ATLAS 10.2: Zoll-IT-Reform startet später
16.01.2026 - 16:16:12Die Einführung der zentralen Zollabwicklung für Importe in Deutschland verzögert sich um über drei Monate. Der neue Starttermin ist der 28. Februar 2026.
Das mit Spannung erwartete ATLAS Release 10.2 wird nicht wie geplant Mitte November 2025 live gehen. Das gab das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) im Auftrag der Generalzolldirektion bekannt. Für Tausende Importeure, Spediteure und Softwarehäuser bedeutet dies eine Verlängerung der Übergangsphase – und mehr Zeit für die komplexe Umstellung.
Kernstück CCI: Revolution für Importeure
Die zentrale Neuerung in Release 10.2 ist das Verfahren „Zentrale Zollabwicklung bei der Einfuhr“ (CCI). Es erlaubt Unternehmen künftig, ihre Import-Zollanmeldungen zentral am Unternehmenssitz abzuwickeln – unabhängig davon, an welcher EU-Grenzstelle die Ware tatsächlich ankommt.
Passend zum Thema zentrale Zollabwicklung – viele Importeure unterschätzen Fehler in der Zollanmeldung, die zu Verzögerungen und kostenpflichtigen Nacharbeiten führen können. Ein kostenloses Praxis‑E‑Book erklärt die Zollanmeldung feld‑für‑feld, zeigt typische Fehlerquellen und gibt konkrete Lösungsschritte für Warentarifierung, Dokumentation und Abwicklung über ATLAS. Ideal für Zollabteilungen, Einkauf und Logistik, die ihre Prozesse vor dem CCI‑Start prüfen wollen. Zollanmeldung‑Leitfaden jetzt gratis herunterladen
Diese Vereinfachung aus dem EU-Zollkodex verspricht massive Effizienzgewinne. Bürokratie wird reduziert, Transitverfahren entfallen und die Abfertigung beschleunigt. Doch der Zugang ist an Bedingungen geknüpft: Unternehmen benötigen eine Bewilligung als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO) und eine separate CCI-Genehmigung.
Mehr Zeit, aber auch mehr Unsicherheit
Offiziell wurden keine detaillierten Gründe für die Verschiebung genannt. Fachkreise vermuten jedoch, dass die tiefgreifenden Änderungen einfach mehr Vorbereitung erfordern. Ähnliche Verzögerungen gab es bereits bei anderen ATLAS-Schnittstellen, nachdem Softwarehersteller und Anwender um mehr Testzeit baten.
Für die Wirtschaft ist die Nachricht zwiespältig. Einerseits verschafft der Aufschub Luft für die Anpassung interner Prozesse und IT-Systeme. Andererseits müssen bereits geplante Ressourcen umdisponiert werden. Die längere Laufzeit des Vorgängersystems ATLAS 10.1 erfordert zudem, dass dessen Stabilität weiter gewährleistet bleibt. Ein zusätzliches Wartungsfenster für Version 10.1.2 ist für den ursprünglichen Stichtag, den 15. November 2025, eingeplant.
Der neue Fahrplan und was jetzt zu tun ist
Mit dem 28. Februar 2026 steht nun ein neues, verbindliches Ziel im Kalender. Für das Folge-Release 10.2.2 sind bereits vier Wartungstermine in 2026 avisiert: im April, Juni, September und November.
Wie sollten Unternehmen die gewonnene Zeit nutzen? Experten raten zu drei konkreten Schritten: Erstens die internen Importprozesse analysieren. Zweitens die Voraussetzungen für eine AEO-Zertifizierung prüfen. Und drittens den engen Austausch mit dem Zollsoftware-Anbieter suchen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Die Einführung von CCI markiert eine der größten Digitalisierungsinitiativen der deutschen Zollverwaltung der letzten Jahre. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die extra eingeräumte Zeit für einen reibungslosen Start reicht.
PS: Nutzen Sie die längere Übergangsphase sinnvoll: Dieser kostenlose Praxis‑Leitfaden zur Zollanmeldung liefert Checklisten, Praxishinweise und Tipps zur Abstimmung mit Ihrem Zollsoftware‑Anbieter, damit Importanmeldungen künftig reibungslos durchlaufen. Der Leitfaden enthält zudem Vorlagen und Hinweise zur richtigen Dokumentation für AEO‑Vorbereitungen und ATLAS‑Schnittstellen. Jetzt kostenlosen Praxis‑Guide sichern


