ATLAS-Zollsystem: Start der Zentralen Abwicklung auf Februar 2026 verschoben
27.01.2026 - 08:01:12Die deutsche Zollverwaltung verschiebt die Einführung der Zentralen Zollabwicklung für Importe (CCI) um gut drei Monate. Der neue Stichtag ist der 28. Februar 2026. Diese Entscheidung gibt Tausenden Unternehmen mehr Zeit, sich auf eine der größten Zollreformen der letzten Jahre vorzubereiten.
Warum der Start später kommt
Die Verschiebung ist eine direkte Reaktion auf die Wirtschaft. Viele Unternehmen und ihre Softwareanbieter signalisierten, mehr Zeit für Tests und die Anpassung interner Prozesse zu benötigen. „Die Einführung von CCI ist kein einfaches Update, sondern ein tiefgreifender Systemwechsel“, erklärt ein Zollexperte. Die zusätzlichen Monate sollen einen stabileren Start für alle Beteiligten ermöglichen. Parallel wurde ein Wartungsfenster für das bestehende System im November 2025 eingeschoben.
So revolutioniert CCI den EU-Import
Das neue Verfahren ist ein Kernstück des digitalen Unionszollkodex. Es erlaubt Unternehmen, ihre Einfuhranmeldungen zentral bei einer Zollstelle am Unternehmenssitz abzuwickeln. Die Ware kann zeitgleich an einer beliebigen anderen Zollstelle in Deutschland oder der EU vorgeführt werden. Das umständliche Versandverfahren (NCTS) entfällt damit oft.
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Die Vorteile sind handfest: weniger administrativer Aufwand, niedrigere Kosten durch reduzierte Spediteurdienste und standardisierte, EU-weite Prozesse. Voraussetzung ist der Status als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO C).
Das müssen Unternehmen jetzt tun
Die gewonnene Zeit bis Ende Februar ist kein Aufschub, sondern eine intensive Vorbereitungsphase. Logistik- und Zollabteilungen stehen vor zentralen Aufgaben:
- IT-Abstimmung: Die eingesetzte Software muss für ATLAS 10.2 zertifiziert werden. Eine enge Kooperation mit dem Anbieter ist essenziell.
- Prozessanpassung: Interne Abläufe müssen die Trennung von Anmelde- und Gestellungsort abbilden. Die Kommunikation zwischen Zentrale, Lagern und Partnern muss neu geregelt werden.
- Mitarbeiterschulung: Das Personal muss mit der neuen Systemlogik vertraut gemacht werden.
- Testphase nutzen: Die Zollverwaltung bietet Probebetriebsumgebungen an. Experten raten dringend, diese intensiv zu nutzen.
Ein Meilenstein der digitalen Zollunion
Trotz der Verschiebung bleibt CCI ein strategischer Schlüssel für den EU-Binnenmarkt. Langfristig beschleunigt das Verfahren Handelsströme und bürokratische Hürden ab. Die Zollverwaltung hat bereits weitere Wartungsfenster für 2026 angekündigt, um das System kontinuierlich zu stabilisieren. Für die Wirtschaft heißt es nun: Die letzten Wochen der Vorbereitung zählen, um die Effizienzvorteile der zentralen Abwicklung von Beginn an voll auszuschöpfen.


