ATLAS-Release 10.2: Zoll stellt Weichen für zentrale EU-Abwicklung
13.02.2026 - 16:23:11Deutsche Importeure und Exporteure müssen sich auf ein entscheidendes Tech-Update einstellen. Das Zollsytem ATLAS erhält Ende Februar ein neues Release, das Prozesse europaweit vereinfachen soll.
Die Generalzolldirektion hat den finalen Zeitplan bestätigt: Die Migration auf ATLAS-Release 10.2.2 ist für das Wochenende vom 26. bis 28. Februar 2026 geplant. Ursprünglich für November 2025 angesetzt, wurde der Termin verschoben, um mehr Stabilität zu gewährleisten. Für Unternehmen bedeutet dies konkrete Vorbereitungen – ein reibungsloser Übergang ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für den laufenden Warenverkehr.
Kernstück: Zentrale Zollabwicklung für Importe
Das Update ist weit mehr als eine Routinewartung. Herzstück der Neuerungen ist die Einführung der Zentralen Zollabwicklung bei der Einfuhr (CCI). Dieses Verfahren, ein zentrales Element des Unionszollkodex, erlaubt es Unternehmen künftig, ihre Import-Zollanmeldungen zentral bei einer einzigen Zollstelle abzuwickeln – und das auch für Waren, die an verschiedenen Grenzstellen in der EU ankommen.
Für international agierende Konzerne wie DAX-Unternehmen oder mittelständische Exportmeister ist das ein großer Schritt. Bisherige administrative Hürden fallen weg, Prozesse werden beschleunigt. Die Zollverwaltung verspricht sich davon eine erhebliche Effizienzsteigerung.
Technische Neuerungen und Abschaltungen
Neben CCI bringt Release 10.2 weitere tiefgreifende Änderungen mit sich. Eine bedeutende Umstellung betrifft die Kommunikation für die summarische Eingangsanmeldung (ESumA). Dender alte Teilnehmerkommunikation wird abgeschaltet, ein Wechsel auf modernisierte Schnittstellen ist zwingend erforderlich.
Zudem wird ein neuer Zugang zur Anwendung IAA-Plus (Internet-Ausfuhranmeldung-Plus) eingeführt. Alle detaillierten technischen Anpassungen an den Schnittstellen hat die Zollverwaltung im sogenannten EDI-Implementierungshandbuch veröffentlicht. Softwareanbieter und IT-Abteilungen in den Unternehmen haben damit die Blaupause für die notwendigen Updates in der Hand.
Straffer Zeitplan fordert Unternehmen heraus
Die Vorbereitungsphase ist kurz. Unternehmen sind nun aufgefordert, in enger Abstimmung mit ihren Softwareherstellern wie SAP oder spezialisierten Lösungsanbietern die Zertifizierung und Anpassung ihrer Systeme voranzutreiben. Ein konkretes Datum für den Start der CCI-Zertifizierung steht zwar noch aus, dennoch drängt die Zeit.
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Die Zollverwaltung hat Vorkehrungen für Störfälle getroffen und eine Masterticket-Nummer für ein Ausfallverfahren bekannt gegeben. Zudem wies sie auf einen vorübergehenden Workaround im Präferenzzollverkehr mit Ländern des Pan-Europa-Mittelmeer-Raums hin. Bis zur vollständigen Implementierung müssen hier besondere Regeln beachtet werden.
Digitales Rückgrat für den europäischen Handel
ATLAS ist das digitale Rückgrat des deutschen Zolls. Die Aktualisierung auf Release 10.2 ist ein strategischer Meilenstein auf dem Weg zur vollständig digitalen und harmonisierten Zollunion in Europa. Nach der Umstellung auf AES 3.0 im Export 2023 wird nun der Importbereich modernisiert.
Experten sehen in der Zentralen Zollabwicklung einen Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit. Sie reduziert Bürokratie und passt die EU an die Anforderungen des globalen, digitalen Handels an. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie gut die deutsche Wirtschaft auf diesen Digitalisierungsschritt vorbereitet ist. Nach der Migration sind bereits weitere Wartungstermine für 2026 geplant, um das System zu optimieren.
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