Autobahn GmbH: Warnstreik legt bundesweit Verkehrsknoten lahm
20.01.2026 - 22:01:11Tausende Beschäftigte der Autobahn GmbH streiken für höhere Löhne und bringen den Verkehr an Brücken und Tunneln ins Stocken. Die Gewerkschaften erhöhen vor der zweiten Verhandlungsrunde den Druck.
Der bundesweite Warnstreik bei der Autobahn GmbH hat heute zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Rund 14.000 Mitarbeiter legten die Arbeit nieder, um für ihre Forderungen nach sieben Prozent mehr Lohn zu demonstrieren. Die Gewerkschaften ver.di und der dbb beamtenbund kritisierten das Ausbleiben eines ernsthaften Angebots der Arbeitgeberseite nach der ersten Verhandlungsrunde Anfang Januar.
Verkehrschaos durch geschlossene Tunnel und Brücken
Die Auswirkungen des Streiks waren im ganzen Land spürbar. Besonders betroffen war Nordrhein-Westphalen, wo am Nachmittag 28 Staatstunnel unter dem Streik litten. In Hamburg musste der wichtige Elbtunnel auf der A7 mit reduzierter Kapazität betrieben werden. In Niedersachsen wurden mehrere Brücken und Tunnel komplett geschlossen, was zu langen Staus führte.
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Um die grundlegende Verkehrssicherheit zu gewährleisten, hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften Notdienstvereinbarungen getroffen. Die Autobahn GmbH betonte, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Dennoch blieben die Behinderungen für Pendler und Reisende erheblich.
Sieben Prozent mehr Lohn: Die Forderungen im Detail
Im Zentrum des Tarifkonflikts steht die Forderung nach einer siebenprozentigen monatlichen Gehaltserhöhung, mindestens jedoch 300 Euro mehr. Diese Untergrenze soll besonders den Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen zugutekommen. Die Gewerkschaften argumentieren, dass die anspruchsvolle Arbeit im Winterdienst, bei der Instandhaltung und im Verkehrsmanagement endlich angemessen honoriert werden müsse.
Ein weiterer Zankapfel ist das Bestreben der Arbeitgeber, die Bezahlung von der Orientierung am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zu lösen. Für die Gewerkschaften ist dies eine inakzeptable Schlechterstellung. „Die Straße ist Verkehrsträger Nummer eins“, sagte ver.di-Vize Christine Behle. Die Tausenden, die sie instand halten, verdienten mehr Respekt und Geld.
Investitionen in Personal statt nur in Asphalt
Die Gewerkschaften üben scharfe Kritik an der Haltung der Bundesregierung als Eigentümerin der Autobahn GmbH. „Es passt nicht zusammen, dass Milliarden in Infrastruktur fließen, aber nicht in die Menschen, die sie erhalten“, so dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing. Ohne motivierte Mitarbeiter seien auch die großen Bauprojekte zum Scheitern verurteilt.
Thomas Plasczyk von der im dbb organisierten VDStra brachte es auf den Punkt: „Investitionen müssen in die Menschen fließen, die das Land mobil halten, nicht nur in Beton und Asphalt.“ Die Beschäftigten sähen sich als systemrelevant an – eine Anerkennung, die sich im Geldbeutel widerspiegeln müsse.
Die Autobahn GmbH bedauerte ihrerseits, dass die erste Verhandlungsrunde am 8. Januar vorzeitig von den Gewerkschaften beendet worden sei, bevor die Vorschläge der Arbeitgeber substanziell diskutiert werden konnten. Man strebe attraktive und verantwortbare Lösungen an, die die Leistung der Mitarbeiter würdigten.
Alles steht und fällt mit der nächsten Verhandlungsrunde
Mit dem Ende der Warnstreiks am Abend richtet sich der Blick nun auf den 6. Februar. An diesem Tag soll die zweite Verhandlungsrunde stattfinden. Die Gewerkschaften haben mit dem heutigen Tag klar gemacht, dass sie ein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot erwarten.
Der bundesweite Aktionstag war eine deutliche Machtdemonstration. Ob der Druck ausreicht, um die Blockade in den Verhandlungen zu lösen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sollte keine Einigung erzielt werden, müssen sich Autofahrer auf weitere Arbeitsniederlegungen einstellen – und auf noch mehr Staus auf Deutschlands Lebensadern.
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