ams-OSRAM streicht 2.000 Jobs trotz besserer Zahlen
10.02.2026 - 18:43:12Der deutsch-österreichische Halbleiterkonzern ams-OSRAM baut bis 2028 weltweit 2.000 Stellen ab. Der Schwerpunkt liegt in Deutschland – trotz einer deutlichen operativen Erholung im vergangenen Jahr. Ein paradoxes Signal, das die tiefe Transformation des Unternehmens unterstreicht.
Sparprogramm „Simplify“ soll 200 Millionen Euro bringen
Unter dem Namen „Simplify“ startet der Sensor- und Halbleiterspezialist ein neues Effizienzprogramm. Bis 2028 sollen damit jährlich rund 200 Millionen Euro eingespart werden. Hintergrund ist der massive Preisdruck durch asiatische Wettbewerber im Markt für optische Halbleiter.
„Eine Anpassung unserer Kapazitäten ist unumgänglich, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte CEO Aldo Kamper. Die Hälfte der gestrichenen Jobs entfällt auf Europa, die andere Hälfte auf Asien. Das Management spricht von einem „schmerzhaften, aber notwendigen“ Schritt, um das Unternehmen als fokussierten Photonik-Konzern neu aufzustellen. Die Umsetzung soll sozialverträglich erfolgen, was intensive Verhandlungen mit den Betriebsräten erwarten lässt.
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Deutschland hart getroffen: Regensburg und Lampenwerke im Fokus
Der europäische Stellenabbau konzentriert sich auf deutsche Standorte. Im Halbleiterwerk Regensburg, dem größten deutschen Standort mit 2.800 Beschäftigten, fallen eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg. Grund ist die Verlagerung der Standardproduktion in kostengünstigere Werke nach Malaysia.
Weitere Einschnitte trifft das traditionelle Lampengeschäft. Die Werke in Herbrechtingen (Baden-Württemberg) und Schwabmünchen (Bayern) leiden unter dem schrumpfenden Markt für Halogenlampen. Die bereits beschlossene Schließung des Standorts Schwabmünchen bis Ende 2027 ist in die aktuellen Zahlen eingerechnet. Der österreichische Hauptsitz in Premstätten bleibt von dieser Kürzungsrunde verschont.
Paradox: Nettoverlust sinkt, aber Jobs werden gestrichen
Die Ankündigung der Massenentlassungen steht in scharfem Kontrast zur jüngsten finanziellen Entwicklung. Für 2025 konnte ams-OSRAM den Nettoverlust nach Steuern von zuvor 785 Millionen Euro auf 129 Millionen Euro drücken. Der Umsatz ging zwar leicht zurück, operativ lief es besser: Das bereinigte EBITDA stieg um sechs Prozent auf 608 Millionen Euro.
Die Börse honoriert die Kombination aus verbesserter Profitabilität und radikaler Effizienzstrategie. Die Aktie legte nach der Bekanntgabe spürbar zu. Für die Belegschaft hingegen beginnt eine Phase der Unsicherheit. Juristen weisen darauf hin, dass bei den anstehenden betriebsbedingten Kündigungen strenge rechtliche Vorgaben für die Sozialauswahl gelten.
Transformation unter Hochdruck
Der Stellenabbau ist der jüngste Akt in der turbulenten Transformation von ams-OSRAM seit der Übernahme von Osram durch den österreichischen Sensorspezialisten AMS im Jahr 2019. Das Unternehmen kämpft mit hoher Verschuldung und globalem Wettbewerbsdruck.
Die Strategie ist klar: Massenprodukte wandern in kostengünstigere Regionen ab, in Europa will man in hochspezialisierte, automatisierte Spitzentechnologie investieren. Ein Balanceakt, um gegen asiatische Konkurrenz mit bis zu 50 Prozent niedrigeren Kosten bestehen zu können. Die kommenden Monate werden zeigen, wie dieser Spagat zwischen Sanierung und sozialem Frieden gelingt.
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