Alpine A110 im Test: Warum dieser Leichtbau-Sportwagen sich anfühlt wie ein verbotener Traum auf Rädern
05.01.2026 - 05:12:57Wenn 300 PS plötzlich langweilig werden
Du sitzt im Stau. Wieder. Dein Auto kann 250 km/h, aber die meiste Zeit schleichst du mit 80 auf der rechten Spur oder stehst vor einer Baustelle. Die Assistenzsysteme piepen, der Touchscreen will ein Software-Update, dein Auto fühlt sich an wie ein rollendes Smartphone – nur ohne Emotion.
Irgendwann merkst du: Leistung hast du genug. Aber GefĂĽhl? Null. Du spĂĽrst keine Verbindung mehr zur StraĂźe, kein Kribbeln im Bauch, wenn du eine LandstraĂźe siehst. Selbst Sportwagen wirken heute oft wie schnelle, aber ziemlich distanzierte Computer.
Vielleicht kennst du das: Du suchst nicht das nächste schnelle Auto. Du suchst dieses eine Auto, das dich wieder fahren lässt – nicht nur befördern. Etwas, das nicht mit noch mehr PS protzt, sondern mit Leichtigkeit, Präzision und Charakter.
Genau hier beginnt die Geschichte der Alpine A110.
Die Lösung trägt einen Namen: Alpine A110
Die Alpine A110 ist die Antwort auf die Frage: „Was, wenn wir Sportwagen wieder leicht, pur und spielerisch machen – statt nur stärker?“ Entwickelt in der Allianz rund um Renault und Nissan, steht sie bewusst gegen den Trend zu immer schwereren, komplexeren Performance-Monstern.
Statt zwei Tonnen und 600 PS: rund 1.100 bis 1.140 kg Leergewicht (modellabhängig), Mittelmotor, Heckantrieb, Aluminium-Leichtbau und ein 1,8-Liter-Turbo-Vierzylinder mit aktuell um die 252 bis 300 PS (z.?B. A110, GT, S, R – je nach Variante). Klingt auf dem Papier unspektakulär? Genau das sagen alle – bis sie damit gefahren sind.
In Tests von Autozeitschriften, YouTube-Reviews und Reddit-Threads wird ein Wort immer wieder benutzt: magisch. Nicht wegen brutaler Beschleunigung (obwohl 0–100 km/h in rund 4,2–4,5 s alles andere als lahm ist), sondern wegen der Art, wie sich die Alpine A110 anfühlt. Direkt, leichtfüßig, spielerisch – wie ein perfekt abgestimmter, analoger Controller in einer digitalen Welt.
Warum gerade dieses Modell? Der Realitäts-Check
Bevor wir in die Details gehen: Was macht die Alpine A110 im Alltag wirklich anders als einen typischen Sportwagen Ă la Porsche Cayman, Toyota GR Supra oder BMW M2? Lass uns die oft genannten Highlights aus Tests, Foren und Nutzerberichten ins echte Leben ĂĽbersetzen.
- Radikaler Leichtbau statt PS-Overkill
Mit gut 1,1 Tonnen wiegt die A110 hunderte Kilo weniger als viele Konkurrenten. Auf der Landstraße bedeutet das: Du musst sie nicht ständig „prügeln“, um Spaß zu haben. Schon bei 70–120 km/h fühlt sie sich lebendig an, du kannst Kurven flüssig tanzen statt sie zu erzwingen. - Mittelmotor und Heckantrieb
Der Motor sitzt direkt hinter dir, die Gewichtsverteilung ist nahezu ideal. Resultat: ein neutrales, spielerisches Handling. In Kurven kannst du das Auto mit kleinsten Gasbefehlen präzise platzieren. Viele Fahrer sagen: „Es fährt sich eher wie ein Lotus als wie ein typischer Serien-Sportwagen.“ - Komfortabler als du denkst
Anders als die Hardcore-Optik vermuten lässt, ist die Federung – besonders in der Basis-A110 und der GT – erstaunlich nachgiebig. Schlaglöcher, Bodenwellen, Kopfsteinpflaster: alles erträglich. Viele Tester betonen, dass man die Alpine problemlos auch täglich fahren kann, ohne Rückenschmerzen zu riskieren. - Turbo-Power mit Charakter
Der 1,8-Liter-Turbo (bekannt u.?a. aus Renault Sport-Modellen) liefert je nach Version etwa 252 bis 300 PS, aber vor allem ein breites Drehmomentband. Das macht Überholen entspannt und sorgt dafür, dass du nicht ständig im Optimaldrehzahlbereich sein musst, um Spaß zu haben. Der Sound ist kernig, ohne peinlich laut zu sein. - Doppelkupplungsgetriebe, das wirklich versteht, was du willst
