ATLAS-Zertifikatswechsel, Fristende

ATLAS-Zertifikatswechsel: Fristende droht mit Zoll-Stillstand

20.01.2026 - 19:21:12

Bis zum 26. Januar müssen Tausende Unternehmen ihre Zertifikate für das digitale Zollsystem ATLAS erneuern – sonst droht der elektronische Handel zu erlahmen. Die Generalzolldirektion warnt vor Betriebsunterbrechungen.

Die Uhr tickt für Speditionen, Importeure und Zolldienstleister. Wer bis kommenden Montag nicht neue Sicherheitszertifikate in seinen Systemen installiert hat, riskiert den sofortigen Ausfall seiner elektronischen Zollanmeldungen. Die Folge wären blockierte Waren an Grenzen und in Lagern, verbunden mit kostspieligen Lieferverzögerungen. Die Umstellung betrifft die Client-Zertifikate für die gegenseitige Authentifizierung (Mutual TLS) im Webservice-Verkehr mit den Zollservern.

Die Maßnahme ist Teil der regelmäßigen Sicherheitsupdates der Zollverwaltung und ihres IT-Dienstleisters, des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Beim Mutual TLS-Verfahren authentifizieren sich nicht nur die ATLAS-Server bei den Unternehmen, sondern auch umgekehrt. Dies soll sicherstellen, dass nur autorisierte und zertifizierte Software auf die sensiblen Systeme zugreifen kann.

Die aktuellen Zertifikate laufen nun ab oder basieren auf veralteten kryptografischen Standards. Ein Ausfall ist keine Option: ATLAS ist das Rückgrat des digitalen Außenhandels in Deutschland und Europa. Betroffen sind alle Firmen, die automatisierte Webservices für Einfuhr, Ausfuhr (AES), Versand (NCTS) oder summarische Anmeldungen (EAS) nutzen.

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Dringender Handlungsbedarf: So gehen Unternehmen vor

Mit nur noch wenigen Tagen bis zur Deadline ist schnelles Handeln gefragt. Die Umstellung erfordert einen klaren Vier-Punkte-Plan.

1. Softwareanbieter kontaktieren: Der erste Schritt führt zum Hersteller der eingesetzten Zollsoftware. Diese Unternehmen müssen ihre Produkte für neue ATLAS-Releases zertifizieren und stellen in der Regel die notwendigen Updates oder Anleitungen bereit.

2. Zertifikate implementieren: Die neuen Zertifikatsketten sind im offiziellen Zoll-Portal hinterlegt. Die IT-Abteilung muss sie herunterladen und in den Truststore der firmeneigenen Kommunikationsserver importieren.

3. Verbindung im Probebetrieb testen: Beim Dienstort Weiden der Generalzolldirektion steht ein Testsystem bereit. Ein Probelauf dort ist dringend empfohlen, um Konfigurationsfehler vor dem Stichtag zu erkennen.

4. Interne Kommunikation: Die mit der Zollabwicklung betrauten Mitarbeiter sollten über die Umstellung informiert sein. So kann im Problemfall schnell reagiert werden.

Die drastischen Folgen bei Nichtbeachtung

Ab dem 27. Januar werden Verbindungsversuche mit alten Zertifikaten rigoros abgewiesen. Die Konsequenzen sind klar umrissen:
* Kompletter Stopp der elektronischen Anmeldung: Keine Einfuhr-, Ausfuhr- oder Versandanmeldungen mehr möglich.
* Lieferketten-Bruch: Waren können an Grenzübergängen oder in Zolllagern feststecken, was zu erheblichen Verzögerungen und Kosten führt.
* Rückfall in die Steinzeit: Als Notlösung bliebe nur der Rückgriff auf manuelle Verfahren – ein zeitraubender und fehleranfälliger Mehraufwand für alle Beteiligten.

Digitaler Zoll: Ein fortlaufender Sicherheitsprozess

Der Zertifikatswechsel ist keine Ausnahme, sondern Regel. Ähnlich wie bei Passwort-Updates oder Sicherheitspatches für Betriebssysteme müssen auch die Schlüssel für den digitalen Zollverkehr regelmäßig erneuert werden. Für eine Behörde, die täglich mit hochsensiblen Wirtschaftsdaten umgeht, hat IT-Sicherheit oberste Priorität.

Dieses Update reiht sich ein in eine Serie von Anpassungen, wie die früheren Umstellungen auf ATLAS 9.1 oder AES 3.0. Sie dienen nicht nur der Absicherung, sondern auch der Umsetzung neuer EU-Vorgaben aus dem Unionszollkodex. Der Trend ist eindeutig: Die Digitalisierung im Zollwesen schreitet voran – und mit ihr der Bedarf an robusten, zukunftssicheren Sicherheitsstandards. Die aktuell drängende Aufgabe ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.

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