Aktivrente, Rentner

Aktivrente startet: Rentner können 2.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen

01.01.2026 - 01:21:12

Ab heute, dem 1. Januar 2026, beginnt in Deutschland ein neues Rentenkapitel. Die sogenannte Aktivrente ist offiziell gestartet und erlaubt es Senioren, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuzuverdienen. Parallel dazu gehen digitale Jobplattformen wie JobRentner.de online, die Rentner und Unternehmen zusammenbringen sollen. Die Bundesregierung verspricht sich davon eine Linderung des akuten Fachkräftemangels.

Der Kern der neuen Regelung ist finanzieller Natur. Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung künftig bis zu 24.000 Euro jährlich (2.000 Euro monatlich) steuerfrei einnehmen. Dieser Betrag ist vom Finanzamt als steuerfreier Arbeitslohn festgelegt worden und unterscheidet sich grundlegend von einem Minijob.

Für Arbeitgeber und -nehmer soll der Prozess möglichst bürokratiefrei ablaufen. Die Steuerbefreiung wird automatisch über die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) abgewickelt. Sozialversicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung fallen jedoch weiter an – was im Gegenzug die spätere Rente leicht erhöhen kann. Ökonomen sehen darin einen klaren Anreiz, über die Minijob-Grenze von 538 Euro hinauszugehen und etwa 15 bis 20 Stunden pro Woche zu arbeiten.

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Digitale Jobbörsen gehen an den Start

Passend zum Gesetzesstart reagiert die Privatwirtschaft mit neuen digitalen Angeboten. Der Bundesverband der Versicherungsexperten (BVSV) hat heute die Plattform JobRentner.de freigeschaltet. Sie fungiert als spezialisierte Jobbörse für die Zielgruppe der „Aktivrentner“.

„Pensionierte sind eine unterschätzte Kraft am Arbeitsmarkt“, so die BVSV-Führung. Ein Algorithmus soll die konkrete Expertise der Senioren – ob im Ingenieurwesen oder in der Verwaltung – mit den Bedürfnissen von Unternehmen matchen. Auch etablierte Portale wie Senior Connect oder Silvertalent haben ihre Oberflächen angepasst und heben nun „Aktivrente-konforme“ Stellen hervor. Die Bedienung ist für Smartphones und Tablets optimiert.

Antwort auf den Fachkräftemangel

Die Aktivrente gilt als direkte Reaktion auf den anhaltenden Fachkräftemangel. Jährlich scheiden hunderttausende erfahrene „Babyboomer“ aus dem Erwerbsleben aus. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) halten es für möglich, dass schon die Mobilisierung eines Teils dieser Gruppe Engpässe in Logistik, Gesundheitswesen oder im Handwerk lindern könnte.

Doch das Modell hat Grenzen. Vom Steuervorteil ausgeschlossen sind Selbstständige, Freiberufler und Beamte. Auch Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sind nicht begünstigt – eine Einschränkung, die bereits auf Kritik stößt.

Soziale Schieflage als Risiko

Während die Wirtschaft die Neuregelung begrüßt, sind Sozialverbände geteilter Meinung. Der Sozialverband VdK warnte bereits Ende 2025, die Maßnahme könne vor allem gut gebildeten, gesunden und finanziell abgesicherten Senioren nutzen. Wer sein Leben lang körperlich schwer gearbeitet hat – etwa auf dem Bau oder in der Pflege –, kann oft nicht mehr bis über 67 arbeiten. Droht also eine soziale Schieflage zugunsten der Akademiker?

Steuerberater weisen zudem auf eine Fallstrick hin: Die 2.000 Euro sind zwar lohnsteuerfrei, müssen aber im Rahmen der Gesamteinkünfte betrachtet werden. Bei weiteren Einkünften kann sich durch den Progressionsvorbehalt dennoch ein steuerlicher Effekt auf die gesetzliche Rente ergeben.

Was kommt als Nächstes?

Die Bundesregierung will die Nutzung der Aktivrente im Jahr 2026 genau beobachten. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es in Zukunft ausgeweitet werden. Diskutiert wird bereits, ob der Ausschluss selbstständiger Senioren in einer späteren Gesetzesnovelle fallen könnte.

Für den Moment verbindet die Aktivrente einen handfesten finanziellen Anreiz mit einer modernen digitalen Infrastruktur. Sie definiert das Rentenalter neu: Als eine Phase, in der „Ruhestand“ zur Option wird und jahrzehntelange Berufserfahrung sich steuerfrei auszahlen kann.

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