Analog Devices startet globale Preiserhöhung für Chips
01.02.2026 - 00:54:12Analog Devices erhöht ab sofort weltweit die Preise für seine Halbleiter. Die bis zu 30 Prozent teureren Bausteine treffen die deutsche Industrie und Automobilbranche besonders hart.
Der US-Chipriese hat die lange angekündigte Anpassung für sein gesamtes Portfolio analoger und gemischt-signaler Chips umgesetzt. Sie gilt für alle neuen Bestellungen und bereits bestehende Aufträge. Damit folgt das Unternehmen dem Konkurrenten Texas Instruments, der bereits 2025 die Preise deutlich anhob. Experten sehen darin den Beginn einer neuen Preisspirale in diesem kritischen Marktsegment.
Gestaffelte Preispolitik mit Spitzenwerten für Militärtechnik
ADI setzt nicht auf eine einheitliche Erhöhung, sondern verfolgt eine differenzierte Strategie. Im Schnitt steigen die Preise um etwa 15 Prozent.
Die angekündigten Preissteigerungen und die starke Nachfrage nach Militär- und Aerospace‑Chips erhöhen den Druck auf Exporte und Lieferketten – viele Hersteller unterschätzen die Dual‑Use‑Regeln. Fehler bei der Güterprüfung können zu Verzögerungen, hohen Bußgeldern oder dem Verlust von Ausfuhrlizenzen führen und damit die Produktion zusätzlich belasten. Der kostenlose Leitfaden „Das 1×1 der Dual‑Use‑Verordnung“ erklärt praxisnah, welche Halbleiter besonders betroffen sind, wie Sie Genehmigungspflichten prüfen und Prozesse rechtssicher dokumentieren. Jetzt Dual-Use-Leitfaden herunterladen
Für Standardprodukte müssen Kunden mit Aufschlägen von 10 bis 15 Prozent rechnen. Industrielle Anwendungen werden etwa 15 Prozent teurer. Die stärkste Erhöhung erwartet jedoch den Verteidigungssektor: Fast tausend hochzuverlässige Militär- und Aerospace-Chips könnten bis zu 30 Prozent mehr kosten. Ihre Herstellung für extreme Umgebungen ist komplex und teuer, was die Preiselastizität stark einschränkt.
Inflation und Markterholung als Treiber
In der Kommunikation mit Partnern führt das Unternehmen die Anpassung auf anhaltend hohe Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal zurück. Effizienzsteigerungen reichten nicht mehr aus, um diese zu kompensieren.
Der Schritt erfolgt in einer Phase der Markterholung. ADI selbst meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatzanstieg von 26 Prozent auf 3,076 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Das starke Wachstum in den Industrie- und Kommunikationssparten unterstreicht die veränderte Marktmacht der Anbieter.
Deutsche Schlüsselindustrien unter Druck
Die Auswirkungen werden breit spürbar sein. ADI-Chips stecken in unzähligen Produkten – von Elektrofahrzeugen über Industrieroboter bis zu Medizingeräten. Für Hersteller bedeutet das höhere Materialkosten und schmalere Margen.
Besonders betroffen ist die Automobilindustrie. Sie ist für den Umstieg auf Elektromobilität und autonomes Fahren auf immer mehr Halbleiter angewiesen. Auch der deutsche Maschinenbau, der auf mehr Automatisierung setzt, steht vor der Herausforderung steigender Komponentenpreise. Die Kostenwelle wird sich durch die Lieferkette fortsetzen.
Start eines neuen Preiszirkels
Die Erhöhungen von TI und ADI markieren eine Trendwende. Die gesamte Branche scheint nach einer Phase der Bestandsbereinigung in einen neuen Preisanpassungszyklus einzutreten. Prognosen für 2026 sind optimistisch; der globale Halbleitermarkt könnte die Billion-Dollar-Marke erreichen.
Kurzfristig könnten Kunden ihre Lagerbestände aufstocken, um die Preissprünge abzufedern. Langfristig dürfte der Kostendruck zu mehr Fokus auf Lieferkettenoptimierung und Integration führen. Für Verbraucher könnte sich die Lage gegen Ende des Jahres bemerkbar machen, wenn Produkte mit den teureren Komponenten zu höheren Preisen auf den Markt kommen.
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