Aqara, Samsung

Aqara und Samsung machen das Zuhause zum Gesundheitswächter

07.01.2026 - 12:26:12

Auf der Technikmesse setzen Hersteller auf Radar und KI für diskrete Gesundheitsüberwachung im Smart Home, um Stürze und Krankheitszeichen zu erkennen. Die hohen Kosten bleiben eine Herausforderung.

Die Pflege-Revolution kommt aus der Steckdose: Auf der CES 2026 in Las Vegas verschiebt sich der Fokus der Altersvorsorge-Technologie weg von Wearables hin zu unsichtbaren, im Haus integrierten Sensoren. Führende Hersteller setzen auf Radar und KI, um Senioren ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen – ohne Kameras und störende Geräte.

Vom Notfallknopf zum unsichtbaren Wächter

Die Ära des simplen Hausnotrufs ist vorbei. Stattdessen verwandeln neue Technologien das gesamte Zuhause in einen proaktiven Pflegeassistenten. Der Trend auf der weltgrößten Technikmesse ist klar: Millimeterwellen-Radar, ambientes Sensing und On-Device-KI ersetzen vergessene Fitness-Armbänder und privacy-bedrohende Kameras. Das Ziel ist die lückenlose Überwachung von Stürzen, Vitalwerten und sogar frühen Anzeichen von Demenz – ganz ohne, dass die Nutzer etwas davon merken.

Kann die Wohnung so zur Pflegekraft werden? Die Hersteller sind überzeugt. Sie adressieren damit zwei Kernprobleme: die Stigmatisierung tragbarer Medizinprodukte und die Abneigung gegen Überwachungskameras im privaten Raum.

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Radar-Sensoren: Präzise Ortung ohne Kamera

Ein Schlüssel zur diskreten Überwachung ist die Radar-Technologie. Der Smart-Home-Pionier Aqara stellte den Spatial Multi-Sensor FP400 vor. Das an der Wand montierte Gerät nutzt Millimeterwellen, um bis zu zehn Personen in einem Raum zu unterscheiden und ihre Körperhaltung in Echtzeit zu erfassen – ob jemand steht, sitzt oder liegt. Die entscheidende Innovation: Es erkennt Stürze, ohne ein einziges Video aufzuzeichnen. Ein großer Schritt für die Privatsphäre.

Auch beim Küchenschutz setzt die Branche auf Radar. Der iGuardStove schaltet Herdplatten automatisch ab, wenn eine Person den Raum für mehr als fünf Minuten verlässt. Durch die präzisere Erkennung menschlicher Präsenz soll die Fehlalarm-Rate sinken und die Brandgefahr minimiert werden – eine entscheidende Sicherheit für Menschen mit Vergesslichkeit.

Das Badezimmer wird zum Gesundheits-Checkpoint

Die Innovation macht auch vor alltäglichen Einrichtungsgegenständen nicht halt. Die heimliche Diagnose findet künftig morgens vor dem Spiegel und im Bad statt.

Das Longevity Mirror von NuraLogix ist ein intelligenter Spiegel. Er analysiert in nur 30 Sekunden den Blutfluss im Gesicht und liefert eine Einschätzung zum kardiovaskulären Risiko, Stoffwechsel und Stresslevel. Ein Gesundheits-Check-up während der morgendlichen Routine.

Noch intimer, aber potenziell lebensrettend ist der Neo Smart Toilet von Vovo Corp. Die intelligente Toilette, ausgezeichnet als CES-Innovations-Honoree, analysiert den Urin auf Gesundheitsmarker. Zudem meldet sie an Betreuer, wenn sie über zwölf Stunden nicht genutzt wurde – ein mögliches Indiz für einen Sturz oder einen medizinischen Notfall.

Samsung und Matter vernetzen das Pflege-Netzwerk

Der Tech-Riese Samsung treibt die Vernetzung voran. Seine erweiterten „Family Care“-Features in der SmartThings-Ökologie nutzen die KI in Fernsehern und Kühlschränken, um Verhaltensänderungen zu erkennen. Diese könnten auf beginnenden kognitiven Verfall hindeuten. Im Notfall, etwa nach einem Sturz, senden die vernetzten Hausgeräte sofort eine Warnung an Familienmitglieder.

Experten sehen im Durchbruch des einheitlichen Smart-Home-Standards Matter einen Katalysator für diesen Trend. Erst die nahtlose Kommunikation zwischen Sensoren verschiedener Hersteller – vom Aqara-Falldetector bis zur Samsung-Zentrale – schaffe ein wirklich kohärentes Sicherheitsnetz und keine isolierten Gadgets.

Die große Hürde: Der Preis für Sicherheit

Trotz der Begeisterung bleibt die Kostenfrage der entscheidende Hemmschuh. Geräte wie der iGuardStove (399 US-Dollar) oder abonnementbasierte Modelle wie der Longevity Spiegel sind eine Investition. Die vollständige Ausstattung einer Wohnung mit diesem Sensor-Netzwerk dürfte für viele Seniorenhaushalte unerschwinglich sein.

Die Branche setzt daher auf die Kostenteilung durch Versicherer und Gesundheitssysteme. Nur mit Subventionen könnten diese Technologien breite Bevölkerungsschichten erreichen und die Pflegekosten langfristig senken, indem sie den Umzug ins Pflegeheim hinauszögern.

Die nächste Stufe: KI, die die Umgebung anpasst

Der Blick geht bereits weiter. Das nächste Ziel ist die Integration generativer KI, die nicht nur Daten meldet, sondern aktiv handelt. Firmen wie Ceragem experimentieren mit Systemen, die Licht, Temperatur und sogar Möbel automatisch anpassen, um Komfort und Genesung zu fördern.

Bis diese „unsichtbaren Pflegekräfte“ jedoch volles Vertrauen genießen, müssen sie ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Die Systeme müssen sicher zwischen einem Mittagsschlaf und einem medizinischen Notfall unterscheiden können. Gelingt das, könnten die Innovationen von Las Vegas die Ökonomie der Altenpflege neu definieren und Millionen ein längeres, selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichen.

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