Statt Handschaltung bekommst du ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Puristen murren kurz, hören dann aber schnell auf: Die Schaltvorgänge sind blitzschnell, im manuellen Modus mit Paddles wirkt jede Gangwechsel-Aktion wie ein kleiner Adrenalinstoß. Viele sagen: „Ich vermisse das Schaltgetriebe nicht.“ - Innenraum: mehr Bühne als Bildschirm
Ja, es gibt Infotainment, Navi & Co. Aber die Show gehört dir und der Straße. Die Sitzposition ist tief, die Schalensitze sind straff, aber im Alltag gut erträglich. Viele handeln das Cockpit als stimmige Mischung aus Retro-Charme und moderner Sportlichkeit – ohne den Tech-Overkill mancher deutscher Konkurrenz. - Exklusivität statt Masse
Während du einen Cayman oder 911 gefühlt an jeder Ecke siehst, bleibt die Alpine A110 ein seltener Anblick. Das sorgt für dieses kleine Kribbeln, wenn jemand auf dem Parkplatz stehenbleibt, das Auto mustert und fragt: „Was ist das denn für einer?“
Alpine A110: Auf einen Blick: Die Fakten
Die Alpine A110 ist der Held dieses Artikels – und sie spielt ihre Stärken nicht nur auf dem Papier aus, sondern auf jeder verwinkelten Landstraße. Hier die wichtigsten Eckdaten, übersetzt in deinen persönlichen Nutzen:
| Merkmal | Dein Nutzen |
|---|---|
| Leergewicht ca. 1.100–1.140 kg (je nach Version) | Leichtfüßiges, agiles Fahrgefühl, das dich auch bei legalen Geschwindigkeiten grinsen lässt – kein übergewichtiger Power-Klotz. |
| 1,8-Liter-Turbomotor mit ca. 252–300 PS | Mehr als genug Punch für Landstraße und Trackday, ohne dich mit roher Gewalt zu erschlagen – beherrschbare, nutzbare Performance. |
| Mittelmotor, Heckantrieb | Perfekte Balance in Kurven, spielerisches Heck und ein Gefühl, mit dem Auto zu tanzen statt es zu bekämpfen. |
| 0–100 km/h in etwa 4,2–4,5 s (modellabhängig) | Supersportwagen-Gefühl beim Ampelstart oder Überholen – ohne dass du im Alltag ständig an Grenzen stößt. |
| 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe | Blitzschnelle Gangwechsel, präzise Steuerung per Schaltpaddles – ideal für emotionale Fahrten und entspanntes Cruisen. |
| Komfortbetonte Abstimmung (A110/GT) bis hin zur Track-Fokus-Variante (A110 S/R) | Du kannst wählen: alltagstauglicher Sportler oder fokussierte Fahrmaschine – je nachdem, wie radikal du es magst. |
| Exklusives Design mit starker Marken-Heritage | Du fährst keinen anonymen Sportwagen, sondern ein Statement mit Geschichte – inklusive Retro-Charme und Seltenheitswert. |
Alpine A110: Das sagen Nutzer und Experten
Alpine A110 Fahrer und Tester sind sich erstaunlich einig – und das ist im Internet selten. In YouTube-Reviews, Magazine-Tests und Reddit-Threads tauchen immer wieder dieselben Punkte auf.
- Fahrspaß-Level: „10 von 10“
Viele beschreiben die A110 als eines der spaßigsten Autos, die man aktuell neu kaufen kann. Besonders gelobt werden das geringe Gewicht, die spielerische Balance und der Mut, keinen Kompromiss in Richtung „komfortabler Gran Turismo“ zu machen – obwohl sie überraschend alltagstauglich ist. - Komfort und Alltag
Überraschung für viele: Die relativ weiche Abstimmung der Basis-A110 sorgt dafür, dass du entspannt zur Arbeit fahren kannst, ohne jeden Kanaldeckel zu spüren. Reddit-Kommentare nennen sie oft „den einzigen Sportwagen, mit dem ich wirklich jeden Tag fahren will“. - Kritik: Infotainment und Innenraum-Details
Nicht alles ist perfekt. Immer wieder genannt: das etwas altbackene Infotainment-System, teils einfache Materialien an wenigen Stellen und der begrenzte Stauraum (Front- und Heckkofferraum sind vorhanden, aber eher für Wochenendgepäck als für den Familienurlaub). Wer Hightech-Gadgets und riesige Bildschirme liebt, wird hier nicht komplett glücklich. - Image und Wiederverkauf
Im Vergleich zu Dauerbrennern wie Porsche sind einige potenzielle Käufer unsicher, wie sich der Wiederverkaufswert entwickelt. Gleichzeitig berichten aktuelle Besitzer, dass die Nachfrage nach guten Gebrauchten hoch ist – und dass sie das Auto ohnehin „nicht mehr hergeben wollen“.
