Alibaba, Chip-Tochter

Alibaba will Chip-Tochter T-Head an die Börse bringen

23.01.2026 - 03:24:12

Alibaba will seine erfolgreiche Halbleitersparte T-Head ausgliedern und an die Börse bringen. Der Schritt soll den Wert des Unternehmens freisetzen und den Kampf um KI-Chips ankurbeln.

Die Nachricht von den Börsenplänen ließ die Aktien des chinesischen Tech-Riesen am Donnerstag an der US-Börse um bis zu 7,4 Prozent steigen. Das entspricht einem Marktkapitalitätszuwachs von fast 30 Milliarden Euro. Zunächst soll T-Head intern in eine teilweise mitarbeitereigene Gesellschaft umgewandelt werden, bevor der Börsengang geprüft wird. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest. Alibaba selbst äußerte sich nicht zu den Berichten.

Die geplante Ausgliederung markiert eine strategische Wende für Alibaba. Der Konzern will sein weitläufiges Imperium straffen und sich auf Kernwachstumsbereiche wie künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Computing konzentrieren. Bislang entwickelte T-Head, auch als Pingtouge bekannt, hauptsächlich Spezialchips für die eigenen Rechenzentren und Cloud-Dienste des Konzerns.

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Doch der Markt hat sich gewandelt. Geopolitische Handelsbeschränkungen für Hochleistungschips haben Chinas Drang nach technologischer Selbstversorgung beschleunigt. Für einheimische Chip-Entwickler wie T-Head eröffnet das enorme Chancen. Als eigenständiges Unternehmen könnte die Einheit eigenes Kapital beschaffen und aggressiver wachsen – und so direkter mit etablierten Playern auf dem Markt für KI-Beschleuniger konkurrieren. Ein ähnlicher Trend ist bei anderen chinesischen Tech-Giganten zu beobachten: Auch Baidu treibt den Börsengang seiner Chip-Tochter Kunlun voran.

Erfolge mit eigener KI-Chip-Technologie

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. T-Head verzeichnet mit seinen eigenen KI-Beschleunigern, sogenannten Parallel Processing Units (PPUs), beachtliche Erfolge. Diese gelten in China zunehmend als ernstzunehmende Alternative zu Hochleistungs-GPUs von Marktführer Nvidia.

Ein Durchbruch gelang Ende 2025: Der staatliche Telekommunikationsbetreiber China Unicom wählte T-Head zum Hauptlieferanten für sein neues grünes Rechenzentrum. Fast drei Viertel der KI-Chips für das Großprojekt stammen von Alibabas Tochter – ein starkes Vertrauensvotum. Berichte staatlicher Medien besagten bereits im September 2025, dass die Leistung von T-Heads PPU mit Nvidias für den chinesischen Markt angepasster H20-GPU vergleichbar sei. Solche Großaufträge beweisen die Marktreife und ebnen den Weg für den Börsengang.

Eintritt in einen umkämpften globalen Markt

Als eigenständiges Unternehmen tritt T-Head in einen lukrativen, aber hart umkämpften globalen Markt ein. Die Nachfrage nach KI-Beschleunigern explodiert weltweit. In China profitiert das Unternehmen vom starken staatlichen Push für heimische Technologien. Dort konkurriert es bereits mit aufstrebenden Chip-Designern wie Moore Threads und Biren Technology.

Die Ausgliederung könnte neue Partnerschaften erleichtern und Investoren anziehen, die gezielt in den Wachstumssektor KI-Hardware investieren wollen. Alibaba-CEO Eddie Wu hatte zuvor zugesagt, über 50 Milliarden Euro in KI und zugehörige Infrastruktur zu investieren – ein klares Signal für die strategische Bedeutung der Chip-Entwicklung.

Ausblick: Ein neuer Wettbewerber formiert sich

Der Weg zum Börsengang ist noch lang. Der erste Schritt ist die Umwandlung in eine mitarbeitereigene Gesellschaft. Ein offizieller Börsenantrag könnte Ende 2026 oder Anfang 2027 folgen, wahrscheinlich an der Hongkonger Börse oder dem chinesischen STAR-Market.

Ein erfolgreicher Börsengang von T-Head wäre mehr als nur eine Wertsteigerung für Alibaba. Es wäre ein Meilenstein für Chinas Ambitionen, eine eigenständige und global wettbewerbsfähige Halbleiterindustrie aufzubauen. Für den Rest der Branche bedeutet die Entstehung eines unabhängigen, gut finanzierten und technologisch versierten T-Head: Der Wettbewerb im Rennen um die KI-Chips der Zukunft wird noch härter.

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