Aktien Frankfurt: Dax gibt nach - Chemiewerte stützen den MDax
04.02.2026 - 14:52:47Der Leitindex schwankte um seinen Vortagesschluss und gab bis zum frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 24.694 Punkte nach.
Einerseits stützte die anhaltende Erholung der Gold- und Silberpreise, deren scharfe Korrektur vergangene Woche auch die Aktienmärkte belastet hatte. Andererseits verwies die Commerzbank auf die Besorgnis bezüglich der Einführung neuer Tools rund um Künstliche Intelligenz (KI) und deren potenzielle Störung traditioneller Geschäftsmodelle. Das hatte zuletzt vor allem die Aktien von Software- und Datenbankanbietern belastet.
Angesichts deutlicher Kursgewinne bei Chemiewerten stieg der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 31.763 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,2 Prozent nach oben.
"Die Vorsicht bleibt derzeit ein stetiger Begleiter bei den Investoren", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. "Zum einen bleibt die Situation im Nahen Osten angespannt, und zum anderen kommen immer mehr durchwachsene Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte in die Finanzmärkte."
Auf Sektorebene hatte ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die Europäische Union (EU) unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus 8,5 Prozent davon belastet wurden die Aktien von Heidelberg Materials DE0006047004, während viele Titel aus dem Chemiebereich davon profitierten. BASF DE000BASF111 stiegen im Dax um 3,8 Prozent, und an der Index-Spitze gewannen Brenntag DE000A1DAHH0 6,1 Prozent. Im MDax zogen Evonik DE000EVNK013, Lanxess DE0005470405 und Wacker Chemie DE000WCH8881 zwischen 5,5 und 7,9 Prozent an.
In dem Medienbericht hieß es unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel, abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.
Heidelberg Materials dagegen litt unter der Nachricht - laut Händlern, weil Anleger zuletzt darauf gesetzt hätten, dass der Zementkonzern ein Vorreiter dabei sei, die Produktion emissionsfrei zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer.
Zu den Aktien, die besonders unter den Sorgen vor KI-Konkurrenz litten, zählten aus dem Internetbereich Scout24 DE000A12DM80, die 5,5 Prozent einbüßten. Für die Anteilsscheine des stark im Software-Geschäft engagierten Technologiekonzerns Siemens DE0007236101 ging es um 5,2 Prozent nach unten.
Zudem richteten sich die Blicke auf Geschäftszahlen des Halbleiterherstellers Infineon DE0006231004. Am Markt wurden diese überwiegend gelobt. Dagegen kamen die Aussagen über eine kräftige Erhöhung der Investitionen und auch zum Umsatzziel weniger gut an. Die Aktien schwankten und fielen zuletzt um 2,5 Prozent.
Die Papiere von PVA Tepla DE0007461006 brachen als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um gut 13 Prozent ein. Das Technologieunternehmen hatte im vergangene Jahr in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weniger Umsatz erzielt und verdient. Zudem enttäuschte der Ausblick./la/stk
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

