Anthropic-Chef warnt vor KI-Revolution für Software-Entwickler
23.01.2026 - 16:31:12KI-Systeme könnten die Arbeit von Programmierern in nur einem Jahr weitgehend übernehmen. Diese dramatische Prognose stellte Dario Amodei, CEO des KI-Unternehmens Anthropic, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf. Seine Warnung vor einer radikalen Umwälzung einer Schlüsselbranche löste intensive Debatten über die Zukunft der Arbeit aus.
Vom Helfer zum Hauptakteur
Die Entwicklung geht weit über heutige KI-Assistenten hinaus, die lediglich Code-Vorschläge machen. Die nächste Generation von KI-Modellen werde bald in der Lage sein, den gesamten Arbeitsablauf eines Software-Ingenieurs zu übernehmen – von der Konzeption bis zum fertigen Code. Das wäre ein fundamentaler Wandel: Die KI würde nicht mehr assistieren, sondern zur primären Entwicklerin werden.
Bei Anthropic ist dieser Wandel bereits im Gange. Einige Ingenieure schreiben keinen Code mehr selbst, sondern geben Anweisungen an KI-Modelle. Ihre Rolle verschiebt sich hin zu Editoren und Aufsehern, die die KI-Ausgabe verfeinern und die Gesamtarchitektur verwalten. Aus kreativen Entwicklern werden strategische Aufseher automatisierter Systeme.
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Wirtschaftliches Paradoxon und politischer Handlungsdruck
Amodei malt ein widersprüchliches Zukunftsbild: Die Wirtschaft könnte einerseits ein beispielloses Produktivitätswachstum erleben, das das Bruttoinlandsprodukt um 5 bis 10 Prozent steigen ließe. Gleichzeitig drohten zweistellige Arbeitslosenquoten. Diese Kombination aus Wohlstandsgewinn und Jobverlust stellt moderne Volkswirtschaften vor eine historisch einmalige Herausforderung.
Der Anthropic-Chef drängt daher auf politisches Handeln. Die Gesellschaft müsse sich proaktiv auf die Umwälzungen vorbereiten, um sicherzustellen, dass die wirtschaftlichen Vorteile der KI breit geteilt werden. Andernfalls drohten massive Ungleichheit und soziale Unruhen. “Es gibt nicht genug Bewusstsein bei politischen Entscheidungsträgern und in der Öffentlichkeit für das Ausmaß der kommenden Veränderungen”, warnt Amodei.
Branche im Umbruch – Werden Einstiegsjobs seltener?
Andere Branchenführer teilen Teile von Amodeis Analyse. Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, beobachtet bereits erste Auswirkungen auf die Einstellungspraxis bei Junior-Positionen. KI werde zwar neue und sinnvollere Jobs schaffen, doch Einstiegsstellen und Praktika könnten knapper werden, wenn KI-Tools leistungsfähiger werden.
Diese Perspektive der Job-Erweiterung statt vollständigen Ersatzes spiegelt sich auch in aktuellen Daten von Anthropic wider. Doch Amodeis jüngste Aussagen deuten auf einen deutlich schnelleren und disruptiveren Zeitplan hin. Die entscheidende Frage bleibt: Wird die KI primär als produktivitätssteigernder Assistent dienen oder als autonomer Akteur ganze Berufsbilder automatisieren?
Das Zeitfenster schließt sich
Die konkrete Zeitschiene von 6 bis 12 Monaten setzt die Software-Entwicklungsbranche unter erheblichen Anpassungsdruck. Zwar räumt Amodei Unsicherheiten ein, wie schnell letzte Jobkomponenten vollautomatisiert werden können – die Richtung ist jedoch eindeutig.
Die Warnung aus Davos ist mehr als eine Prognose. Sie ist ein Weckruf für die Tech-Branche und die gesamte Gesellschaft. Während KI-Modelle einer Art Moore’schem Gesetz für Intelligenz folgen, beschleunigt sich ihr realer Einfluss auf Wirtschaft und Arbeitswelt. Für Software-Ingenieure und ihre Arbeitgeber dürften die nächsten zwölf Monate zu den transformativsten in der Geschichte des Berufsstands gehören.
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