Arbeitsmarkt: Drei Millionen Arbeitslose überschritten
30.01.2026 - 17:13:12Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat zu Jahresbeginn die symbolträchtige Marke von drei Millionen überschritten. Grund sind neben saisonalen Effekten vor allem die anhaltende wirtschaftliche Schwäche.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Januar 2026 auf 3.085.000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. Das ist ein Plus von 177.000 gegenüber dem Vormonat und der höchste Januar-Wert seit 2014. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,4 Punkte auf 6,6 Prozent.
Saisonale Pause deckt Stagnation auf
Der Wintereinbruch ist typisch, doch die Dimension überrascht. „Der Anstieg ist vor allem saisonal bedingt, aber die fehlende wirtschaftliche Dynamik ist spürbar“, erklärte BA-Chefin Andrea Nahles in Nürnberg. Die bereinigte Zahl, die jahreszeitliche Schwankungen herausrechnet, blieb dagegen nahezu unverändert. Das zeigt: Es gibt keinen Absturz, aber auch keinen Aufschwung. Die Wirtschaft schafft einfach nicht genug neue Jobs.
Die Zurückhaltung der Unternehmen wird an einer anderen Stelle deutlich: Die gemeldeten Stellenangebote sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34.000 auf 598.000. Die Nachfrage nach neuer Arbeitskraft stagniert.
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Strukturelle Probleme werden sichtbar
Die Januar-Daten spiegeln die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen wider. Die vielbeschworene Resilienz des deutschen Arbeitsmarktes scheint zu bröckeln. Besonders die Industrie als Jobmotor stottert weiter. Das Instrument der Kurzarbeit bleibt für viele Betriebe wichtig; bis November 2025 erhielten rund 204.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld.
Regionale Unterschiede verschärfen das Bild. In Hamburg etwa stieg die Quote auf 8,6 Prozent – ein 20-Jahres-Hoch für den Januar. Lokal wird dies mit dem Auslaufen befristeter Verträge zum Jahresende erklärt.
Was bedeutet die Drei-Millionen-Marke?
Die BA blickt auch auf die Unterbeschäftigung, die Menschen in Maßnahmen oder kurzfristiger Krankheit einbezieht. Sie lag bei 3,705 Millionen und damit sogar leicht unter dem Vorjahreswert. Ein Hinweis, dass arbeitsmarktpolitische Instrumente wirken, auch wenn sie nicht in der Hauptstatistik auftauchen.
Die entscheidende Frage lautet nun: Kommt der übliche Frühjahrsaufschwung? Experten rechnen mit sinkenden Zahlen bei besserem Wetter. Doch ohne eine breite wirtschaftliche Erholung könnte das strukturelle Niveau der Arbeitslosigkeit 2026 dauerhaft höher bleiben. Das Durchbrechen der Drei-Millionen-Schwelle ist ein psychologischer Weckruf. Der Arbeitsmarkt entkoppelt sich nicht länger von der Konjunkturschwäche.
Die nächste umfassende Bilanz der Bundesagentur für Arbeit Ende Februar wird zeigen, ob der Januar nur ein saisonaler Ausrutscher war – oder der Beginn eines besorgniserregenden Trends.
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