Anker und Feishu starten KI-Aufnahmeknopf für den Alltag
19.01.2026 - 17:32:12Hardware-Riese Anker und ByteDances Büro-Plattform Feishu bringen ein winziges Wearable auf den Markt, das Gespräche automatisch in strukturiertes Wissen verwandelt. Der „Anker AI Recording Bean“ soll das Ende manueller Notizen einläuten. Verfügbar ist das 10 Gramm leichte Gerät ab sofort in China für umgerechnet etwa 115 Euro.
Vom Gespräch zum Dokument – automatisch
Die Kerninnovation liegt in der nahtlosen Verknüpfung von Hardware und KI-Software. Der nur münzgroße Aufnahmeknopf zeichnet per Bluetooth oder WLAN Gespräche auf und überträgt sie in die Feishu-Cloud. Dort verarbeitet ByteDances KI-Modell „Doubao“ die Audio-Daten in Echtzeit. Das Ergebnis: automatische Transkription, mehrsprachige Übersetzung, Sprechererkennung und die Generierung von Besprechungsnotizen mit Zusammenfassungen und Aufgabenlisten. Alles landet direkt in der Wissensdatenbank des Nutzers auf Feishu.
Für deutsche Unternehmen, die Tools wie Microsoft Teams oder SAP Jam nutzen, zeigt das Produkt eine mögliche Zukunft: KI, die nicht nur zuhört, sondern Arbeitsschritte wie Protokollierung und Wissensmanagement vollständig automatisiert. Könnte das den entscheidenden Produktivitätsschub bringen?
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Diskretes Design für den Dauereinsatz
Mit einem Gewicht von nur 10 Gramm und einem Durchmesser von 23,2 Millimetern ist das Gerät für den unauffälligen Alltagseinsatz konzipiert. Ein magnetisches Clip-System ermöglicht die Befestigung am Kragen oder der Tasche. Trotz der Miniaturisierung bietet der „Recording Bean“ acht Stunden Akkulaufzeit, die sich durch das mitgelieferte Ladecase auf über 32 Stunden erstreckt. Zehn Minuten Laden sollen für zwei Stunden Aufnahme reichen.
Marktstrategie und Sicherheitsfragen
Der Launch ist zunächst auf den chinesischen Markt fokussiert, wo Feishu bereits in vielen Tech-Unternehmen etabliert ist. Die Strategie ist klar: Durch die Hardware soll die Bindung an das Feishu-Ökosystem vertieft werden. Die direkte Umwandlung von Gesprächen in Feishu Docs und Tabellen ist ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Softwarelösungen.
Angesichts sensibler Gesprächsinhalte setzen die Hersteller auf AES-256-Verschlüsselung für die gesamte Datenübertragung und -speicherung. Die Frage nach der Datensouveränität und der Einhaltung europäischer DSGVO-Standards bleibt bei einer möglichen internationalen Vermarktung unter dem globalen Feishu-Brand „Lark“ jedoch zentral.
Ein Schritt in Richtung „Ambient Computing“
Die Kooperation markiert einen Trend hin zu KI-nativer Hardware, die unsichtbar im Hintergrund arbeitet. Anker, hierzulande vor allem als Hersteller von Powerbanks bekannt, expandiert damit in den Bereich intelligenter Bürohardware. Für Feishu ist es der erste Schritt aus der reinen Software-Welt. Gemeinsam treiben sie die Vision des „Ambient Computing“ voran, bei dem die KI einfach da ist – und die lästige Arbeit des Dokumentierens übernimmt. Ob sich dieser Ansatz auch außerhalb Chinas durchsetzen kann, wird sich zeigen.


