Atlas 2.0: Boston Dynamics startet Serienproduktion seines Elektro-Roboters
11.01.2026 - 13:43:11Boston Dynamics hat auf der CES 2026 die Serienversion seines vollelektrischen Atlas-Roboters enthüllt. Die Ankündigung markiert den lang erwarteten Übergang von der Forschung zur kommerziellen Nutzung. Ein neuer Strategiepartner soll den Weg in deutsche Fabrihallen und vielleicht sogar in Privathaushalte ebnen.
Vom Labor in die Fabrik: Der neue Elektro-Atlas
Auf der Technologiemesse in Las Vegas zeigte das Unternehmen, das seit 2021 zum Hyundai-Konzern gehört, eine grundlegend überarbeitete Version seines humanoiden Roboters. Der neue Atlas 2.0 ist erstmals vollelektrisch und explizit für die Serienfertigung konzipiert. Die Produktion in den Werken von Boston Dynamics läuft bereits an. Erste Einheiten sollen in den kommenden Monaten an die Partner Hyundai und Google DeepMind ausgeliefert werden.
Die technischen Daten unterstreichen den industriellen Fokus: Der Roboter hat eine Reichweite von etwa 2,3 Metern und kann Lasten von bis zu 50 Kilogramm heben. Er ist für den Einsatz in Temperaturen von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius ausgelegt. Zack Jackowski, General Manager für Atlas bei Boston Dynamics, betonte die Vereinfachung des Designs. „Wir haben die Anzahl der Einzelteile deutlich reduziert“, so Jackowski. Das mache die Fertigung nicht nur effizienter, sondern ermögliche auch die Integration in bestehende Automobil-Lieferketten.
Google DeepMind liefert die künstliche Intelligenz
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des neuen Atlas könnte jedoch aus dem Silicon Valley kommen. Boston Dynamics vertieft seine Zusammenarbeit mit Google DeepMind. Der KI-Pionier wird frühen Zugang zur Atlas-Hardware erhalten, um seine Gemini-Robotik-Modelle zu trainieren und zu integrieren. Das Ziel: dem Roboter ein „Gehirn“ für seine mechanischen Fähigkeiten zu geben.
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Die KI soll es Atlas ermöglichen, seine Umgebung zu verstehen, komplexe Aufgaben zu planen und sich an dynamische Situationen anzupassen – ohne für jeden Handgriff neu programmiert werden zu müssen. Erste Demonstrationen auf der Messe zeigten bereits „schnelles Lernen“: Ein Roboter, der eine Aufgabe meistert, kann das erworbene Wissen sofort über die Cloud-Software „Orbit“ an die gesamte Flotte weitergeben. Diese Wiedervereinigung von Boston Dynamics und Google-Expertise – Google war früher selbst Eigentümer des Robotik-Unternehmens – gilt als strategischer Kraftakt.
Industrieller Start, langfristige Vision für Pflege und Haushalt
Der erste Einsatzort des Atlas wird die Fabrik sein. CEO Robert Playter machte auf der CES jedoch deutlich, dass dies nur ein notwendiger Schritt auf einem längeren Weg ist. Die ursprüngliche, menschenzentrierte Vision des Unternehmens – Roboter als Helfer im Haushalt oder in der Pflege – bleibt langfristiges Ziel.
„Dieser Release ist der erste Schritt zu einem Ziel, das unser Team seit Jahrzehnten verfolgt: nützliche Roboter zu schaffen, die in Haushalte einziehen können, um das Leben sicherer und produktiver zu machen“, sagte Playter. Die für industrielle Umgebungen entwickelten Sicherheitsfeatures wie fortschrittliche Personenerkennung und „zaunlose“ Sicherheitssysteme seien grundlegende Voraussetzungen für jeden späteren Einsatz in der Pflege.
Marktstart bei Hyundai, Wettlauf mit Tesla
Der kommerzielle Rollout ist phasenweise geplant. 2026 beginnen Tests im Hyundai Robotics Metaplant Application Center (RMAC) und in den Forschungslaboren von Google DeepMind. Ab 2028 sollen die Roboter dann in die Automobilproduktion von Hyundai integriert werden, zunächst für Aufgaben wie Teilesequenzierung und das Bewegen schwerer Komponenten.
Dieser Zeitplan spiegelt eine vorsichtige, aber zielstrebige Strategie wider. Indem Boston Dynamics die Zuverlässigkeit seines Roboters zunächst in der kontrollierten Fabrikumgebung unter Beweis stellt, will das Unternehmen die Technologie validieren, bevor es in unvorhersehbarere Umgebungen expandiert. Die enge Bindung an Hyundai, der die Mehrheitsanteile hält, bietet dabei einen garantierten Test- und Abnahmemarkt – ein Vorteil, den viele Wettbewerber im Feld der humanoiden Roboter nicht haben.
Die Ankündigung heizt den Wettbewerb mit Projekten wie Teslas Optimus oder humanoiden Robotern aus China weiter an. Die Kombination aus Boston Dynamics‘ jahrzehntelanger Erfahrung in dynamischer Mobilität, Hyundais Fertigungskompetenz und Googles KI-Führungsrolle macht den elektrischen Atlas jedoch zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf die Marktführung.
Der Weg bis 2030: Von der Montage zur Autonomie
Die Perspektiven für Atlas sind klar umrissen. Hyundai hat angedeutet, dass die Verantwortung des Roboters bis 2030 auf komplexe Montageaufgaben und andere Tätigkeiten, die feinmotorisches Geschick erfordern, ausgeweitet werden könnte. Mit der Reifung der DeepMind-KI-Modelle soll Atlas zudem mehr Autonomie und gesunden Menschenverstand entwickeln, was die menschliche Überwachung reduzieren würde.
Für alle, die auf einen Roboter als Haushaltshilfe oder Pflegebegleiter warten, sendet die CES-Enthüllung ein verheißungsvolles Signal. Die Technologien, die heute für den Fabrikboden perfektioniert werden – Batterieeffizienz, Sicherheit im Umgang mit Menschen und autonome Navigation – sind genau die Bausteine, die für die Serviceroboter von morgen benötigt werden. Die Ära des kommerziellen humanoiden Roboters hat begonnen, angeführt von einem Duo aus mechanischer Agilität und kognitiver KI.
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