ASUS ROG und Xreal starten mit 240Hz-Gaming-Brille durch
10.01.2026 - 15:21:12Die Gaming-Branche steht vor einem Paradigmenwechsel: ASUS und Xreal haben auf der CES 2026 die weltweit erste 240Hz-Micro-OLED-Gaming-Brille enthüllt. Das Gerät soll High-End-Monitore ersetzen können – doch der erste Praxistest zeigt Schwächen.
Die Landschaft tragbarer Gaming-Displays hat sich auf der Technikmesse CES 2026 grundlegend verändert. Der Hardware-Riese ASUS Republic of Gamers (ROG) und der Augmented-Reality-Pionier Xreal gaben eine strategische Partnerschaft bekannt. Ihr gemeinsames Produkt: die ROG Xreal R1, präsentiert am 5. Januar als weltweit erste Gaming-Brille mit einer Bildwiederholrate von 240 Hz.
In den folgenden Tagen wurden weitere Details zum Gerät bekannt, insbesondere zur Integration von Xreals „Real 3D“-Technologie. Die ersten Hands-on-Berichte aus Las Vegas fielen jedoch durchwachsen aus.
Immer mehr Gaming‑Features setzen auf KI – wie die angekündigte 2D‑zu‑3D‑Konvertierung der ROG Xreal R1. Für Hersteller, Entwickler und technisch Interessierte bringt das neue Einsatzfeld jedoch auch neue Pflichten: Die EU‑KI‑Verordnung definiert Anforderungen, Kennzeichnungspflichten und Übergangsfristen, die jetzt relevant werden. Unser kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Regeln gelten und wie Sie rechtssicher planen können. Ideal für Produktmanager und Entwickler von KI‑gestützten Consumer‑Devices. Kostenlosen KI‑Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Das Herzstück der R1 sind ihre Display-Spezifikationen. Sie sollen ein Premium-Gaming-Erlebnis vom Desktop in eine tragbare Form bringen. Technische Details, die ASUS am Dienstag veröffentlichte, zeigen: Die Brille nutzt zwei Micro-OLED-Panels mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln pro Auge.
Das Alleinstellungsmerkmal ist die 240-Hz-Bildwiederholrate. Sie verdoppelt den 120-Hz-Standard der meisten Konkurrenzprodukte, darunter Xreals eigenes Top-Modell Air 2 Ultra. Für kompetitive Shooter- und Rennspieler ist diese hohe Rate entscheidend.
Das Gerät projiziert ein virtuelles Display, das aus vier Metern Entfernung wie ein 171-Zoll-Bildschirm wirkt. Um bei schnellen Kopfbewegungen ein scharfes Bild zu halten, setzt die R1 auf eine Motion-to-Photon-Latenz von nur 3 ms. Fachmedien wie Tom’s Hardware sehen darin einen Schlüssel, um die bei AR-Spielen häufige Motion Sickness zu reduzieren.
Mit einem Sichtfeld von 57 Grad bewegt sich die Brille auf dem Niveau der Xreal One Pro. Erste Tests vom Donnerstag bemängelten jedoch den „schwebenden Bildschirm“-Effekt. Nutzer von immersiven VR-Headsets könnten das Erlebnis als weniger umhüllend empfinden – Text und UI-Elemente seien dafür deutlich schärfer.
Ein Ökosystem für Gamer
Ein großer Unterschied zu anderen AR-Brillen ist das Anschluss-Konzept. Statt eines einzelnen USB-C-Anschlusses liefert ASUS ein dediziertes „ROG Control Dock“ mit. Dieses Zubehör, das Engadget am Mittwoch vorstellte, bietet zwei HDMI-2.0- und einen DisplayPort-1.4-Eingang. So können mehrere Konsolen oder PCs gleichzeitig angeschlossen werden.
Die Brille ist zudem optimiert für den ROG Ally Handheld. ASUS bestätigte einen Plug-and-Play-Betrieb, bei dem der Prozessor der Handheld-Konsole das Display direkt ansteuert – ohne zusätzliche Software.
Die wohl meistdiskutierte Funktion ist jedoch die 3D-Konvertierung. Während Xreals neue „1S“-Brillen die „Real 3D“-Technologie sofort anbieten, kommt sie für die ROG R1 erst später. Laut einem Mashable-Bericht vom Dienstag soll die proprietäre 2D-zu-3D-Umwandlung per Firmware-Update folgen. Eine KI analysiert dabei Standard-2D-Inhalte und erzeugt in Echtzeit einen stereoskopischen Tiefeneffekt – ein Potenzial, um auch ältere Spieltitel in 3D zu erleben.
Geteiltes Echo und Marktchancen
Nach den ersten Messetagen formiert sich ein kritisches Bild. Ein Test von PC Gamer vom Donnerstag lobte die flüssigen 240 Hz, hinterfragte aber die 1080p-Auflösung. In einem Markt, in dem 2026 4K zum Standard wird, sei das ein Kompromiss. Das als „cyberpunk“ beschriebene Design mit RGB-Beleuchtung spricht Gamer an, schränkt aber den Einsatz als unauffällige Alltagsbrille ein.
Tom’s Guide sah das am Montag anders: Das Gerät „übertrifft“ bestehende Optionen für Gaming, vor allem wegen der hohen Bildwiederholrate und der elektrochromen Abdunkelung. Diese Technologie verdunkelt die Gläser automatisch bei hellem Umgebungslicht und verbessert so den Kontrast – essenziell für den Einsatz im Freien.
Marktbeobachter sehen in der Partnerschaft einen klaren Vorteil für beide Seiten: Xreal gewinnt Zugang zum hart umkämpften PC-Gaming-Markt. ASUS spart sich Jahre an Forschung und Entwicklung für eigene optische Systeme.
Warten auf Preis und Update
ASUS plant den globalen Verkaufsstart der ROG Xreal R1 für das erste Halbjahr 2026. Der Preis steht bis zu diesem Wochenende noch nicht fest. Branchenkreise vermuten jedoch einen Aufschlag gegenüber der Xreal One Pro, die bei etwa 650 US-Dollar liegt.
Der Erfolg der R1 hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Qualität des angekündigten 3D-Updates und der Frage, ob der Markt eine tragbare Anzeige priorisiert, die Bildwiederholrate über Auflösung stellt. In einer Zeit, in der Handhelds wie der ROG Ally X boomen, positioniert sich die R1 als logisches „Großbild“-Zubehör für mobile Gamer. Weitere Details zur regionalen Verfügbarkeit werden in den kommenden Monaten erwartet.


