Antreiber-Test, Stressmacher

Antreiber-Test: So entlarven Sie Ihre inneren Stressmacher

25.01.2026 - 17:34:11

Ein psychologisches Modell aus den 1970ern hilft, fünf unbewusste Verhaltensmuster zu erkennen, die im Berufsleben zu Blockaden führen können. Die Identifikation ermöglicht eine gesündere Selbststeuerung.

Ein psychologisches Modell aus den 1970ern erlebt in der modernen Arbeitswelt ein Comeback. Der sogenannte Antreiber-Test hilft, unbewusste Verhaltensmuster zu identifizieren, die zu Stress und beruflichen Blockaden führen. Das Modell basiert auf der Transaktionsanalyse und wurde vom Psychologen Taibi Kahler erweitert.

Fünf innere Befehle, die uns steuern

Kahler definierte fünf spezifische „Antreiber“, die unser Denken und Handeln unter Stress maßgeblich lenken. Es sind Glaubenssätze, die oft in der Kindheit verinnerlicht wurden. Jeder trägt sie in sich – problematisch wird es, wenn sie zu dominant werden und unser Verhalten diktieren.

Die fünf Antreiber sind:
* Sei perfekt!
* Sei stark!
* Streng dich an!
* Mach es allen recht!
* Beeil dich!

Jeder Antreiber hat positive Seiten, die im Job als Stärken gelten können. Der „Sei perfekt“-Typ überzeugt durch Gründlichkeit. Der „Beeil dich“-Mensch erledigt Aufgaben schnell. Doch wo liegen die Schattenseiten?

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Von der Stärke zur Blockade

Wenn innere Antreiber zur Zwangshandlung werden, schaden sie mehr, als sie nützen.

  • „Sei perfekt!“ führt zu übertriebenem Kontrollverhalten und Angst vor Fehlern. Delegieren fällt schwer.
  • „Sei stark!“ macht zu Einzelkämpfern. Betroffene zeigen keine Schwäche und nehmen keine Hilfe an – das isoliert emotional.
  • „Streng dich an!“ verknüpft den Wert einer Aufgabe mit der aufgewendeten Mühe. Was leicht von der Hand geht, erscheint wertlos. Das führt zu Ineffizienz.
  • „Mach es allen recht!“ steht für Harmonie, endet aber oft in Ausnutzung. Ein klares „Nein“ ist unmöglich, eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt.
  • „Beeil dich!“ produziert Flüchtigkeitsfehler und ein ständiges Gefühl der Getriebenheit. Der Blick für Details geht verloren.

Vom Test zur Selbstreflexion

Spezielle Fragebögen, die als Antreiber-Test bekannt sind, helfen, die eigenen dominanten Muster zu identifizieren. Sie bestehen aus Aussagen zum Verhalten, die bewertet werden müssen.

Experten raten jedoch: Die Ergebnisse sind kein Urteil, sondern ein Startpunkt. Entscheidend ist die Kombination aus Test, eigener Beobachtung und Feedback aus dem Umfeld. Erst das Bewusstmachen der Muster ermöglicht es, ihre negative Wirkung zu bremsen.

So wandeln Sie Antreiber in „Erlauber“ um

Im Coaching geht es nicht darum, Antreiber zu eliminieren. Sie enthalten auch positive Qualitäten. Das Ziel ist eine gesunde Balance. Dafür entwickeln Klienten sogenannte „Erlauber“ – positive Glaubenssätze, die dem Zwang entgegenwirken.

  • Aus „Sei perfekt!“ wird: „Ich darf Fehler machen.“ oder „Ich bin gut genug.“
  • Aus „Mach es allen recht!“ wird: „Ich darf Nein sagen und auf meine Bedürfnisse achten.“

Dieses „Reframing“ bricht starre Muster auf und erweitert die Handlungsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die immer mehr Eigenverantwortung verlangt, wird diese Fähigkeit zur Selbststeuerung entscheidend. Wer seine Antreiber kennt und steuert, kann Burnout vorbeugen und seine Energie gezielter einsetzen.

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