Amazon-Siedlung, Milliarden-Erstattung

Amazon-Siedlung: Milliarden-Erstattung lockt Betrüger an

30.01.2026 - 18:53:12

Cyberkriminelle nutzen die milliardenschwere Erstattung von Amazon an Prime-Kunden für gefälschte Anrufe und Nachrichten aus. Die FTC warnt vor direkten Kontaktaufnahmen.

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC warnt eindringlich vor einer Welle raffinierter Betrugsversuche. Diese nutzen die milliardenschwere Vergleichszahlung von Amazon an Prime-Kunden schamlos aus. Während der Konzern 1,5 Milliarden Euro zurückerstattet, versuchen Cyberkriminelle, mit gefälschten Anrufen und Nachrichten an Geld und Daten zu kommen.

FTC warnt: „Wir kontaktieren Sie nicht direkt“

Die Kernbotschaft der Federal Trade Commission ist klar: Die Behörde kontaktiert Verbraucher nicht direkt bezüglich der Erstattungen. Jede unaufgeforderte Kommunikation, die behauptet, von der FTC oder Amazon über die Vergleichszahlung zu sein, ist ein Betrugsversuch. Diese Warnung kommt zur rechten Zeit, seit im Januar 2026 offizielle Benachrichtigungen an berechtigte Kunden verschickt werden. Die Verwirrung nutzen die Betrüger skrupellos aus.

Der historische Vergleich, im September 2025 abgeschlossen, beendete Vorwürfe, Amazon habe mit irreführenden Praktiken Millionen in das Prime-Abonnement gelockt und einen übermäßig komplizierten Kündigungsprozess geschaffen. Neben den Verbrauchererstattungen musste Amazon eine Rekordstrafe von rund 930 Millionen Euro zahlen.

So arbeiten die Betrüger

Die Methoden sind vielfältig, aber das Muster ähnlich: Die Täter geben sich als Mitarbeiter der FTC oder von Amazon aus. In den betrügerischen Nachrichten wird behauptet, der Empfänger sei erstattungsberechtigt, müsse aber zuerst persönliche Daten oder eine Gebühr überweisen, um die Zahlung zu erhalten.

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Die FTC stellt klar: Weder sie noch Amazon werden jemals Geld fordern, drohen oder eine Überweisung verlangen, um eine Vergleichszahlung zu leisten. Betrüger hingegen versprechen oft besonderen Zugang oder garantierte Erstattungen gegen Vorkasse. Verbraucher sollten bei Nachrichten misstrauisch werden, die künstliche Dringlichkeit erzeugen oder zum Klicken auf verdächtige Links auffordern. Diese führen oft zu Phishing-Seiten, die offizielle Webseiten nachahmen, um Log-in-Daten und Kreditkartennummern abzugreifen.

Der offizielle Erstattungsprozess

Um nicht Opfer zu werden, ist es entscheidend, den legitimen Ablauf zu kennen. Amazon verwaltet die Erstattungen direkt, nicht die FTC. Der Prozess läuft in zwei Phasen ab:

Die erste Phase umfasste automatische Erstattungen an Millionen berechtigter Kunden zwischen November und Dezember 2025. Die zweite Phase, die im Januar 2026 begann, ist ein Beantragungsverfahren für andere berechtigte Kunden, die keine automatische Erstattung erhielten. Diese werden per E-Mail oder Post benachrichtigt und erhalten eine Anleitung zur Antragstellung. Die Frist endet 180 Tage nach Erhalt der Benachrichtigung. Alle Benachrichtigungen sollten bis zum 23. Januar 2026 verschickt sein.

Die offizielle Vergleichs-Website ist SubscriptionMembershipSettlement.com. Berechtigte Kunden, die einen Antrag stellen müssen, erhalten eine eindeutige Claim-ID und eine PIN für diese Seite. Die Erstattungen sind auf maximal 47 Euro pro Kunde gedeckelt – das entspricht in etwa den Kosten einer einjährigen Prime-Mitgliedschaft.

Große Nachrichten als Einfallstor für Kriminelle

Diese Betrugswelle unterstreicht eine gängige Taktik von Cyberkriminellen: Sie springen auf große Nachrichtenereignisse und Gerichtsvergleiche auf, um glaubwürdige Vorwände für ihre Angriffe zu schaffen. Die geschätzten 35 Millionen betroffenen Verbraucher bieten ein riesiges Potenzial an Zielpersonen.

Die ursprüngliche FTC-Klage von Juni 2023 beschuldigte Amazon, mit „irreführenden Benutzeroberflächen“ Verbraucher in Prime gelockt zu haben. Der Vergleich verpflichtet Amazon, diese Praktiken bei Anmeldung und Kündigung zu beenden. Obwohl Amazon kein Fehlverhalten zugab, rückte der Fall das Problem der „Abonnementfallen“ stark in den Fokus.

Zusätzliche Verwirrung könnte ein zweiter, separater Vergleich stiften: Amazon hat sich kürzlich in einer Sammelklage zu Rückgabe- und Erstattungsrichtlinien auf eine Zahlung von rund 288 Millionen Euro geeinigt. Dieser unabhängige Fall, der am 23. Januar 2026 zur Gerichtsgenehmigung eingereicht wurde, behandelt Vorwürfe, das Unternehmen habe Erstattungen für retournierte Ware unrechtmäßig verweigert oder einbehalten. Es ist wahrscheinlich, dass Betrüger auch diese Nachricht für neue Kampagnen ausschlachten werden.

So schützen Sie sich

Da die Antragsfrist noch mehrere Monate läuft, wird die Betrugsgefahr voraussichtlich bestehen bleiben. Die FTC fordert die Öffentlichkeit zur Wachsamkeit auf und bittet, Betrugsverdacht umgehend unter ReportFraud.ftc.gov zu melden.

Experten für Cybersicherheit empfehlen grundlegende Vorsichtsmaßnahmen: Klicken Sie niemals auf unverlangte Links oder öffnen Sie Anhänge unbekannter Absender. Rufen Sie offizielle Webseiten immer direkt durch Eingabe der Adresse im Browser auf. Seien Sie skeptisch bei jeder Kommunikation, die nach Finanzinformationen, Passwörtern oder Sozialversicherungsnummern für eine Erstattung fragt. Seriöse Organisationen fordern diese sensiblen Daten nicht per E-Mail oder SMS an. Im Zweifel: Legen Sie auf, löschen Sie die Nachricht und kontaktieren Sie das Unternehmen über einen verifizierten, offiziellen Kanal.

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