Anpack-Mentalität, Leistungsdebatte

Anpack-Mentalität: Die neue deutsche Leistungsdebatte

17.01.2026 - 23:14:12

Die Diskussion um eine neue Leistungskultur fokussiert sich auf nachhaltiges Engagement, das sich von Hustle Culture abgrenzt und Wertschätzung mit Eigeninitiative verbindet.

Deutschland diskutiert eine neue Leistungsethik. Während viele über Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance sprechen, formiert sich ein Gegenentwurf: die „Anpack-Mentalität“. Sie fordert mehr Eigeninitiative und proaktives Handeln im Job. Doch was steckt wirklich hinter diesem Begriff?

Keine Rückkehr zur “Hustle Culture”

Die neue Debatte grenzt sich bewusst von der als toxisch geltenden „Hustle Culture“ ab. Diese wurde mit Selbstausbeutung und ständiger Erreichbarkeit gleichgesetzt. Die „Anpack-Mentalität“ zielt dagegen auf nachhaltiges Engagement. Im Kern geht es um eine proaktive Haltung, bei der Mitarbeiter Verantwortung für Ergebnisse übernehmen und Prozesse mitgestalten.

Experten aus der Arbeitspsychologie sehen Potenzial: Ein solches Engagement kann das Wohlbefinden sogar steigern – vorausgesetzt, es ist mit Autonomie verbunden. Unternehmen setzen dafür auf flache Hierarchien und offene Kommunikation.

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Der stille Rückzug? Ein Mythos

Die Forderung nach mehr Leistung wird oft mit „Quiet Quitting“ begründet, dem Dienst nach Vorschrift. Die Datenlage zeigt jedoch ein anderes Bild. Repräsentative Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegen:

  • Die Arbeitszufriedenheit in Deutschland ist nach wie vor hoch.
  • Die Identifikation mit dem Arbeitgeber hat sich seit 2021 wieder erhöht.

Die Debatte scheint also weniger eine Reaktion auf Leistungsverweigerung zu sein. Vielmehr geht es um die präventive Frage: Wie schaffen wir die Bedingungen für nachhaltig hohes Engagement? Die Ursachen für nachlassenden Einsatz liegen häufig in schlechten Arbeitsbedingungen wie übermäßigem Druck oder mangelnder Wertschätzung.

Generation Z: Sinn statt Pflichterfüllung

Besonders bei der Generation Z wird die Debatte hitzig geführt. Jungen Arbeitnehmern wird pauschal geringere Leistungsbereitschaft unterstellt, weil sie Wert auf Work-Life-Balance legen. Studien widerlegen dieses Klischee und zeigen ein hohes Engagement.

Der Unterschied liegt in der Motivation: Statt reiner Pflichterfüllung suchen junge Talente nach Sinn, Weiterentwicklung und einer gesundheitsfördernden Umgebung. Ihre Leistungsbereitschaft entfaltet sich, wenn Flexibilität und psychische Stabilität gewährleistet sind. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Leistungsorientierung mit diesen Werten in Einklang zu bringen.

Zwischen Stress und Wohlstandssicherung

Die Diskussion findet in einem konkreten Spannungsfeld statt. Politische Appelle fordern mehr Arbeit zur Sicherung des Wohlstands. Gleichzeitig nimmt die psychische Belastung zu. Eine aktuelle Studie zeigt: Fast die Hälfte der Deutschen empfindet die Arbeit als größten täglichen Stressfaktor.

Arbeitspsychologen betonen den engen Zusammenhang von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Kurzfristiger Stress kann die Leistung steigern, langfristig führt er zu Burnout. Eine zukunftsfähige Leistungskultur muss daher beide Pole vereinen. Neue Modelle wie „Microshifting“ – die Aufteilung des Arbeitstags in flexible Blöcke – sind Versuche, diesen Spagat zu meistern.

Die Zukunft der Arbeit liegt weder in grenzenloser Selbstaufgabe noch im Rückzug ins Private. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die eine Kultur des proaktiven Anpackens mit echter Flexibilität und Wertschätzung verbinden. Die große Herausforderung: ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter nicht zwischen Karriere und Gesundheit entscheiden müssen.

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