Aktivrente: Rentner starten mit 2.000 Euro Steuerbonus ins neue Jahr
05.01.2026 - 04:31:12Ab sofort können arbeitende Rentner in Deutschland bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen. Die neue „Aktivrente“ ist die erste große Steuerreform 2026 und soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
So funktioniert der Steuerfreibetrag
Der Kern der Reform ist ein monatlicher Steuerfreibetrag von 2.000 Euro für alle, die die Regelaltersgrenze erreicht haben. Hochgerechnet aufs Jahr sind das 24.000 Euro steuerfreier Zuverdienst. Entscheidend: Dieses Einkommen unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Die Rente wird also nicht in eine höhere Steuerklasse gedrückt.
Für einen Rentner mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro bedeutet das konkret: Auf diesen Betrag fällt keine Lohnsteuer an. Das Gehalt wird netto ausgezahlt – abzüglich der weiterhin fälligen Sozialversicherungsbeiträge.
Wer profitiert – und wer nicht
Die Regelung ist gezielt ausgestaltet und lässt bestimmte Gruppen außen vor.
Anspruch haben:
* Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
* Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben
* Der Bonus gilt unabhängig davon, ob die Rente bereits bezogen oder aufgeschoben wird.
Keinen Anspruch haben:
Selbstständige, Beamte und Minijobber gehen leer aus. Diese Ausgrenzung stößt auf Kritik. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) moniert eine Benachteiligung selbstständiger Meister.
Was Arbeitgeber jetzt beachten müssen
Für Unternehmen bedeutet die Neuregelung Anpassungen in der Lohnbuchhaltung. Der Steuerfreibetrag wird im Lohnsteuerabzugsverfahren automatisch berücksichtigt. Ein gesonderter Antrag der Mitarbeiter ist nicht nötig.
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Die Sozialversicherungspflicht bleibt bestehen. Arbeitnehmer zahlen weiterhin Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung. Arbeitgeber müssen ihren Anteil an Renten- und Arbeitslosenversicherung entrichten.
Demografie als Treiber der Reform
Hinter der Aktivrente steht die drängende demografische Herausforderung. Die Babyboomer-Generation geht in Rente, der Arbeitsmarkt verliert massiv Erfahrung.
Das Gesetz passierte den Bundestag Anfang Dezember 2025 und den Bundesrat am 19. Dezember. Es ist Teil der Wachstumsinitiative der Bundesregierung, zu der auch die „Rentenaufschubprämie“ gehört.
Ökonomen sehen finanzielle Anreize als wirksamsten Hebel, um Menschen länger im Beruf zu halten. Die Regierung hofft, eine „stille Reserve“ an Rentnern zu aktivieren, für die sich Arbeit bisher wegen der hohen Steuerlast nicht lohnte.
Evaluation nach zwei Jahren geplant
Arbeitsmarktforscher werden die Entwicklung genau beobachten. Die Bundesregierung will die Wirkung nach zwei Jahren evaluieren. Sollte sich die Maßnahme bewähren, könnte sie Wegbereiter für weitere flexible Altersübergänge sein.
Die ersten spürbaren Effekte zeigen sich bereits Ende Januar auf den Gehaltsabrechnungen tausender arbeitender Rentner.
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