Anthropics, Claude

Anthropics Claude: Vom Chatbot zum autonomen Arbeitskollegen

17.01.2026 - 15:22:12

Anthropic wandelt seinen KI-Assistenten Claude in einen proaktiven Projektmanager um. Das neue Feature Cowork erlaubt Dateizugriff, während Microsoft seine Investitionen erhöht.

KI-Modell Claude soll 2026 komplexe Workflows eigenständig managen – neues Feature „Cowork“ startet durch.

Anthropic, das Unternehmen hinter der KI Claude, vollzieht eine strategische Wende. Statt eines reaktiven Chatbots soll das System 2026 zum eigenständigen „Kollegen“ werden, der ganze Projekte übernimmt. Das kündigte Produktchef Scott White in einem Interview am Samstag an. Der Plan: Nutzer delegieren künftig Aufgaben, statt jede Einzelanweisung zu geben.

Die Vision: KI als proaktiver Teampartner

„Wir drehen den Spieß um“, beschreibt White die Strategie für das laufende Jahr. Claude soll Verantwortung für signifikante Arbeitspakete übernehmen. Anstelle kleinteiliger Prompts könnten Nutzer künftig einfach Ziele vorgeben. Die KI nutzt dann Werkzeuge und Datenbanken, um das Ergebnis zu erzielen. White spricht von „professionellen Superkräften“, die Stunden an menschlicher Arbeit einsparen sollen.

Diese Entwicklung erfordert einen grundlegenden Wandel. Das Modell muss lernen, mit externen Systemen zu interagieren. Anthropic will so komplexe Herausforderungen in Beruf und Privatleben lösen. Die Sicherheit dabei sieht White nicht als Bremse, sondern als Voraussetzung für leistungsfähige Tools.

„Cowork“: KI erhält Zugriff auf den Desktop

Ein erster Schritt dieser Vision ist das Feature „Cowork“. Seit Montag können Nutzer der Desktop-App Claude Zugriff auf bestimmte Ordner gewähren. In einer abgesicherten Umgebung liest, bearbeitet und erstellt die KI dort Dateien.

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Die Anwendungen sind vielfältig: Chaotische Download-Ordner sortieren, Dateibatchs umbenennen oder verstreute Belege in Tabellen zusammenführen. Nach einem Start als Forschungsvorschau für Top-Kunden ist Cowork seit Freitag auch für Claude-Pro-Abonnenten verfügbar.

Analysten sehen darin einen direkten Konkurrenzkampf zu Microsoft. Während der Tech-Riese KI tief ins Betriebssystem integriert, setzt Anthropic auf einen „Bottom-up“-Ansatz. Nutzer automatisieren so Aufgaben ohne tiefgreifende Systemänderungen.

Neustrukturierung für mehr Innovation

Die neue Ausrichtung begleitet ein personelles Update. Mike Krieger, Mitgründer von Instagram und bisheriger Produktchef, übernimmt die interne „Labs“-Abteilung. Diese entwickelt experimentelle Produkte. Die Verantwortung für das Kerngeschäft geht an Ami Vora.

Das Ziel ist klar: Die Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline beschleunigen, während die Kundenprodukte stabil bleiben. Der Schritt unterstreicht den Fokus auf verantwortungsvolle Innovation.

Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Markt

Der Vorstoß in Richtung autonomer KI findet in einem hart umkämpften Markt statt. Laut Berichten erhöht Microsoft sein finanzielles Engagement bei Anthropic. Die Ausgaben für dessen Modelle nähern sich einer halben Milliarde Euro pro Jahr. Über Azure bietet Microsoft Claude als Alternative zu OpenAI-Modellen an.

Gleichzeitig verschärft sich der Kampf um Branchenlösungen. Kurz vor der Cowork-Vorstellung präsentierte Anthropic KI-Tools für das Gesundheitswesen. Diese helfen medizinischem Personal bei komplexen Akten und Kodiersystemen. Konkurrenten zogen fast zeitgleich mit ähnlichen Ankündigungen nach – ein Zeichen für die strategische Bedeutung dieses Sektors.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Vision des „fähigen Kollegen“ aufgeht. Der Erfolg hängt maßgeblich vom Vertrauen der Nutzer ab. Sind Fachkräfte bereit, die Schlüssel zu ihrem digitalen Arbeitsplatz an eine KI zu übergeben? Mit Cowork sammelt Anthropic nun erste praktische Daten.

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