Unterm Strich: Die Community sieht die Alpine A110 als Fahrerauto für Menschen, die wirklich fahren wollen – mit kleinen Schwächen bei Infotainment und Praktikabilität, aber einem Charme, der diese Punkte locker überstrahlt.
Alternativen vs. Alpine A110
Der Sportwagen-Markt ist voll: Porsche 718 Cayman, Toyota GR Supra, BMW M2, Audi TT RS (so lange es ihn noch gibt) und diverse Hot Hatches von Golf R bis GR Yaris. Warum also ausgerechnet die Alpine A110?
- Gegen den Mainstream
Während ein Cayman objektiv vielleicht das perfektere Gesamtpaket bietet, bleibt er ein gewohntes Bild im Straßenverkehr. Die A110 ist seltener, mutiger und emotionaler positioniert. Wenn du nicht das x-te „Ich hatte auch mal einen Porsche“ erzählen willst, ist das ein starkes Argument. - Gewichtsvorteil
Nahezu alle genannten Konkurrenten sind deutlich schwerer. Das merkst du nicht nur auf der Rennstrecke, sondern bei jeder Serpentinenstraße. Wer „Leichtigkeit“ als Wert versteht, landet fast automatisch bei der Alpine. - Fahrkomfort vs. Fahrdynamik
Viele harte Sportler fahren sich im Alltag anstrengend. Die A110 – speziell in der Standard- oder GT-Version – schafft den seltenen Spagat: extrem dynamisch, aber nicht unbarmherzig hart. Das macht sie zur idealen Wahl, wenn du nicht nur ein Wochenend-Spielzeug suchst. - Preis-Leistungs-Verhältnis
Je nach Markt und Ausstattung liegt die A110 im Bereich ihrer Premium-Konkurrenz, wirkt aber durch ihre Exklusivität und den Fokus auf Fahrspaß oft wie das emotionalere Gesamtpaket. Du bezahlst nicht primär für Markenprestige, sondern für eine klar definierte Idee.
Wichtig im Hintergrund: Die Alpine A110 stammt aus dem Kosmos der Renault Group im Allianzverbund, in dem auch Nissan Motor Co. Ltd. (ISIN: JP3725400000) eine zentrale Rolle spielt. Dieses industrielle Rückgrat sorgt dafür, dass die Technik zwar radikal fahrfokussiert, aber nicht exotisch unzuverlässig ist.
Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Wenn du ein Auto suchst, das in Tabellenkalkulationen gewinnt, gibt es vernünftigere Optionen: mehr Platz, mehr Infotainment, mehr Assistenz, mehr „Vernunft“. Die Alpine A110 ist das Gegenteil davon – und genau deshalb so faszinierend.
Sie ist kein Statussymbol für den Boulevard, sondern ein Werkzeug für Kurven. Kein rollendes Wohnzimmer, sondern ein fahrender Verstärker für deine Sinne. Sie fordert dich nicht mit Komplexität, sondern belohnt dich mit Leichtigkeit. Und sie erinnert daran, warum wir uns überhaupt einmal in Autos verliebt haben: wegen dieses Moments, wenn eine leere Landstraße vor dir auftaucht und du weißt, dass jetzt nur noch du, das Auto und der Asphalt zählen.
Ja, du verzichtest auf riesige Screens, auf das letzte Quäntchen Alltagstauglichkeit und auf das Image eines Massen-Premium-Herstellers. Aber du bekommst im Gegenzug etwas, das heute fast unbezahlbar wirkt: authentischen, unverstellten Fahrspaß.
Also: Willst du noch ein schnelles Auto – oder willst du endlich wieder wirklich fahren?


