Aktivrente und neue Befristungsregeln: So kämpft Deutschland gegen den Fachkräftemangel
07.02.2026 - 20:12:12Seit Jahresbeginn erleichtern neue Gesetze die Weiterbeschäftigung von Rentnern. Ziel ist es, dem akuten Fachkräftemangel mit erfahrenen Kräften zu begegnen. Die zentralen Instrumente: eine steuerbegünstigte Aktivrente und gelockerte Befristungsregeln.
Finanzieller Turbo: Bis zu 2.000 Euro steuerfrei im Monat
Das Herzstück der Reform ist die neue Aktivrente. Seit dem 1. Januar 2026 können Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, monatlich bis zu 2.000 Euro aus einem sozialversicherungspflichtigen Job steuerfrei hinzuverdienen. Hochgerechnet sind das 24.000 Euro im Jahr.
Der Clou: Diese Einnahmen unterliegen nicht dem Progressionsvorbehalt. Sie erhöhen also nicht die Steuerlast auf andere Einkünfte wie Kapitaleinkünfte oder Mieten. Die Begünstigung gilt unabhängig davon, ob die Rente bereits bezogen oder aufgeschoben wird. Ausgenommen sind jedoch Einkünfte aus Selbstständigkeit, Minijobs und Beamtenbezüge. Sozialversicherungsbeiträge fallen weiterhin an.
Arbeitsrecht entfesselt: Das Anschlussverbot fällt
Die vielleicht wichtigste Änderung betrifft das Arbeitsrecht. Bisher war es kompliziert, einen ausgeschiedenen Rentner ohne konkreten Sachgrund erneut zu beschäftigen. Dieses Anschlussverbot wurde für über der Altersgrenze liegende Arbeitnehmer aufgehoben.
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Unternehmen können nun unkompliziert sachgrundlos befristete Verträge abschließen. Die neuen Grenzen im SGB VI sind klar: Einzelverträge dürfen maximal zwei Jahre laufen und bis zu dreimal verlängert werden. Insgesamt sind bei einem Arbeitgeber maximal acht Jahre und zwölf Verträge erlaubt. Diese Flexibilität soll helfen, auf Projektspitzen zu reagieren oder erfahrene Kräfte für die Einarbeitung zu gewinnen.
Betriebsräte als Gestalter: Win-Win durch klare Regeln
Die neuen Gesetze sind nur der Rahmen. Das Leben atmen müssen Betriebsvereinbarungen. Hier können Arbeitgeber und Betriebsräte maßgeschneiderte Regeln für die Rentner-Beschäftigung festlegen.
Themen sind die konkreten Vertragskonditionen, Aufgabengebiete und die Integration ins Team. Solche Vereinbarungen schaffen für beide Seiten Planungssicherheit und Fairness. Unternehmen sollten frühzeitig das Gespräch mit potenziellen Kandidaten suchen und die Optionen – von der Hinausschiebensvereinbarung bis zur neuen Befristung – klar kommunizieren.
Kritik bleibt: Reicht das gegen den demografischen Wandel?
Die Motivation der Regierung ist eindeutig: Der Fachkräftemangel bedroht die Wirtschaftskraft. Doch es gibt Zweifel. Experten fragen, wie viele Menschen in körperlich anstrengenden Berufen überhaupt länger arbeiten können oder wollen.
Gewerkschaften warnen vor einem steigenden Druck auf Ältere und fordern mehr Sicherheit statt neuer Belastungen. Viele Arbeitnehmer streben einen früheren Ruhestand für mehr persönliche Zeit an. Ob die finanziellen Anreize hier ausreichen, ist ungewiss.
Die Bundesregierung will die Wirksamkeit der Aktivrente 2028 evaluieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob dieser Paradigmenwechsel die deutsche Wirtschaft im demografischen Wandel wirklich stärken kann.
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