praxis zu Hause stehen zahlreiche Audio-Anleitungen und Apps zur Verfügung. Geübt wird typischerweise im Liegen oder in der entspannten „Droschkenkutscherhaltung“.

Ein mentaler Ansatz im Vergleich zu anderen Methoden

Anders als die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, bei der aktiv Muskeln angespannt werden, arbeitet das Autogene Training rein gedanklich. Dieser nach innen gerichtete Ansatz eignet sich besonders für Menschen, die einen ruhigen Zugang suchen.

In der modernen Psychotherapie findet das Verfahren begleitend Anwendung – etwa bei der Behandlung von Angststörungen, leichten Depressionen oder Burnout. Die Fähigkeit, sich selbstständig in einen Ruhezustand zu versetzen, stärkt die psychische Resilienz.

Digitale Tools machen die Methode alltagstauglich

Online-Kurse und mobile Apps machen das Autogene Training heute zugänglicher denn je und erleichtern die Integration in den hektischen Alltag. Seine einfache Erlernbarkeit und die ortsunabhängige Anwendung sichern dem zeitlosen Verfahren auch in Zukunft einen festen Platz im Werkzeugkasten gegen Stress.

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