Australien löscht 4,7 Millionen Social-Media-Konten von Minderjährigen
16.01.2026 - 20:13:12
Australien hat in nur einem Monat über 4,7 Millionen Konten von unter 16-Jährigen gelöscht. Die beispiellose Aktion folgt einem strengen neuen Jugendschutzgesetz und markiert einen Wendepunkt im globalen Kampf um die digitale Kindheit.
Seit dem 10. Dezember 2025 gilt in Australien eines der härtesten Gesetze weltweit: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen keine eigenen Konten auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook mehr haben. Die jetzt veröffentlichten Zahlen übertreffen alle Erwartungen. Premierminister Anthony Albanese spricht von einem vollen Erfolg, um Kindern ihre Kindheit zurückzugeben. Den Tech-Konzernen drohen bei Verstößen Strafen von bis zu 28,5 Millionen Euro. Doch nicht alle spielen mit – die Plattform Reddit hat bereits Klage eingereicht.
USA und Europa ziehen die Zügel an
Der australische Vorstoß ist kein Einzelfall. Auch in den USA werden die Regeln strenger. Im Bundesstaat Florida dürfen Kinder unter 14 Jahren seit Januar 2025 gar keine Social-Media-Konten mehr besitzen. Jugendliche zwischen 14 und 15 brauchen die ausdrückliche Zustimmung ihrer Eltern. Verstöße können die Unternehmen bis zu 50.000 US-Dollar pro Fall kosten.
In Europa setzt man auf den Digital Services Act (DSA). Dieser verbietet personalisierte Werbung für Kinder und zwingt große Plattformen, ihre Dienste „sicher durch Design“ anzubieten. Das bedeutet: Standardeinstellungen für Minderjährige müssen höchste Privatsphäre garantieren, etwa durch deaktivierte Standortdaten.
KI-gestützte Altersprüfungen wie Gesichtsaltersschätzung bergen erhebliche rechtliche Risiken – besonders seit Inkrafttreten der EU-KI-Verordnung und des DSA. Wer Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen oder notwendige Dokumentationen übersieht, riskiert hohe Sanktionen und Prüfungen durch Aufsichtsbehörden. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung erklärt praxisnah, wie Sie KI-Systeme zur Altersverifikation korrekt klassifizieren, dokumentieren und rechtssicher betreiben – inklusive Checklisten, Fristen und Praxisbeispielen für Entwickler, Plattformbetreiber und Datenschutzverantwortliche. KI-Verordnung-Leitfaden jetzt downloaden
Die große Hürde: Wie verifiziert man das Alter?
Die neuen Gesetze stellen die Tech-Giganten vor ein zentrales Problem: die zuverlässige Alterskontrolle. Die simple Selbstauskunft der Nutzer reicht nicht mehr aus. Jetzt sind robuste Methoden gefragt.
- Dokumentenprüfung per Ausweis
- KI-gestützte Gesichtsaltersschätzung
- Analyse von Profil- und Verhaltensdaten
TikTok hat bereits angekündigt, unter EU-Druck neue Erkennungssysteme einzuführen. Datenschützer schlagen jedoch Alarm: Solche Methoden könnten riesige Datenbanken mit biometrischen Informationen schaffen – ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle.
Das Ende der freiwilligen Selbstkontrolle
Die Entwicklungen in Australien, den USA und Europa signalisieren eine neue Ära. Die Frage ist nicht mehr, ob der Staat eingreifen soll, sondern wie. Weitere Länder dürften folgen, wenn sich die radikalen Modelle als wirksam erweisen.
In Deutschland arbeitet derweil eine Expertenkommission an Vorschlägen für einen schärferen digitalen Jugendschutz, die im Herbst 2026 vorliegen sollen. Die laufenden Gerichtsverfahren, wie die Klage von Reddit, werden zeigen, wie weit die staatlichen Befugnisse reichen dürfen. Eines steht fest: Die Zeit, in der Meta, TikTok & Co. die Spielregeln selbst diktieren konnten, ist vorbei.
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