Alzheimer-Patienten, Gefahr

Alzheimer-Patienten: Übermedikation wird zur tödlichen Gefahr

28.01.2026 - 21:31:12

Die gleichzeitige Einnahme vieler Arzneimittel, besonders von Psychopharmaka, stellt für Alzheimer-Patienten ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Experten fordern einen bewussteren Einsatz und setzen auf nicht-medikamentöse Therapien.

Alzheimer-Patienten sterben häufiger durch gefährliche Medikamenten-Cocktails. Experten warnen eindringlich vor den Risiken der Polypharmazie, der gleichzeitigen Einnahme vieler Arzneimittel. Wechselwirkungen und falsche Dosierungen können Stürze, kognitive Einbußen und ein stark erhöhtes Sterberisiko verursachen. Das Gesundheitswesen steht vor einer großen Herausforderung.

Jeder zweite Senior nimmt fünf oder mehr Pillen

Die Übermedikation ist bei älteren Menschen weit verbreitet. Mehr als die Hälfte der Patienten über 65 schluckt täglich fünf oder mehr verschiedene Medikamente. Bei Alzheimer-Demenz verschärft sich das Problem: Neben speziellen Antidementiva kommen oft Mittel gegen Bluthochdruck, Diabetes oder Herzerkrankungen dazu. Der alternde Körper verarbeitet Wirkstoffe jedoch schlechter – die Gefahr von Nebenwirkungen steigt drastisch.

Neuroleptika erhöhen Sterberisiko um bis zu 70 Prozent

Besonders kritisch ist der Einsatz von Psychopharmaka. Antipsychotika (Neuroleptika) werden oft gegen Unruhe oder Aggression bei Demenz verordnet. Ihre dauerhafte Gabe ist jedoch lebensgefährlich.

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  • Untersuchungen zeigen: Starke Neuroleptika erhöhen das Sterberisiko von Demenzpatienten um den Faktor 1,6 bis 1,7.
  • Häufige Todesursachen sind Herzerkrankungen und Lungeninfektionen.
  • Nebenwirkungen wie Schwindel und Blutdruckabfall lassen zudem die Sturzgefahr in die Höhe schnellen.

Experten fordern einen deutlich bewussteren und nur zeitlich begrenzten Einsatz dieser Medikamente.

Gefährliche Pillen auf der „PRISCUS-Liste“

Das Problem geht weit über Psychopharmaka hinaus. Sogenannte potenziell inadäquate Medikationen (PIM) bergen ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis für Senioren. Listen wie die „PRISCUS-Liste“ sollen Ärzten helfen, solche Risiko-Arzneien zu identifizieren. Dennoch werden sie häufig verschrieben. Die Folgen reichen von Müdigkeit bis zu lebensbedrohlichen Zuständen, die oft fälschlich für Alterssymptome gehalten werden.

Warum werden so viele gefährliche Pillen verschrieben?

Die Gründe für die Polypharmazie sind komplex. Ein Hauptproblem ist die Multimorbidität: Patienten haben mehrere chronische Krankheiten gleichzeitig. Jede wird nach eigenen Leitlinien behandelt, die die Gesamtsituation aber kaum beachten. Verschiedene Fachärzte verordnen, ohne den vollen Überblick über alle Medikamente zu haben.

Es entsteht eine fatale „Verschreibungskaskade“: Nebenwirkungen eines Mittels werden als neue Symptome fehlgedeutet – und mit einer weiteren Pille behandelt. Hinzu kommt, dass klinische Studien ältere, mehrfach erkrankte Patienten oft ausschließen. Die Evidenz für Sicherheit und Nutzen vieler Medikamente in dieser Gruppe ist daher dünn.

Therapie ohne Pillen gewinnt an Bedeutung

Angesichts der Risiken rücken nicht-medikamentöse Ansätze in den Fokus. Sie sollen das Wohlbefinden steigern, die Selbstständigkeit erhalten und Verhaltensweisen mildern. Experten empfehlen sie als erste Wahl, bevor zu Psychopharmaka gegriffen wird.

Zu diesen Therapien zählen:
* Ergotherapie und Physiotherapie
* Kognitives Training
* Musik- und Kunsttherapie

Diese Maßnahmen können die Lebensqualität steigern und den Bedarf an riskanten Medikamenten senken. Ergotherapie trainiert Alltagsfähigkeiten, kognitives Training erhält Gedächtnis und Aufmerksamkeit.

„Deprescribing“: Die gezielte Entpillung als Ausweg

Die Lösung heißt für viele Experten „Deprescribing“ – das geplante, überwachte Absetzen nicht mehr nötiger oder zu riskanter Medikamente. Es erfordert eine regelmäßige, gründliche Überprüfung der gesamten Medikation durch Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte gemeinsam. Der Grundsatz „Start low, go slow“ (mit niedriger Dosis beginnen, langsam steigern) muss bei Senioren endlich Standard werden.

Zukunftshoffnung machen neue, gezieltere Alzheimer-Medikamente wie monoklonale Antikörper. Sie greifen direkt in die Krankheitsmechanismen ein und könnten breit wirkende Psychopharmaka überflüssig machen. Bis dahin bleibt die Aufklärung über die Gefahren der Polypharmazie und der Ausbau nicht-medikamentöser Therapien der wichtigste Schritt für die Sicherheit der Patienten.

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