Alzheimer-Diagnose, Bluttest

Alzheimer-Diagnose: Bluttest per Fingerstich revolutioniert Früherkennung

20.01.2026 - 07:58:12

Forschungserfolg ermöglicht zuverlässige Alzheimer-Diagnose mit wenigen Bluttropfen. Neue Tests sind bereits zugelassen und könnten Therapien breit zugänglich machen.

Ein einfacher Bluttest aus der Fingerspitze kann Alzheimer bald früh und zuverlässig erkennen. Das zeigt ein aktueller Forschungsdurchbruch, der in Nature Medicine veröffentlicht wurde. Die Methode weist spezifische Alzheimer-Biomarker in getrockneten Bluttropfen nach – und könnte die Diagnose aus dem Speziallabor direkt zum Hausarzt oder sogar nach Hause bringen. Experten sehen darin den Schlüssel, um neue Therapien endlich breit wirksam einsetzen zu können.

P-Tau217: Der präzise Biomarker aus dem Blut

Im Zentrum des Fortschritts steht ein winziges Proteinfragment: phosphoryliertes Tau-Protein 217 (p-tau217). Es gilt als der präziseste blutbasierte Indikator für die krankhaften Veränderungen im Alzheimer-Gehirn. Eine große Metaanalyse bestätigte: p-tau217 sagt die Alzheimer-Pathologie genauer vorher als andere Marker.

Seine Konzentration im Blut korreliert stark mit den Ergebnissen der bisherigen, aufwendigen Goldstandard-Verfahren – der PET-Untersuchung des Gehirns oder der Nervenwasser-Analyse per Lumbalpunktion. Mit einer Genauigkeit von bis zu 96 Prozent kann der Marker Alzheimer zuverlässig von anderen Demenzerkrankungen unterscheiden.

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Erste Bluttests sind bereits zugelassen

Die Forschung hat längst den Weg in die Praxis gefunden. Bereits im Mai 2025 erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA die erste Zulassung für einen unterstützenden Alzheimer-Bluttest. Der Test von Fujirebio ist für Erwachsene ab 55 mit kognitiven Symptomen gedacht.

  • In Studien zeigte er eine hohe Trefferquote: Bei 91,7 Prozent der positiv Getesteten bestätigte ein PET-Scan die Alzheimer-Diagnose.
  • Auch Roche hat mit seinem „Elecsys pTau181“-Test eine CE-Zulassung in Europa. Er kann eine Alzheimer-Erkrankung mit hoher Sicherheit ausschließen.

Diese Tests benötigen zwar noch eine venöse Blutabnahme in der Praxis, sind aber bereits eine enorme Vereinfachung gegenüber den alten, teuren und belastenden Verfahren.

Die Revolution: Diagnose per Fingerstich zu Hause

Die jüngste und bahnbrechende Entwicklung geht noch einen Schritt weiter: Ein Test, der mit wenigen Bluttropfen aus der Fingerkuppe auskommt. Im europäischen Projekt „DROP-AD“ wurden solche Proben von 337 Teilnehmern auf einer speziellen Karte getrocknet und per Post ins Labor geschickt.

Das Ergebnis? Die Analyse der getrockneten Blutproben stimmte zu 86 Prozent mit den herkömmlichen Diagnosemethoden überein. Diese „Dried Blood Spot“-Methode könnte die Früherkennung global demokratisieren – und macht einen künftigen Heimtest für die Gehirngesundheit denkbar.

Perfektes Timing für neue Therapien

Die neuen Bluttests kommen zum idealen Zeitpunkt. Erstmals stehen krankheitsmodifizierende Therapien wie Lecanemab (Leqembi) und Donanemab zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf in frühen Stadien verlangsamen können.

Ihre entscheidende Voraussetzung: eine frühe und gesicherte Diagnose, die Amyloid im Gehirn nachweist. Genau hier setzen die einfachen Bluttests an. Sie sind der Schlüssel, um passende Patienten schnell und kostengünstig zu identifizieren und Wartezeiten in Spezialkliniken zu überbrücken. Die Diagnose könnte bald Routine in der Hausarztpraxis werden.

Wann kommt der flächendeckende Einsatz?

Während laborbasierte Tests bereits heute die Diagnostik verändern, braucht es für den Fingerstich-Test noch weitere Validierungsstudien und behördliche Zulassungen. Unternehmen wie ALZpath treiben die Entwicklung voran, indem sie ihre sensitiven Antikörper an Diagnostikfirmen lizenzieren.

Langfristig könnten solche Tests nicht nur symptomatischen Patienten helfen. Sie eröffnen die Vision eines Screenings für Risikopersonen – Jahre bevor die ersten Gedächtnislücken auftreten. Damit könnte der Verlauf der Alzheimer-Erkrankung eines Tages entscheidend beeinflusst werden.

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