Architektenkammer, Offensive

Architektenkammer startet Offensive für zirkuläres Bauen

02.02.2026 - 08:54:12

Branchenweite Qualifizierungsprogramme wie das der AKBW bereiten Bauprofis auf strengere Umweltauflagen und die Kreislaufwirtschaft vor. Digitale Innovationen wie der Gebäuderessourcenpass treiben den Wandel.

Eine neue Fortbildungswelle soll Bauprofis für die Kreislaufwirtschaft rüsten. Hintergrund sind strengere Umweltauflagen und der massive Ressourcenhunger der Branche. Initiativen wie das Qualifizierungsprogramm der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) markieren einen entscheidenden Schritt.

Der Bausektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher und Abfallproduzenten. Die Antwort auf diese Herausforderung heißt Kreislaufwirtschaft. Sie zielt auf Wiederverwendung und Recycling von Materialien ab. Um diesen Wandel in der Praxis zu verankern, werden gezielte Bildungsangebote immer wichtiger.

Neues Programm als Praxis-Wegweiser

Im Zentrum steht das mehrstufige Qualifizierungsprogramm „Zirkuläres Bauen“ der AKBW. Der nächste Durchgang startet Ende Januar 2026. Das Angebot richtet sich an Architekten, Bauingenieure und weitere Akteure der Immobilienwirtschaft.

Das Programm gliedert sich in fünf Module:
* Von theoretischen Grundlagen bis zu rechtlichen Rahmenbedingungen
* Schwerpunkte auf Wiederverwendung von Bauteilen und Life-Cycle-Management
* Kombination aus Wissensvermittlung, Praxisbeispielen und Exkursionen

Ziel ist es, die Lücke zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung zu schließen. Auch andere Institutionen wie die DGNB bieten spezialisierte Seminare an.

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Politik und Digitalisierung treiben Wandel voran

Politische Entwicklungen untermauern die Dringlichkeit. Die Bundesregierung plant die Einführung eines digitalen Gebäuderessourcenpasses. Er soll Materialien in Gebäuden erfassen und für eine spätere Wiederverwendung verfügbar machen.

Parallel treiben digitale Innovationen die Transformation voran:
* Entwicklung standardisierter digitaler Logbücher für Gebäude
* KI-gestützte Analysen für das Wiederverwertungspotenzial von Bauteilen
* Schaffung von Grundlagen für Märkte mit Sekundärbaustoffen

Diese technologischen Fortschritte erfordern neue Kompetenzen bei Planern und Bauherren.

Vom Nischenthema zum Wirtschaftsfaktor

Die Abkehr von der linearen „Bauen-Nutzen-Wegwerfen“-Logik wird zum Wettbewerbsvorteil. Steigende Rohstoffpreise und strengere Auflagen erhöhen den Druck. Kreislaufgerechte Gebäude punkten mit einer höheren Wertstabilität.

Experten sind sich einig: Die Transformation gelingt nur, wenn Wissen flächendeckend in der Branche verankert wird. Die aktuelle Fortbildungsoffensive ist ein entscheidender Hebel. Die Nachfrage nach Fachkräften mit dieser Expertise dürfte in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Zirkularität wird zum neuen Standard

Die kommenden Jahre bringen weitere Professionalisierung. Fachkonferenzen wie die CirCon 2026 in Wien unterstreichen die hohe Dynamik des Themas. Für Bauprofis wird die Auseinandersetzung mit Kreislaufprinzipien unausweichlich.

Die Investition in Fortbildungen ist somit eine strategische Vorbereitung auf die Zukunft. Kriterien des zirkulären Bauens werden voraussichtlich stärker in Bauvorschriften und bei der Vergabe öffentlicher Aufträge verankert.

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