Atemarbeit, Währung

Atemarbeit wird zur harten Währung der Personalstrategie

29.11.2025 - 12:30:12

Vom Flughafen München bis zum Technologiepark Adlershof: Diese Woche zeigt, dass mentale Stärke und physische Resilienz den Status „Nice-to-have” endgültig verlassen haben. Die Zeiten, in denen der obligatorische Gesundheitstag mit einem Obstkorb und einer Schnupperstunde Yoga abgehakt wurde, sind vorbei.

Die Ereignisse der letzten 72 Stunden zeichnen ein klares Bild: Ende November 2025 markiert einen Wendepunkt. Mentale Gesundheit und physische Resilienz steigen von der Wohlfühl-Nische in die strategische Vorstandsebene auf. Während der Flughafen München für sein datengestütztes Gesundheitsmanagement ausgezeichnet wurde, hinterfragen Experten in Berlin-Adlershof bereits lautstark traditionelle Präventionskonzepte.

Der Tenor: Wir brauchen keine Kurse mehr, wir brauchen Impulse.

Am 25. November verlieh die Jury in Bonn die Corporate Health Awards 2025. Der große Gewinner in der Kategorie Verkehr/Logistik: die Flughafen München GmbH (FMG).

Was die Jury überzeugte, war nicht das bloße Vorhandensein von Yogamatten. Die FMG erhielt das Exzellenz-Siegel für einen Ansatz, der mentale und körperliche Gesundheit radikal in die Geschäftsprozesse integriert. Statt isolierter Maßnahmen nutzt der Flughafenbetreiber ein Kennzahlensystem, das Gesundheitsentwicklungen transparent macht und Entscheidungen steuert.

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Neben klassischen Angeboten wie dem eigenen Fitnessstudio stach besonders der innovative Einsatz von Technologie hervor:

  • Robotik zur Entlastung bei körperlicher Arbeit
  • Spezifische Präventionsprogramme für den Schichtbetrieb
  • Datengestützte Analyse von Gesundheitstrends

Dies unterstreicht den Trend: Atem und Entspannung funktionieren 2025 nicht mehr losgelöst von der harten Arbeitsrealität, sondern als Teil eines technologisch gestützten Ökosystems.

„Impulse statt Kurse”: Paradigmenwechsel in Berlin

Während in Bonn gefeiert wurde, veröffentlichte die WISTA Management GmbH gestern ein Statement, das aufhorchen lässt. Unter dem Titel „Gesundheitstage und Präventionskurse: Überholt?” stellt die Betreiberin des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof den klassischen Ansatz in Frage.

Ralf Blank, Projektmanager des Gesundheitsnetzwerks Adlershof, brachte es auf den Punkt: Einzelne Gesundheitstage reichen nicht aus, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu bewirken. Die neue Strategie lautet: Mikro-Impulse.

Anstatt Mitarbeiter in stundenlange Seminare zu schicken, setzt der Technologiepark auf kleine, flexible Einheiten, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Ein konkretes Beispiel ist die Neuroathletik – eine Methode, die Gehirn und Bewegung verknüpft und weit über klassisches Yoga hinausgeht.

Am kommenden Montag startet eine großangelegte „Achtsamkeits-Challenge”. Sie beweist: Meditation muss im modernen Arbeitsumfeld gamifiziert und niederschwellig sein, um zu funktionieren.

Öffentlicher Sektor zieht nach

Dass Resilienzförderung kein Exklusivrecht von Großkonzernen ist, zeigte sich gestern in Niedersachsen. Die Stadtverwaltung Holzminden unterzeichnete am 28. November einen umfassenden Kooperationsvertrag mit der AOK.

Für die rund 370 Beschäftigten bedeutet dies den Startschuss für ein systematisches Gesundheitsmanagement. Anders als früher liegt der Fokus explizit auf der Analyse von Belastungen vor dem Entstehen von Krankheiten.

Dass eine mittelgroße Stadtverwaltung externe Expertise einkauft, zeigt den Druck auf dem Arbeitsmarkt. Es geht nicht mehr nur um die Vermeidung von Rückenschmerzen, sondern um die psychische Widerstandskraft der Belegschaft in einer komplexen Verwaltungswelt.

Die klaffende Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Diese massiven Investitionen und strategischen Neuausrichtungen sind die direkte Antwort auf eine alarmierende Diskrepanz. Daten von Union Investment vom Oktober 2025 zeigen:

  • 90 Prozent der Beschäftigten in Deutschland halten es für wichtig, dass sich ihr Unternehmen um mentale Gesundheit kümmert
  • Nur 44 Prozent haben das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber dieses Thema ernst nimmt

Die Studie zeigte zudem eine drastische Korrelation: In Unternehmen, die mentale Gesundheit aktiv fördern, liegt das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter bei 83 Prozent. Dort, wo das Thema ignoriert wird, stürzt dieser Wert ab.

Die Initiativen dieser Woche – von München bis Holzminden – sind also keine „Wohlfühl-PR”, sondern harte wirtschaftliche Notwendigkeit.

Was 2026 kommt

Die Entwicklungen dieser Woche deuten darauf hin, dass wir nächstes Jahr eine noch stärkere Verschmelzung von Technologie und Achtsamkeit erleben werden.

Personalisierung durch KI: Ähnlich wie beim Flughafen München werden mehr Unternehmen Daten nutzen, um Gesundheitsangebote nicht mehr „mit der Gießkanne”, sondern bedarfsgerecht zu verteilen.

Neuro-Training: Der Vorstoß aus Adlershof in Richtung Neuroathletik zeigt, dass das klassische „Büro-Yoga” durch wissenschaftlich fundiertere Methoden ergänzt wird, die direkt das Nervensystem ansprechen.

Integration statt Addition: Gesundheit ist kein Zusatzangebot mehr, sondern Teil der Operations.

Für Arbeitnehmer bedeutet das: Die Zeiten, in denen Meditation am Arbeitsplatz belächelt wurde, sind vorbei. Sie wird zur Kernkompetenz für berufliche Resilienz.

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