Audi-Wahlkampf, Betriebsrat

Audi-Wahlkampf: Betriebsrat kämpft um Jobs und Zukunft

16.01.2026 - 11:43:12

Die IG Metall startet ihre Kampagne für die Betriebsratswahl bei Audi. Im Fokus steht die Umsetzung der Zukunftsvereinbarung mit Stellenabbau und milliardenschweren Investitionen.

Die Weichen für die Zukunft des Audi-Standorts Ingolstadt werden neu gestellt. Offiziell hat der Wahlkampf für die Betriebsratswahl 2026 begonnen, bei der sich alles um die Transformation zur E-Mobilität und den Erhalt von Arbeitsplätzen dreht. Die IG Metall startete ihre Kampagne mit einer Großveranstaltung.

Hochkarätiger Auftakt im Zeichen des Wandels

Mit einer prominent besetzten Kickoff-Veranstaltung im „museum mobile“ hat die IG Metall diese Woche den Ton für den Wahlkampf vorgegeben. Die Gewerkschaft, die im Unternehmen tonangebend ist, präsentierte ihre Strategie unter dem Motto, den Standort zu sichern und den Wandel aktiv mitzugestalten.

Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, betonte die hohe Bedeutung der anstehenden Wahl. Seiner Ansicht nach braucht es ein starkes Mandat, um die Interessen der Belegschaft im Übergang zur Elektromobilität und Digitalisierung wirksam zu vertreten. Die Gewerkschaft tritt mit einer Liste von 132 Kandidaten an.

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Im Fokus: Die „Zukunftsvereinbarung“ umsetzen

Herzstück der Debatte ist die „Zukunftsvereinbarung“ vom März 2025. Dieser Pakt zwischen Betriebsrat und Konzernführung bildet den Rahmen für die Personalplanung. Darin sind der Abbau von rund 7.500 Stellen bis 2029 und Investitionen von etwa acht Milliarden Euro an den deutschen Standorten festgehalten.

Ein zentraler Erfolg für die Arbeitnehmervertretung: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2033 ausgeschlossen. Im Wahlkampf bekräftigten die Gewerkschafter, die vollständige Umsetzung dieser Vereinbarung – insbesondere der zugesagten Milliardeninvestitionen – zur obersten Priorität zu machen.

Produktstrategie als Jobgarantie

Eng verknüpft mit der Standortsicherung ist die Frage, welche Modelle künftig in Ingolstadt vom Band rollen. Der Betriebsrat verweist auf seinen Erfolg, für die Übergangsphase beide Antriebsarten gesichert zu haben.

Als Beleg gilt die für Ende 2026 geplante Parallelproduktion des neuen Audi Q3 und des elektrischen E3 CUV. Diese Doppelstrategie soll die Auslastung der Werke sichern und eine „Brücke“ in die elektrische Zukunft bauen. Der Betriebsrat argumentiert, dass der Wandel nicht auf Kosten der heutigen Jobs gehen darf.

Wahl unter Druck der Branchenkrise

Die Betriebsratswahl 2026 findet in einer schwierigen Phase für die gesamte deutsche Autoindustrie statt. Der Kostendruck ist enorm, während gleichzeitig Milliarden in Software und Elektroantriebe investiert werden müssen. Asianische Hersteller gewinnen in Europa Marktanteile.

Experten sehen in einem starken Betriebsrat eine stabilisierende Kraft. Er kann faire Bedingungen für die Beschäftigten aushandeln und zugleich den notwendigen Umbau des Konzerns begleiten. Das Verhältnis zum Vorstand um CEO Gernot Döllner gilt als konstruktiv, aber fordernd – besonders bei der Umsetzung der 2025 vereinbarten Sparprogramme.

Die Wahl findet vom 1. März bis 31. Mai 2026 statt. Die IG Metall will ihre starke Mehrheit behaupten, um das bewährte Prinzip der Mitbestimmung fortzuführen. In den kommenden Wochen wird der Diskurs sich darauf konzentrieren, wie der Transformationskurs konkret gestaltet und der „Audi-Geist“ im Wandel bewahrt werden kann.

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