Akupressur-Punkt, GB39

Akupressur-Punkt GB39: Chinesische Medizin gegen Winter-Gelenkschmerzen

17.01.2026 - 10:39:12

Ein klassischer Akupressur-Punkt erlebt in der aktuellen Kältewelle ein Comeback als natürliches Mittel gegen steife Gelenke.

BERLIN, 17. Januar 2026 – Während eine arktische Kältewelle Deutschland und Europa im Griff hat, melden Heilpraktiker einen starken Anstieg von Beschwerden über Gelenkschmerzen und Steifheit. Vor diesem Hintergrund gewinnen präventive Techniken aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) an Aufmerksamkeit. Im Fokus steht dabei der spezifische Punkt Gallblase 39 (GB39), auch bekannt als Xuanzhong oder „Suspender Gong“. In der TCM wird er traditionell dafür verehrt, Knochen zu stärken und die Abwehrkräfte gegen feucht-kalte Bedingungen zu unterstützen.

Die aktuelle Wetterlage mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt und verbreitetem Schneefall schafft aus Sicht der TCM eine „perfekte Sturm“-Situation. Die Kombination aus Kälte und Feuchtigkeit – als „Kälte-Feuchtigkeit“-Pathogen bekannt – dringt in die Abwehrschichten des Körpers ein. Die Folge: Meridiane verengen sich, der Fluss von Qi und Blut in den Gelenken stockt.

Diese Erklärung findet Parallelen in der westlichen Physiologie. Dort ist bekannt, dass fallender Luftdruck und sinkende Temperaturen dazu führen können, dass sich Gewebe ausdehnt und zusammenzieht. Bei vorgeschädigten oder empfindlichen Gelenken werden so Schmerzrezeptoren aktiviert. Besonders Menschen mit Arthrose oder im höheren Alter spüren die Effekte der aktuellen Kältewelle daher deutlich.

Der „Treffpunkt des Marks“: So wirkt GB39

Der Punkt GB39, lokalisiert am unteren Drittel des Unterschenkels, hat eine besondere Stellung in der Akupunktur. Er wird als „Hui-Treffpunkt des Marks“ klassifiziert. „Mark“ meint in der TCM-Theorie nicht nur Knochenmark, sondern die Substanz, die auch Gehirn und Rückenmark nährt.

Die Stimulation dieses Punktes soll daher die Essenz (Jing) in den Nieren tiefgehend nähren – und genau diese Essenz ist für Knochendichte und Gelenkgesundheit verantwortlich. Klinisch wird GB39 traditionell für drei Hauptwirkungen genutzt:
* Stärkung von Sehnen und Knochen, was gerade bei glatten, eisigen Wegen präventiv vor Verletzungen schützen kann.
* Linderung von Nackensteifheit, einer häufigen Beschwerde, wenn man sich vor dem kalten Wind zusammenkauert.
* Vertreibung von Wind-Feuchtigkeit, also der direkten Bekämpfung der aktuellen Umweltfaktoren.

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Trend „Bio-Syncing“: TCM passt sich dem Winter an

Das wiedererwachte Interesse an solchen spezifischen Akupressur-Punkten fällt mit einem breiteren Wellness-Trend für 2026 zusammen. Laut einem aktuellen „Future Forecast“-Report ist das bestimmende Thema dieses Jahres „rhythmische Gesundheit“ oder „Bio-Syncing“. Dabei geht es darum, die täglichen Gewohnheiten an natürliche Umweltzyklen anzupassen.

Dieser Trend zur saisonalen Anpassung war bereits diese Woche global sichtbar. In Peking startete am 14. Januar eine große Gesundheitsinitiative mit dem Titel „Warme Chrysantheme, nähre den Winter“. Sie soll die Integration der TCM in den Alltag fördern. Die Botschaft der Organisatoren: Die Anpassung der Gesundheitspraktiken an die Härte des Winters wird zunehmend zu einer Lifestyle-Entscheidung – und nicht nur zu einer medizinischen Intervention.

So wenden Sie den Punkt GB39 selbst an

Für die Selbstanwendung während der Kälteperiode empfehlen Experten eine einfache tägliche Routine:
1. Lokalisieren: Finden Sie den höchsten Punkt des äußeren Knöchels. Legen Sie vier Finger darüber, entlang der Vorderkante des Wadenbeins.
2. Druck ausüben: Der Punkt liegt in einer empfindlichen Vertiefung zwischen Knochen und Sehnen. Üben Sie mit dem Daumen oder einem Knöchel zwei bis drei Minuten lang festen, gleichmäßigen Druck auf jedes Bein aus.
3. Wärme kombinieren: Um den Effekt des Kältevertreibens zu maximieren, kann die Akupressur mit der Anwendung von Wärme kombiniert werden – etwa durch eine Wärmflasche oder ein durchblutungsförderndes Kräuterpflaster.

Die Konvergenz von extremen Wetterereignissen und einer wachsenden Verbrauchernachfrage nach nicht-pharmakologischem Schmerzmanagement dürfte das Wachstum im Bereich der Komplementärmedizin im ersten Quartal 2026 weiter antreiben. Marktbeobachter prognostizieren einen entsprechenden Nachfrageschub für „präventive“ Wellness-Produkte wie wärmende Balsame oder Akupressur-Werkzeuge, solange die Kältewelle anhält.

@ boerse-global.de