Akupunktur, Studien

Akupunktur: Neue Studien belegen Wirkung gegen chronische Schmerzen

30.12.2025 - 12:00:11

Ohrakupunktur zeigt messbare Effekte: Gleich zwei neue Studien liefern Ende 2025 starke Belege dafür, dass traditionelle chinesische Therapien wie Akupunktur und Akupressur chronische Schmerzen lindern können – und zeigen erstmals konkret, wie sie im Körper wirken. Besonders Patienten mit Fibromyalgie könnten profitieren.

Die medizinische Fachwelt sucht intensiv nach nicht-pharmakologischen Alternativen zu Opioiden. Die jüngsten Forschungsergebnisse könnten daher den Weg ebnen, um Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stärker in die Schmerztherapie zu integrieren.

Die bahnbrechende Erkenntnis liefert eine Studie von Dr. Nada Lukkahatai und ihrem Team, die am 29. Dezember veröffentlicht wurde. Sie zeigt: Aurikulare Akupressur – also Druck auf spezifische Punkte am Ohr – kann Entzündungsbotenstoffe im Körper direkt reduzieren.

Die im Fachjournal BMC Complementary Medicine and Therapies publizierte Arbeit nutzte ein strenges Studiendesign. Das Ergebnis: Bei behandelten Patienten sanken messbar die Werte entzündungsfördernder Zytokine. Diese “Zytokin-Stürme” gelten als Mitauslöser für die flächendeckenden Schmerzen und Erschöpfung bei Fibromyalgie.

Wie funktioniert das? Das Ohr ist stark durch den Nervus vagus vernetzt. Die Stimulation bestimmter Punkte scheint über diesen Nerv die Entzündungsreaktion des Körpers zu modulieren. Diese Verbindung zur modernen Neuroimmunologie bietet eine plausible wissenschaftliche Erklärung für die Wirkung der TCM – jenseits des Placebo-Effekts.

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Klinischer Erfolg bei Fibromyalgie belegt

Fast zeitgleich erschien Ende Dezember eine weitere randomisierte Studie im Journal Medical Acupuncture. Sie untersuchte gezielt die Wirkung von Aurikulotherapie auf Fibromyalgie-Symptome.

Die Ergebnisse sind klar: Patienten, die die echte Behandlung erhielten, verbesserten sich statistisch signifikant stärker bei Schmerzintensität und Steifigkeit als die Kontrollgruppen. Die Wirkung entfaltete sich besonders bei einer mehrwöchigen Therapie.

Allerdings: Die Effekte auf Müdigkeit und Schlafqualität waren weniger einheitlich. Das unterstreicht, dass solche Therapien am besten in umfassende Behandlungspläne eingebettet werden sollten – etwa kombiniert mit Schlafhygiene und Bewegung.

Forschung 2025: Höhere Evidenz durch bessere Studien

Die neuen Studien setzen einen Schlusspunkt unter ein Jahr intensiver Forschung zu Akupunktur und Fibromyalgie. Bereits Anfang Dezember hatte eine große Übersichtsarbeit in Frontiers in Medicine gezeigt, dass Akupunktur Schmerzen oft besser lindert als Scheinakupunktur oder Standard-Medikamente.

Der Haken damals: Die Qualität der älteren Evidenz wurde als nur “niedrig bis moderat” eingestuft, oft wegen methodischer Mängel. Genau hier setzen die Dezember-Studien an. Durch den Fokus auf Biomarker und rigorose Kontrollprotokolle heben sie den wissenschaftlichen Standard und liefern überzeugendere Belege.

Folgen für Patienten und das Gesundheitssystem

Die Erkenntnisse könnten die Praxis verändern. Die Identifizierung messbarer Biomarker macht es für Krankenkassen leichter, die Kosten für Akupunktur zu übernehmen – als kosteneffektive Alternative zu langfristiger Medikamentengabe.

Für Patienten ist der nicht-invasive Charakter der Ohrakupunktur ein großer Vorteil. Viele Fibromyalgie-Patienten leiden unter einer Überempfindlichkeit des Nervensystems. Eine mechanische Behandlung, die Entzündungen senkt, ohne Chemie einzubringen, bietet hier einen komplementären Weg.

Zudem passt die Methode zum Trend des Selbstmanagements. Patienten können lernen, die Akupressur mit “Ohrkügelchen” selbst anzuwenden. Das befähigt sie, aktiv an ihrer Gesundheitsversorgung mitzuwirken, und entlastet gleichzeitig das Gesundheitssystem.

Ausblick 2026: Integration in die Regelversorgung

Für das kommende Jahr erwarten Experten weitere Studien, die die Ergebnisse in größerem Maßstab bestätigen sollen. Interesse besteht auch an “hybriden” Protokollen, die Akupunktur mit Biofeedback und digitaler Gesundheitsüberwachung kombinieren.

Die Integration der TCM in die Standardversorgung bei Fibromyalgie wird sich beschleunigen. Immer mehr Schmerzzentren dürften Akupunktur als Erst- oder Begleittherapie anbieten, nicht mehr als letzte Option. Aktualisierte Behandlungsleitlinien werden voraussichtlich einen “multimodalen” Ansatz empfehlen, bei dem Akupunktur eine zentrale Rolle neben Medikamenten und Physiotherapie spielt. Der Dialog zwischen östlicher und westlicher Medizin wandelt sich von Skepsis zu Zusammenarbeit.

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