Armutsgefahr in Österreich: Zahlen sinken, Druck bleibt
25.01.2026 - 17:16:12Die finanzielle Lage vieler österreichischer Haushalte bleibt angespannt. Aktuelle Daten der Statistik Austria zeigen ein widersprüchliches Bild: Zwar sank die offizielle Armutsgefährdungsquote leicht, doch der subjektiv empfundene Kostendruck nimmt zu. Sozialorganisationen schlagen Alarm und fordern gezielte Maßnahmen.
Hohe Kosten drücken Haushaltsbudgets
Trotz einer gesunkenen Inflationsrate von 3,8 Prozent belasten die kumulierten Preissteigerungen der Vorjahre die Budgets weiter. Die größten Posten sind Wohnen und Energie. Durchschnittlich wenden Haushalte 21 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen auf – bei Niedrigverdienern können es über 40 Prozent sein.
Fast ein Viertel der Bevölkerung (23,2 Prozent) kann laut der Erhebung „So geht’s uns heute“ unerwartete Ausgaben nicht mehr stemmen. Ebenso vielen (22,3 Prozent) fehlt das Geld für einen einwöchigen Urlaub. Jeder Fünfte muss auf regelmäßige Freizeitaktivitäten verzichten.
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Alleinerziehende und Pensionistinnen besonders betroffen
Hinter der gesunkenen Gesamtquote von 14,3 Prozent verbergen sich massive Unterschiede. Bestimmte Gruppen tragen ein extrem hohes Risiko:
* Alleinerziehende: 36 Prozent sind armutsgefährdet.
* Alleinlebende Pensionistinnen: Ihre Quote liegt bei 32 Prozent – doppelt so hoch wie bei männlichen Pensionisten.
* Working Poor: Rund 304.000 Menschen leben trotz Job unter der Armutsgrenze.
Erwerbsarbeit schützt also nicht automatisch vor Armut. Besonders Haushalte mit geringer Erwerbsintensität sind gefährdet.
Wenn das Geld für Grundlegendes fehlt
Die materielle und soziale Deprivation betrifft 3,7 Prozent der Bevölkerung. Für sie sind mindestens sieben von dreizehn grundlegenden Gütern unerschwinglich – etwa eine warme Wohnung, pünktliche Rechnungen oder neue Möbel.
Im dritten Quartal 2025 berichteten 23 Prozent von Einkommensverlusten. Die Hauptgründe:
* Gestiegene Ausgaben für Lebensmittel (31,6 %)
* Höhere Energie- (9,3 %) und Wohnkosten (9,2 %)
Die finanzielle Anspannung schlägt sich direkt im Alltag nieder.
Sozialstaat als Schutz – reicht das?
Sozialorganisationen wie Caritas und Volkshilfe betonen die zentrale Rolle des Sozialstaats. Ohne Transferleistungen wie Pensionen oder Arbeitslosengeld wären rund 43 Prozent der Österreicher armutsgefährdet. Derzeit schützen diese Leistungen etwa 2,5 Millionen Menschen.
Doch die Forderungen an die Politik werden lauter. Im Fokus stehen:
* Eine strukturelle Anpassung der Sozialleistungen an die Inflation
* Gezielte Entlastungen bei Wohn- und Energiekosten
* Maßnahmen für Geringverdiener und gegen Langzeitarbeitslosigkeit
Die Debatte über soziale Gerechtigkeit wird die Agenda 2026 maßgeblich bestimmen. Die zentrale Frage bleibt: Wie kann eine nachhaltige Entlastung der Haushalte gelingen?


