Amazon, Roboter-Startup

Amazon kauft Roboter-Startup für automatisiertes Entladen

06.01.2026 - 23:14:12

Amazon übernimmt das Robotik-Startup Rightbot, um die manuelle Entladung von Frachtcontainern zu automatisieren. Ziel ist die Beschleunigung der Logistik und die Erhöhung der Arbeitssicherheit.

Amazon übernimmt Rightbot Technologies, um die manuelle Entladung von Frachtcontainern zu automatisieren. Der Deal soll die Logistik beschleunigen und die Arbeitssicherheit erhöhen.

Seattle – Der Online-Riese Amazon hat einen Engpass in seiner Lieferkette ins Visier genommen: das manuelle Entladen von Frachtcontainern. Dafür übernimmt das Unternehmen das Robotik-Startup Rightbot Technologies, wie Amazon heute bestätigte. Die Technologie automatisiert das Entladen chaotisch gepackter Container – eine der anstrengendsten und unfallträchtigsten Tätigkeiten in Logistikzentren.

Der „Heilige Gral“ der Logistik

Die Übernahme beendet wochenlange Spekulationen um das Startup aus Newark. Rightbots gesamtes Team wird in Amazons Robotik-Abteilung integriert. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Das Ziel ist klar: Amazon will „floor-loaded“-Container automatisch entladen. Diese sind nicht mit Paletten, sondern mit lose gestapelten Kartons unterschiedlicher Größe vollgepackt – wie ein dreidimensionales Puzzle. Bisher müssen Mitarbeiter diese mühsam von Hand ausräumen, was langsam ist und das Verletzungsrisiko erhöht.

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„Wir suchen ständig nach Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren, die unseren Kunden nutzen und die Sicherheit unserer Mitarbeiter verbessern“, so ein Amazon-Sprecher. Die Integration der Rightbot-Technologie soll den Wareneingang deutlich beschleunigen.

Sauggreifer und künstliche Intelligenz

Der Kern der Übernahme ist Rightbots proprietäre Technologie. Sie kombiniert Computersehen mit einem einzigartigen Sauggreifer-System. Der mobile Roboter fährt in Standard-Container und entlädt sie autonom.

Ein leistungsstarker Roboterarm mit intelligentem Saugfeld kann Pakete bis zu 25 Kilogramm bewegen. Die Greifkraft passt sich automatisch an Größe und Gewicht der Kartons an. Besonders wichtig: Das System kommt mit der chaotischen Realität unterschiedlichster Verpackungen zurecht, an der herkömmliche Automatisierung oft scheitert.

Anders als andere Lösungen arbeitet Rightbot mit einem mobilen Chassis und einem Förderbandsystem zusammen. So soll ein kontinuierlicher Durchsatz möglich werden. Damit will Amazon eine der letzten verbliebenen, körperlich schweren manuellen Tätigkeiten in seinem Logistiknetzwerk automatisieren.

Vom Pilotprojekt zur Übernahme

Der Weg zur Übernahme begann vor über zwei Jahren. Im Dezember 2023 signalisierte Amazon erstmals ernsthaftes Interesse: Der Amazon Industrial Innovation Fund (AIIF) führte eine Finanzierungsrunde über 6,25 Millionen US-Dollar für Rightbot an.

Anschließend testete das Startup seine Technologie in mehreren Pilotprogrammen in Amazons Netzwerk. Dabei verfeinerte es sein „Active Intelligence“-System, das Robotern sekundenschnelle Entscheidungen ermöglicht – etwa bei beschädigten Kartons oder verrutschter Ladung. Der Erfolg dieser Tests war offenbar der Auslöser für die vollständige Übernahme.

Diese „Teste vor dem Kauf“-Strategie ist bei Amazon nicht neu. Sie ähnelt früheren Übernahmen wie der des autonomen Fahrzeugentwicklers Zoox. Durch die frühe Beteiligung über den Innovationsfonds stellte Amazon sicher, dass die Systeme mit seiner massiven bestehenden Infrastruktur kompatibel sind.

Wettbewerbsvorteil in der Logistik der Zukunft

Die Übernahme erfolgt in einer Phase massiven Roboter-Ausbaus bei Amazon. Mitte 2025 verkündete der Konzern die Inbetriebnahme seines einstmillionsten Roboters weltweit. Rightbot schließt eine kritische Lücke in diesem Ökosystem.

Während Amazons Kiva-Nachfolger wie „Hercules“ im Lagerinneren Regale bewegen, blieb das Entladen an der Laderampe bislang eine Domäne menschlicher Arbeit. Logistikexperten sehen genau hier die nächste Effizienzfront. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in der Lagerlogistik verschafft die schnellere Truck-Abfertigung ohne schwere körperliche Arbeit einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Die Technologie passt auch zu Amazons umfassenderer KI-Strategie. Im Juli 2025 stellte das Unternehmen „Deep Fleet“ vor, ein generatives KI-Modell zur Koordination seiner Roboterflotte. Die visuellen Daten von Rightbot werden diese Systeme wahrscheinlich weiter trainieren, um eine noch größere Vielfalt an Paketen erkennen und handhaben zu können.

Schnelle Integration erwartet

Beobachter rechnen mit einer raschen Integration. Die charakteristischen Saug-Entlader könnten bereits Ende 2026 in Amazons neuesten „Next-Generation“-Fulfillment-Centern zum Einsatz kommen.

Die Übernahme verändert das Wettbewerbsfeld. Indem Amazon sich Rightbot sichert, hat es eine führende Lösung vom Markt genommen. Konkurrenten dürften nun unter Druck geraten, eigene Alternativen für automatisiertes Entladen zu finden.

Für die Belegschaft bei Amazon setzt der Schritt den Trend zu überwachenden Tätigkeiten fort. Wo Roboter die schwere Arbeit im Container übernehmen, sollen menschliche Mitarbeiter zunehmend Monitoring- und Wartungsaufgaben übernehmen – eine Entwicklung, die Amazon seit langem als Hauptziel seiner Robotik-Investitionen bezeichnet.

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