Amazon, Lagerhaltung

Amazon beendet gemeinsame Lagerhaltung für Händler

25.01.2026 - 17:13:12

Amazon stellt sein Logistiksystem ab März 2026 um und beendet die gemeinsame Lagerhaltung. Tausende österreichische KMU müssen ihre Prozesse anpassen und tragen nun die volle Verantwortung für ihre Ware.

Amazon stellt sein Logistiksystem ab März 2026 grundlegend um. Der Konzern beendet die gemeinsame Lagerhaltung identischer Produkte – eine Praxis, die tausende österreichische Händler vor neue Herausforderungen stellt.

Für die mehr als 2.500 heimischen KMU auf der Plattform bedeutet das das Ende einer jahrzehntealten Abwicklungsmethode. Sie müssen ihre Prozesse anpassen und tragen ab sofort die volle Verantwortung für ihre Ware. Kunden erhalten dadurch mehr Transparenz, Händler hingegen mehr Aufwand.

Das Ende der anonymen Lager-Pools

Bisher landeten baugleiche Artikel verschiedener Verkäufer in einem gemeinsamen Lagerpool. Bei einer Bestellung griff Amazon einfach zum nächstgelegenen Exemplar – egal von welchem Händler. Diese Praxis namens „Commingling“ läuft nun aus.

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Ab dem 31. März 2026 wird jedes Produkt eindeutig einem Händler zugeordnet und separat gelagert. Amazon verspricht sich davon bessere Nachverfolgbarkeit und weniger Fälschungen. Für Kunden ist klar: Sie bekommen exakt die Ware des ausgewählten Anbieters.

Mehr Aufwand für österreichische Händler

Die Umstellung trifft einen wichtigen Vertriebskanal. Österreichische KMU generierten 2023 noch über 610 Millionen Euro Exportumsatz über Amazon. Jetzt müssen sie sich anpassen.

  • Der administrative Aufwand für die Kennzeichnung jedes Artikels steigt.
  • Der Vorteil der schnellen Verfügbarkeit aus dem Gemeinschaftspool entfällt.
  • Die volle Verantwortung für Lieferkette und Retouren liegt nun beim einzelnen Händler.

Die Neuregelung könnte die Eintrittsbarrieren für kleinere Anbieter erhöhen. Größere Händler mit hohen Volumen stehen vor logistischen Herausforderungen.

Teil einer umfassenden Strategie-Änderung

Das Ende des Commingling ist kein Einzelphänomen. Amazon passt derzeit seine Geschäftsbedingungen und Gebührenstrukturen breit an.

Bereits seit Jahresbeginn gelten neue Verkaufs- und FBA-Gebühren (Fulfillment by Amazon), die den Niedrigpreissektor entlasten sollen. Gleichzeitig verschärft der Konzern andere Regeln, etwa bei Rückgabebedingungen. Auch die neue EU-Produktsicherheitsverordnung mit ihren Informationspflichten kommt für Händler hinzu.

Branchenbeobachter deuten die Maßnahmen als Versuch Amazons, die Kontrolle über den Marktplatz zu stärken und Haftungsrisiken zu minimieren. Die Kosten für mehr Transparenz trägt vorerst der Händler.

Anpassen oder zurückfallen

Die Monate bis zum Stichtag werden zur intensiven Umstellungsphase. Händler müssen ihre Logistik- und Kennzeichnungsprozesse komplett überarbeiten.

Langfristig könnte die Änderung den Markt professionalisieren: Starke Marken mit guter Lieferkette profitieren. Kleine Betriebe müssen möglicherweise in externe Dienstleister investieren. In einem Markt, den Amazon mit rund 40 Prozent Anteil dominiert, wird die Anpassungsfähigkeit an neue Spielregeln zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

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