Aktivrente, Rentner

Aktivrente: Rentner können jetzt 2000 Euro steuerfrei hinzuverdienen

21.01.2026 - 01:02:12

Ein neues Gesetz ermöglicht Rentnern steuerfreie Zusatzeinkünfte bis 2000 Euro monatlich, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Regelung zielt auf sozialversicherungspflichtige Jobs.

Ein neues Gesetz macht die Arbeit im Rentenalter attraktiver. Ab sofort können Senioren monatlich bis zu 2000 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Die sogenannte Aktivrente ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

So funktioniert die steuerfreie Zusatzarbeit

Der Kern der Neuregelung ist simpel: Wer seine Regelaltersgrenze erreicht hat, kann die ersten 2000 Euro aus einem sozialversicherungspflichtigen Job jeden Monat steuerfrei einstreichen. Das summiert sich auf bis zu 24.000 Euro im Jahr. Alles, was darüber hinausgeht, wird normal versteuert.

Doch es gibt wichtige Details. Die Freigrenze gilt streng monatlich – nicht genutzte Beträge verfallen. Ein großer Vorteil: Das steuerfreie Einkommen unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Es erhöht also nicht den Steuersatz für die Rente oder andere Einkünfte. Sozialversicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung fallen jedoch weiter an.

Wer profitiert – und wer nicht

Die Aktivrente zielt auf eine klar definierte Gruppe. Anspruch haben alle, die ihre individuelle Regelaltersgrenze erreicht haben – aktuell zwischen 66 und 67 Jahren. Der Steuervorteil gilt ab dem Folgemonat. Entscheidend ist die Art der Tätigkeit: Nur Einkünfte aus nicht-selbstständiger, sozialversicherungspflichtiger Arbeit sind begünstigt.

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Ausgeschlossen sind dagegen Selbstständige, Freiberufler, Beamte sowie Beschäftigte in Land- und Forstwirtschaft. Auch Mini-Jobber gehen leer aus. Der Fokus auf sozialversicherungspflichtige Jobs soll sicherstellen, dass die Rentnerarbeit auch die Sozialkassen stärkt.

Antwort auf den massiven Fachkräftemangel

Hinter der Reform steckt eine klare wirtschaftliche Logik. Deutschland fehlen Hunderttausende Fachkräfte. Die Regierung setzt nun auf die Erfahrung der Älteren. Das Finanzministerium rechnet mit rund 168.000 Begünstigten und Steuerentlastungen von bis zu 890 Millionen Euro jährlich.

Die Nachfrage ist bereits da: Eine Studie des WSI zeigt, dass 55 Prozent der Betriebe mit Betriebsrat bereits Rentner beschäftigen. Parallel wurden arbeitsrechtliche Hürden abgebaut. Arbeitgeber können mit Senioren nun einfacher befristete Verträge abschließen.

Kritik und geplante Evaluation

Nicht alle begrüßen das Gesetz uneingeschränkt. Das DIW Berlin prognostiziert jährliche Mindereinnahmen von rund 770 Millionen Euro für den Staatshaushalt. Kritiker fragen, ob der Anreiz groß genug ist, um wirklich mehr Senioren in den Job zu bringen.

Die Bundesregierung will genau das prüfen. Eine offizielle Evaluation ist nach zwei Jahren Laufzeit geplant. Sie soll zeigen, ob die Aktivrente ihr Ziel erreicht: mehr erfahrene Kräfte im Job zu halten und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

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