Autobahn, Tarifverhandlungen

Autobahn GmbH startet Tarifverhandlungen unter Druck

08.01.2026 - 06:26:11

Die Tarifrunde 2026 für Bund, Länder und Autobahn GmbH beginnt mit klaren Lohnforderungen und Protesten. Ein Gerichtsurteil stärkt Personalräte bei der Umsetzung neuer Entgelttabellen.

Der öffentliche Dienst in Deutschland steht vor einem entscheidenden Jahr. Während am Donnerstag die Tarifverhandlungen für die bundeseigene Autobahn GmbH starteten, demonstrierten Beschäftigte der Länder für höhere Löhne. Gleichzeitig feiert ein wegweisendes Gerichtsurteil zur Mitbestimmung der Personalräte seinen ersten Jahrestag – ein Dreiklang, der den Arbeitskampf im Staat neu definiert.

Verhandlungsstart mit klarer Botschaft

Am 8. Januar begannen in Berlin die ersten Tarifgespräche für rund 13.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH. Die Gewerkschaft ver.di tritt mit klaren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und höherer Entlohnung an. „Ob Winterdienst, Einsatz bei Unfällen oder Brückenwartung – das Engagement der Kolleginnen und Kollegen ist systemrelevant für die Mobilität in Deutschland“, betonte Norbert Klein, stellvertretender ver.di-Bundesgruppenvorsitzender, vor Beginn der Verhandlungen. Die nächsten Runden sind für den 6. Februar sowie den 25. und 26. Februar 2026 angesetzt.

Diese Verhandlungen laufen parallel zu den großen Tarifrunden für Bund und Kommunen (TVöD) sowie den Ländern (TV-L). Sie gelten als wichtiger Stimmungsindikator für den gesamten Bundesbereich.

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TV-L: Länder-Beschäftigte fordern 7 Prozent mehr

Unterdessen verschärft sich der Ton in der Tarifrunde der Länder. Bereits am 6. Januar gingen Tausende Beschäftigte in Kiel und am Kloster Seeon in Bayern auf die Straße. Die Gewerkschaften dbb und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordern eine Lohnerhöhung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat.

In Kiel bildeten Demonstranten eine Menschenkette zwischen Finanzministerium und Staatskanzlei. „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen“, erklärte dbb-Landesvorsitzender Kai Tellkamp. Die Forderung nach einer Übertragung der Tarifergebnisse auf die Beamtenschaft bleibt ein zentraler Streitpunkt, wie die Proteste am CSU-Klausurtreff in Bayern zeigten.

Gerichtsurteil stärkt Personalräte nachhaltig

Genau vor einem Jahr, am 8. Januar 2025, stärkte das Bundesverwaltungsgericht die Rechte der Personalräte entscheidend. Das Gericht urteilte, dass der Personalrat auch dann ein Mitbestimmungsrecht hat, wenn der Arbeitgeber einen Antrag auf Höhergruppierung ablehnt. Dies gab den Personalvertretungen ein wirksames Werkzeug an die Hand, um für eine korrekte tarifliche Einstufung der Beschäftigten zu sorgen.

Dieses Urteil gewinnt gerade jetzt an Bedeutung. Mit der für Mai 2026 geplanten Einführung neuer Entgelttabellen im TVöD können Personalräte die Umsetzung kritisch begleiten und so sicherstellen, dass die vereinbarten Verbesserungen bei den Beschäftigten ankommen.

Kampf um die Zukunft des öffentlichen Sektors

Im Hintergrund drängen demografische Probleme: Mehr als ein Viertel der Belegschaft im öffentlichen Dienst wird in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Der Fachkräftemangel verschärft den Druck auf die Arbeitgeber, attraktive Bedingungen zu schaffen. Die Tarifrunde 2026 ist daher mehr als ein Lohnstreit – es ist ein Kampf um die Zukunftsfähigkeit des Staates als Arbeitgeber.

Die gleichzeitigen Forderungen nach einem festen Euro-Betrag neben prozentualen Erhöhungen zielen gezielt auf die unteren und mittleren Einkommensgruppen. Diese sind von der Inflation der vergangenen Jahre besonders betroffen.

Was kommt jetzt auf Deutschland zu?

Der Kalender ist voll: Nach dem Start der Autobahn-Gespräche folgen weitere TV-L-Verhandlungsrunden am 15. und 16. Januar sowie Mitte Februar. Die Gewerkschaften kündigten bereits „aktive Mittagspausen“ und regionale Warnstreiks an.

Können Bund, Länder und die Autobahn GmbH angesichts des massiven Personalmangels eine Eskalation verhindern? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der öffentliche Dienst seinen eigenen Wert in Euro und Cent übersetzen kann.

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